Tagesarchiv für 7. Juni 2014

RT im Kino

A Million Ways to die in the West

Samstag, den 7. Juni 2014

Dass Albert (Seth MacFarlane) ein echter Cowboy ist, so ein harter Kerl, das kann man nicht gerade behaupten. Man könnte auch sagen: Er ist ein Feigling. Aber so richtig. Gewalt? Findet er doof. Schießen? Kann er nicht. Seine Freundin (Amanda Seyfried) hat auch schon den Abgang gemacht, die hat jetzt einen richtigen Mann (Neil Patrick Harris).
Klar, dass er in Old Stump als Außenseiter gilt. Aber dann kommt Anna (Charlize Theron) in den Ort. Bei ihrem Anblick flackert auch in Albert plötzlich ein Kampfwille auf – er lässt sich von Anna einiges beibringen, so dass auch er endlich ein richtiger Mann wird.

Mit dem Namen Seth MacFarlane verbinden Kenner einen ganz speziellen Humor. Er schuf herrliche Zeichentrickserien wie “Family Guy” und “American Dad” oder den Film “Ted” mit dem bitterbösen Teddybären. Bitterböse soll auch sein neuer Film “A Million Ways to die in the West” sein, und erstmals spielt er auch die Hauptrolle.
Richtig gelungen ist ihm das aber leider nicht. Nur wenige Gags zünden so wirklich, die ganze tmoshäre des Films ist seltsam lau, die Gags kommen oft aus dem Nichts und verpuffen im Nichts. Dabei sind immer wieder schöne Anästze zu erkennen: Wort- und Bilderwitze im Stile der Gebrüder-Zucker-Filme aus den 80ern. Dann aber wird gekotzt, gepupst und dünngeschissen, und damit übertreibt es MacFarlane leider ein wenig.
“Family Guy” ist weiterhin großes Fernsehen, dieser Film hätte so viel mehr sein können, so ist er nur nette Unterhaltung.

A Million Ways to die in the West
USA 2014, Regie: Seth MacFarlane
Universal, 116 Minuten, ab 12
5/10

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RTZapper

Fußball-WM – Die Eröffnungsfeier 1974

Samstag, den 7. Juni 2014
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FR 06.06.2014 | 0.45 Uhr (Sa.) | hr-Fernsehen

Frank Schöbel! Im West-Fernsehen! Einer der größten DDR-Stars durfte ab und zu auch im kapitalistischen Ausland auftreten. Bei der Eröffnungsfeier für die Fußball-WM 1974 zum Beispiel. Da sang er im Waldstadion in Frankfurt/Main: “Freunde gibt es überall auf der ganzen Welt, Menschen die sich gut verstehn und mit dir Tag für Tag eine Straße gehn.” Das waren ganz neue Töne aus der DDR, denn eigentlich waren die Leute hinter der Mauer doch die Bösen, da konnte doch von Freunden gar keine Rede sein – und schon gar nicht von einer Straße, auf der wir dann gemeinsam jeden Tag herumscharwenzeln.
Aber vermutlich wäre es in der BRD auch nicht gut angekommen, hätte der DDR-Mann von den jungen Pionieren gesungen, die den antifaschistischen Schutzwall bejubeln.

Es war eine der Besonderheiten einer Show, die das hr-Fernsehen am sehr späten Freitagabend wiederholte: die Fußball-WM-Eröffnungsfeier von 1974. Unfassbare 40 Jahre her. Die zweite Besonderheit war übrigens der Beweis, dass früher doch nicht alles besser war. Quälende zwei Stunden dauerte das Schlager- und Folklorespektakel. Brasilianische Tänzerinnen, gewöhnungsbedürftige Gesänge aus Zaire (Kongo). Polnische Volksmusik, bulgarische Folklore. Und so weiter.
Das ist heute, 2014, sehr, sehr anstrengend anzusehen. Und 1974 vermutlich auch schon gewesen. Die Idee, die Leute mit Kultur aus jedem WM-Land zu, ähm, erfreuen, ist zwar nett, erwies sich aber als sehr … nun ja, langwierig.
Vermutlich sind die Eröffnungsfeiern bei heutigen Fußball-WMs deshalb auch sehr viel kürzer. Die Leute wollen doch sowieso nur den Ball rollen sehen und kein Kulturgedöns.

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RTelenovela

Der Schuhladen schließt. Für ein paar Tage

Samstag, den 7. Juni 2014
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In Oranienburg geht ein Gerücht um, und es stimmt sogar. Also, zumindest teilweise.
Der Schuhladen in der Stralsunder Straße schließt. Deshalb findet auch ein Räumungsverkauf statt.

Wer aber ein wenig genauer hinsieht, wird auf den Plakaten noch einen kleinen Zusatz entdecken. Dass der Laden im Sommer nur eine gute Woche lang geschlossen hat, danach geht es weiter.
Eine solche Kampagne kann ganz schnell nach hinten losgehen, denn zunächst bleibt mal die Schlagzeile hängen, dass bald Schluss ist. Das steht auch in fetten Lettern am Geschäft. Wer erfahren will, dass es dann doch noch weitergeht, muss schon näher rankommen.

Mal abgesehen davon, dass ich eine solche Kundenverarsche nicht leiden kann. So richtig zu Ende gedacht ist die Kampagne aber auch nicht. Wenn der Ladenbesitzer nach der Schließungswoche keine Kunden mehr hat, weil alle erst mal denken, nun ist Schluss, muss er sich nicht wundern. Ist erst mal ein Gerücht in der Welt – an dem er auch noch selber schuld ist -, braucht er sich jedenfalls nicht zu wundern.

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