Tagesarchiv für 1. Juni 2014

RTZapper

Das Sommerfest am See

Sonntag, den 1. Juni 2014
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SA 31.05.2014 | 20.15 Uhr | Das Erste

Der Sommer steht vor der Tür, und damit auch die vielen schönen Feste. Das Erste hat’s am Sonnabend schon mal vorgemacht und sein Sommerfest an einen See verlegt.
Okay, noch ist Frühling an diesem 31. Mai, aber wenigstens einen echten See hätte man schon verlangen können, wenn man seine Show “Das Sommerfest am See” nennt. Der See war ein künstlicher Studiotümpel in der Messehalle in Erfurt. Vermutlich gibt’s dann bald das “Herbstfest in den Bergen” live aus der Mehrzweckhalle in Riesa.

Zu Gast an der Erfurter Messebadewanne war auch Nana Mouskouri. Sie sang ihre größten Hits, und ohne Playback, bei dem Nanas Stimme von schätzungsweise acht jungen Dingern verstärkt worden ist, hätte das vermutlich nicht ganz so perfekt geklungen. Andererseits: Nana Mouskouri wird im Herbst 80, und da darf die Stimme schon mal ein bisschen schlappmachen. Moderator Florian Silbereisen ließ es sich nicht nehmen, sich Nana aufzudrängeln gemeinsam mit ihr (und den anderen acht jungen Dingern vom Band) zu singen. Nana scheint das Playback jedoch vorher nicht wirklich gehört zu haben – und es war inzwischen auch weit nach 23 Uhr -, denn sie stand etwas orientierungslos dem Flori gegenüber und ließ Lippensynchronität vermissen. Fanden trotzdem alle ganz dufte, ganz besonders der Flori. Es sei ihm gegönnt, nun hat er seiner Helene wieder was zu erzählen.

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RT liest

Sven Stricker: Schlecht aufgelegt

Sonntag, den 1. Juni 2014

Es heißt ja immer, der Job im Callcenter sei langweilig und anstrengend. Paul Uhlenbrock empfindet das so ähnlich. Die Kunden am Telefon: doof. Die Kollegen: voll doof. Der Chef: der doofste von allen.
Und dann kommt auch noch Kuli, sein neuer Kollege. Er will ihn gerade einweisen, als die beiden am Telefon Wunderliches hören. Ein Verbrechen? Sie gehen der Sache auf den Grund und finden die Frau, mit der sie telefoniert haben. Am nächsten Tag ist sie tot, und in Kulis Briefkasten liegt ein Foto. Es zeigt einen hohen Berliner Politiker. Und nun?

Unterhaltungsliteratur! Für den einen ist es ein Schimpfwort, für den anderen eine super Klolektüre, bei der man das Hirn so richtig schön auf Durchzug stellen kann. “Schlecht aufgelegt” gehört in die Kategorie.
Sven Stricker führt Paul und Kuli so richtig in die Scheiße und beschreibt, wie sie versuchen, da wieder rauszukommen. Das macht er ganz humorig, wenn auch nicht wirklich spannend, und er schweift aber leider manchmal ein wenig ab und verliert sich in Überflüssigkeiten. Der schreiberische Pfiff fehlt leider völlig. Man liest das Buch komplett ohne Begeisterung.
Auf dem Buchcover empfieht Schauspieler Florian Lukas das Buch, es sei komisch, irrsinnig nach denklich zugleich. Wo es nachdenklich macht, habe ich noch nicht herausgefunden.

Sven Stricker: Schlecht aufgelegt
Rowohlt Polaris, 351 Seiten
4/10

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RTelenovela

Landpartie (3): Funk und Flut

Sonntag, den 1. Juni 2014
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(2) -> 31.5.2014

Unsere Reise von Oranienburg nach Hitzacker führte uns irgendwo im Nirgendwo über die ehemalige deutsch-deutsche Grenze. Sie ist noch erkennbar, weil der schwarz-rot-goldene Grenzpfosten noch steht. Eine solche Erinnerung muss einfach sein, damit die Geschichte nicht in Vergessenheit gerät.

Dann gab es eine echte Überraschung, ein Wiedersehen. In Gartow erblickte ich einen Funkmast, und er kam mir bekannt vor. Es ist der gleiche, der bis 2009 auch in Berlin-Frohnau stand. Die beiden Türme verband eine Richtfunkstrecke, die den Telefonverkehr zwischen West-Berlin und der Bundesrepublik aufrecht erhalten sollte. Nach der Wende hatte der in Berlin keine echte Funktion mehr. 2009 wurde er gesprengt. Der in Gartow steht noch, er strahlt wohl digitale Antennenprogramme ab.

Weiter nach Gorleben. Über Gorleben hört man viel, dort ist das Atommüllendlager, und immer wenn ein Castor-Transport nach Gorleben führt, ist das Dorf in den Schlagzeilen. In Gorleben merkt man davon: nichts. Weder haben wir irgendwelche Schilder gesehen, die auf das Lager hinweisen, noch irgendwelche anderen Anzeichen, dass es dort einen Streit um den Atommüll gibt. Erst ein paar Dörfer weiter erblickten wir auf einem Feld eine Protestinstallation.

Wenn Hitzacker in Niedersachsen in den Schlagzeilen ist, dann meistens wegen der Elbe. Erst 2013 hatte die Stadt mit den Fluten zu kämpfen, aber die Deiche hielten weitgehend. Aber von 2006 findet man im Internet Bilder der Flut.
An einer der Brücken in der Stadt sieht man die Pegel der Elbe, die erreicht worden sind. Die sind so hoch, und mit Blick auf die Altstadt weiß man: Da ist kaum etwas trocken geblieben. Dort, wo wir unsere Autos parken, stand meterhoch das Wasser.

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