Tagesarchiv für 26. Mai 2014

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„Das Tatütata fand ich toll“

Montag, den 26. Mai 2014
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Oliver Fritz (33) aus Kremmen ist seit 1991 Mitglied der freiwilligen Feuerwehr. Schon als Kind fand er das spannend.

MAZ Oranienburg, 26.5.2014

KREMMEN
Seit 22 Jahren ist Oliver Fritz Mitglied der freiwilligen Feuerwehr in Kremmen. Der 33-Jährige ist Ortswehrführer und für seine Kollegen einer der Hauptansprechpartner. Ansonsten arbeitet er als Servicemonteur in Berlin.

Blitz und Donner über Kremmen. Macht Sie das nervös?
Oliver Fritz: Es gibt gewisse Wetterlagen, da herrscht schon mehr Anspannung als sonst.

Als Feuerwehrmann ist man aber permanent in Einsatzbereitschaft, oder? Gibt es da so eine ständige Grundnervosität?
Fritz: Wenn es ewig nicht gepiept hat, dann ist klar, dass es nicht mehr lange bis zum nächsten Einsatz dauern kann. Wir müssen etwa 150-mal im Jahr raus. Aber so eine Grundnervosität habe ich eigentlich nicht. Außer vielleicht Silvester.

Wie kamen Sie denn damals zur Feuerwehr?
Fritz: Generell hat mich das schon immer interessiert. Ich war mal zum „Tag der offenen Tür“ dort. Das Drumherum, das Tatütata, die großen Autos, die Sirenen, das fand ich toll. Ich bin dann zur Jugendfeuerwehr gegangen.

Was macht man da so?
Fritz: Schläuche rollen. Das war das Erste, was wir damals gemacht haben. Hat aber Spaß gemacht, auch, mit den anderen zusammen zu sein. Wir wurden dann immer mehr an die eigentlichen Arbeiten der Feuerwehr herangeführt.

Und dann haben Sie sich endgültig entschieden: Ich werde Feuerwehrmann!
Fritz: Ja! Damals hatte ich mehrere Hobbys. Fußball, angeln und die Feuerwehr. Letzteres war am interessantesten. Auch ein großer Teil meines Freundeskreises war dabei.

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Einsatz?
Fritz: Das war ein Kornfeldbrand bei Sommerfeld. Ich war 16 oder 17 Jahre alt. Feldbrände können wegen des Windes ziemlich gefährlich sein, und wir sind ganz schön gerannt. Aber nach einer guten Stunde war alles gelöscht.

Wissen Sie vorher, was Sie erwartet, wenn Sie zum Einsatz fahren?
Fritz: Größtenteils ja. Wir bekommen eine Art Kurzmitteilung auf den Pieper und haben auch ein Alarmfax. Wobei die Sache dann vor Ort meist doch noch ein bisschen anders ist.

Gab es spektakuläre Einsätze, an die Sie sich erinnern?
Fritz: Na ja, was heißt spektakulär? Uns hat mal jemand angerufen und gesagt, dass da eine Schlange sei, die war ihm nicht geheuer. War dann aber doch nur eine harmlose Ringelnatter.

Andere Einsätze sind sicherlich nicht so harmlos.
Fritz: Wir haben einen Autobahnabschnitt, für den wir zuständig sind. Gerade in den 90ern gab es dort viele schwere Unfälle.

Werden Sie mental darauf vorbereitet?
Fritz: Eigentlich nicht. Bei schlimmen Unfällen, frage ich meine Kameraden vorher, ob sie gewisse Dinge sehen können. Ich will nicht, dass auch meine Kollegen zu Schockpatienten werden. In Amalienfelde ist mal ein Auto gegen einen Baum gefahren, der Fahrer war tot. Das war nicht schön anzusehen. Da werden gerade relativ junge Kameraden ins kalte Wasser geworfen. Einen toten Menschen zu sehen, ist eine schwierige Erfahrung. Bei vielen wird da eine Grenze überschritten.

Wie kommt man damit klar?
Fritz: Wichtig ist es, danach darüber zu reden. Als Ortswehrführer muss ich ein Auge auf die anderen haben. Ich bin die Mutti für alles.

Welche Einsätze sind außerdem noch nervenzehrend?
Fritz: Die Brandserie im Herbst 2012 in Flatow war schlimm. Vor allem, weil das fast immer Großbrände waren. Gab es da Alarm, wussten wir, das wird eine lange Nacht.

Und als der Verdacht aufkam, dass es ein Feuerwehrmann sein könnte …
Fritz: … kam Unmut auf. So was will kein Wehrführer erleben, das kann aber niemand verhindern. So was droht aber, eine ganze Feuerwehr runterzuziehen.

Wenn Sie am Tage in Berlin arbeiten, sind Sie aber nicht erreichbar, oder?
Fritz: Das stimmt. Aber in der Regel sind bei Alarmen am Tag neun bis zehn Kameraden einsatzbereit. Wenn ich mal eine Woche an die Ostsee fahre, dann ist das natürlich auch abgesprochen.

Könne Sie die Jugend für Ihre Arbeit begeistern?
Fritz: Relativ schwierig. Aber es ist gut, dass wir „Tage der offenen Tür“ veranstalten. Die Konkurrenz ist größer geworden. Schule, Fußball, es ist weniger Zeit übrig. Da müssen wir am Ball bleiben. Deshalb bieten wir Jugendlager, Ausflüge oder Technikkurse an.

