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Sven Stricker: Schlecht aufgelegt

Es heißt ja immer, der Job im Callcenter sei langweilig und anstrengend. Paul Uhlenbrock empfindet das so ähnlich. Die Kunden am Telefon: doof. Die Kollegen: voll doof. Der Chef: der doofste von allen.
Und dann kommt auch noch Kuli, sein neuer Kollege. Er will ihn gerade einweisen, als die beiden am Telefon Wunderliches hören. Ein Verbrechen? Sie gehen der Sache auf den Grund und finden die Frau, mit der sie telefoniert haben. Am nächsten Tag ist sie tot, und in Kulis Briefkasten liegt ein Foto. Es zeigt einen hohen Berliner Politiker. Und nun?

Unterhaltungsliteratur! Für den einen ist es ein Schimpfwort, für den anderen eine super Klolektüre, bei der man das Hirn so richtig schön auf Durchzug stellen kann. “Schlecht aufgelegt” gehört in die Kategorie.
Sven Stricker führt Paul und Kuli so richtig in die Scheiße und beschreibt, wie sie versuchen, da wieder rauszukommen. Das macht er ganz humorig, wenn auch nicht wirklich spannend, und er schweift aber leider manchmal ein wenig ab und verliert sich in Überflüssigkeiten. Der schreiberische Pfiff fehlt leider völlig. Man liest das Buch komplett ohne Begeisterung.
Auf dem Buchcover empfieht Schauspieler Florian Lukas das Buch, es sei komisch, irrsinnig nach denklich zugleich. Wo es nachdenklich macht, habe ich noch nicht herausgefunden.

Sven Stricker: Schlecht aufgelegt
Rowohlt Polaris, 351 Seiten
4/10

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