Tagesarchiv für 10. Juni 2014

RTelenovela

Besoffen im Zick-Zack

Dienstag, den 10. Juni 2014
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An dieser Stelle ein kleiner, aber feiner Rat von mir: Entschließt du dich, besoffen Fahrrad zu fahren, dann benutze doch bitte Wege, die breit genug sind.
Und falls du dich jetzt fragst: breit genug wofür? Die Antwort: für den Zick-Zack-Kurs, denn du im besoffenen Zustand fährst.

Der Mann im Berliner Friedrichshain hat den Rat leider nicht befolgt. Er hat sich den schmalsten Weg für seine Trunkenheitsfahrt ausgesucht. Und nur nur das: Der schmale Weg hatte rechts und links auch noch recht hohe Kanten.
Und so nahm das Schicksal seinen Lauf: Der Radler holperte im Zick-Zick auf den Weg rauf und vom Weg runter – immer kurz davor zu stürzen. Ich musste einen, nein zwei Schritte beiseite treten, sonst hätte er mich gleich mitumgerissen.
Den Weg hat er unbeschadet überstanden. Hingedonnert ist er erst, als er die dahinter seitlich verlaufene Treppe übersah. Die Fahrt endete abrupt. Zum Glück ist aber niemand verletzt worden.

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RT im Kino

Boyhood

Dienstag, den 10. Juni 2014

Normalerweise ist das ja so: Spielt eine Handlung eines Films über Jahre hinweg, dann wird das Kind mit Person 1 besetzt, und ist der Protagonist dann älter geworden, kommt Person 2 ins Spiel.
Bei “Boyhood” ist alles anders. Die Handlung des Films erstreckt sich über 12 Jahre. 39 drehtage sind relativ gleichmäßig auf die Jahre verteilt worden. So altern wir mit den Darstellern, aber vor allem: Wir sehen den sechsjährigen Mason, wir sehen ihn wachsen, wir sehen ihn in die Pubertät kommen, Erwachsen werden. Und es ist immer derselbe Junge, der zum Mann wird.
Vor allem das ist es, was die große Faszination von “Boyhood” ausmacht, die Liebenswürdigkeit, das, was unser Herz berührt: dieser lange Zeitraum, in der wir Mason und seine Familie begleiten – wirklich begleiten.
Deshalb ist es erstaunlicherweise auch zweitrangig, dass die Geschichte selbst gar nicht sooo außergewöhnlich ist und nicht wirklich auf irgendeinen Höhepunkt hinsteuert.

Mason (Ellar Coltrane) hat es nciht gerade leicht. Immer mal wieder zieht seine Familie um. Seine Mutter Olivia (Patricia Arquette) macht bei ihren Männern irgendwie immer Fehlgriffe, immerhin kümmert sich sein Vater (Ethan Hawke) regelmäßig um ihn. Später kommt die erste Liebe ins Spiel, Alkohol und Drogen – und die Kunst.

Wie gesagt: zweitrangig. Der Film dauert 166 Minuten, ist aber nicht langatmig. Am Ende kommt große Wehmut auf, weil wir Abschied von der Familie nehmen müssen.
Wäre doch schön, wenn es in zwölf Jahren “Boyhood 2” gäbe. Schließlich wollen wir doch wissen, wie es mit Masons Studium läuft, ob er irgendwann Vater wird. Ob seine Mutter ihr Leben weiter im Griff hat. Und, und, und…

Boyhood
USA 2002-13, Regie: Richard Linklater
Universal, 166 Minuten, ab 6
9/10

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