Bei der Feuerwehr arbeiten Sie mit Ihren Kameraden. Was macht Kameradschaft aus?
Fritz: Wir sind schon ein eingeschworener Haufen. Es muss sich jeder auf jeden verlassen können.

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RTZapper

Flitterabend

Montag, den 26. Mai 2014
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FR 23.05.2014 | 0.00 Uhr (Sa.) | rbb

Hach, die heile Fernsehwelt. Was das noch schön, Anfang der 90er, als wir uns alle noch zur großen Samstagshow versammelten.
Der rbb zeigt momentan freitags ausgewählte Folgen von Michael Schanzes “Flitterabend”. Drei Hochzeitspaare spielten gegeneinander, und im Grunde war das Konzept simpel. Lustige Spiele, lockere Gespräche, dazwischen ein bisschen Musik. Heute würde das vermutlich nicht mehr funktionieren, wobei das eigentlich schade ist.

Allerdings sorgte der “Flitterabend” immer mal wieder für Skandale. In der Show, die am Freitag lief, mussten die Bräutigame strippen. Die Frauen sollten vorher raten, wie weit ihre Neugatten dabei gehen werden. Einer wollte nicht, die anderen beiden zogen blank. Was für ein AUF-RE-GER!! Beschämt zeigte die ARD damals Publikum, bis die Männer endlich Bademäntel anhatten, und schon während der Sendung soll es böse Anrufe gegeben haben. Huijuijui! Dabei war gar nichts zu sehen. Also, fast.

Aber auch als die damalige Lottofee Karin Tietze-Ludwig mit einer Torte beschmissen wurde oder die die Bräutigame eine Glatze rasieren ließen (und die Frauen entsetzt aufheulten), war der Skandal perfekt.
Damals war es allerdings auch einfacher, solche Skandale zu provozieren. Heute wäre das vermutlich nur noch ein Schulterzucken wert.

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RTelenovela

Wahlzettelwirtschaft

Montag, den 26. Mai 2014
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An diesem Sonntag hatte ich gleich sieben Stimmen zu vergeben – es war mal wieder Wahltag. Sieben war allerdings noch wenig im Vergleich zu anderen Orten. Auf den Dörfern hatten sie zehn Stimmen – und aus Bundesländern wir Baden-Württemberg habe ich gehört, dass es um die 20 Kreuze im Spiel waren.
Europaparlament, Kreistag, Stadtparlament – das waren die Eckpunkte für mich.

Vor dem Wahllokal konnte man sich schon mal einen Überblick verschaffen, wie die Zettel aussehen und wer wo steht.
Eine Ehepaar sah ich das ganze Drama gerade an. das heißt, sie ließ sich von ihm zeigen, was Sache ist. Er nahm die Wahl professionell in seine Hand. “Da ist die CDU”, sagte er zu ihr und zeigte dann: “Da, da und da machst du dann das Kreuz.” Ob seine Frau überhaupt CDU wählen würde, stand für ihn außer Frage. Dann zeigte noch die anderen Wahlzettel und wo denn dort jeweils die CDU steht. Da hat ein Ehepaar (oder doch nur der Mann? eine genaue Vorstellung davon, wie es mit der Politik weitergehen müsste.

In der Wahlkabine musste ich erstmal mit den riesigen Wahlzetteln klarkommen. Der für die Europawahl war zwar recht schmal, aber wohl 75 Zentimeter lang. Der für das Stadtparlament war so griß, dass schon das Falten eine anstrengende Angelegenheit war. Mal abgesehen davon, dass ich erst mal die Leute suchen musste, die ich mir vorher ausgesucht hatte.
Kein Wunder, dass die Auszählung der Stimmen selbst jetzt, um 2.30 Uhr, noch nicht zu Ende ist. Das viele Auseinanderfalten und Kreuzchenzählen, ist sicher kein Zuckerschlecken.

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ORA aktuell

Kommunalwahl 2014: Oranienburg hat neues Stadtparlament

Montag, den 26. Mai 2014
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Die Oranienburger haben bei der Kommunalwahl 2014 ein neues Stadtparlament gewählt. Gegen 2 Uhr stand am Montagmorgen das Ergebnis fest. Die SPD ist stärkste Kraft in der Stadt.
SPD 28,0% | Die Linke 25,1% | CDU 23,1% | Grüne 8,2% | FWO 5,4% | NPD 5,3% | FDP 3,5%
Die SPD bekommt 10 Sitze, CDU und Linke je 9, die Grünen 3, FWO und NPD je 2 und die FDP einen Sitz.
Die Wahlbeteiligung lag bei 41,9%.

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ORA aktuell

Europawahl 2014: Ergebnis aus Oranienburg

Montag, den 26. Mai 2014

Die SPD hat die Europawahlen 2014 in Oranienburg gewonnen. Sie lag mit 26,4% vorn.
Die weiteren Ergebnisse:
SPD 26,4% | CDU 22,3% | Die Linke 21,1% | AfD 10,5% | Grüne 5,5% | NPD 3,1% | Tierschutzpartei 2,2% | FDP 1,8% | Familienpartei 1,7% | Piraten 1,7%
Wahlbeteiligung: 42,6%

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