Tagesarchiv für 13. Mai 2014

RTZapper

Quizduell

Dienstag, den 13. Mai 2014
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MO 12.05.2014 | 18.00 Uhr | Das Erste

Bei der ARD hat man sich etwas ganz Tolles ausgedacht: das Quizduell, die Show zur App ohne App.
Zig Tausende menschen spielen jeden Tag auf einem Handy oder auf dem Tablet das Quizduell, und bei der ARD wollte man auf diesen Trend aufspringen: mit einer täglichen Show. Und das sogar live! Die Quizduell-Spieler aus dem Internet sollten gegen die Kandidaten im Studio antreten.

Man hat dafür einen alten Bekannten zurückgeholt: Jörg Pilawa moderierte einst bei Sat.1 ein Quiz und wechselte zur ARD, um ein Quiz zu moderieren. Weil er vom Quiz aber die Nase voll hatte, ging er zum ZDF und moderierte dort mehrere Quizshows. Dort lief es aber eher nicht so doll, vielleicht fand er das mit dem Quiz auch zu langweilig. Deshalb ging er nun zur ARD zurück, um ein Quiz zu moderieren.

Dumm nur: Die Sache ging grandios in die Hose. In der Auftaktshow am Montag funktionierte nichts. Erst fehlten Pilawas Quizkarten. Und dann die Sache mit der App, um die es ja ging. Die App hing sich auf.
Angeblich sind die Server gehackt worden, und abgeblich hat einer alle 15.000 Server blockiert. Kann man ja mal erzählen, so eine Geschichte. Ob sie war ist, wird sich sicherlich noch rausstellen. Vielleicht wollten auch einfach zu viele Leute mitmachen, denn schon vor Sendebeginn sollen sich mehr als 170.000 Leute angemeldet haben. Da kann’s vielleicht schon mal bergapp gehen mit der App.

Und so wurde aus dem “Quizduell” dann doch wieder eine herkömmliche Sendung, analoge wie in den 80ern. Kandidaten gegen Studiopubliku. Scheiß auf die App.
Für eine Premierensendung war das natürlich der Super-Gau. Und bitter für die ARD, die nun hoffen muss, dass auch bei Ausgabe 2 das Interesse an der Show hoch ist – und dass die App diesmal funktioniert und nicht wieder – zwinker, zwinker – gehackt wird.

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RTelenovela

Man hat ja schließlich für die schlechten Plätze bezahlt!

Dienstag, den 13. Mai 2014
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Die Deutschen sind ein sehr diszipliniertes Völkchen. Zumindest in mancher Hinsicht.
Beim Konzert von Barbara Schöneberger im Berliner Tempodrom waren nicht alle Plötze ausverkauft. Im Oberrang waren die Randplätze nicht verkauft. Klar, da sieht man auch längst nicht so gut, weil man nur den Seitenblick auf die Bühne hat.

Ein Paar aber, das hatte besonders beschissene Plätze. Es hatte nicht nur den Seitenblick, sondern auch noch die Lautsprecher vor sich zu hängen.
Nun war das allerdings kein auswegloses Schicksal. Die beiden saßen im Rang fast komplett allein. Rings um sie herum waren alle Stühle frei. Sie hätten sich kocker umsetzen können.
Aber da auf ihren Tickets nun mal Reihe und Sitznummer standen und das Gesetz war, blieben die beiden stoisch sitzen – auch nach der Pause.
Man hat ja schließlich für die schlechten Plätze bezahlt! Oder vielleicht waren die beiden blind. Oder sie wollten die Schöneberger nur hören und nicht sehen. Oder sie waren Technikfreaks und wollten sich unbedingt die Lautsprecher ansehen. Hoffentlich hatten sie wenigstens einen schönen Abend – denn schön war das Konzert auf jeden Fall!

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RTZapper

hr1 10-12: Smartphone-Glotzer

Dienstag, den 13. Mai 2014
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MO 12.05.2014 | 10.05 Uhr | hr1

Bei hr1 haben sie am Montagvormittag eine schlimme Epidemie aufgedeckt: Die Smartphone-Glotzer-Krankheit. Sehr, sehr erschütternd!
Eine Reporterin hat wohl beobachtet, dass immer mehr Menschen gar nicht mehr auf den Straßenverkehr achten, sondern ständig auf ihr Handy starren. Sogar – und jetzt halte dich fest – wenn sie über die Straße laufen.

Im Vormittagsprogramm des Radiosenders lief in “hr1 10-12” eine Pseudoreportage. Die Reporterin wagte sich an den Brennpunkt und sprach Leute an, die – SKANDAL!!!!! – über die Straße liefen, dabei aufs Handy starrten auf nicht auf den Verkehr achteten. Knallhart sprach die hr-Frau den Verkehrssünder an, der sich keiner Schuld bewusst war. Seine Begründung: Die Ampel war grün. Das konnte die investigative hr-Frau natürlich nicht auf sich sitzen lassen, mit einer grünen Ampel lässt sich eine öffentlich-rechtliche Journalistin nicht einfach so abspeisen. Also hakte sie nach: Es könne doch schließlich trotzdem ein Auto kommen, sagte sie ihm, hörbar verwundert.
War dem Fußgänger natürlich wurscht, wie er sagte, er sei ja im Recht, wenn was passiere. Okay, vielleicht ist er dann auch tot – aber immerhin hat der andere schuld.

Auch ein Taxifahrer kam in dem Beitrag vor. Er erzählte, dass ja ständig was passiere, diese Smartphones seien eine Plage.
Es war ein sehr erschütternder, wachrüttelnder Beitrag, den hr1 da in seinem Programm zeigte. Keine zwei Miniten lang und herrlich sinnfrei, dafür aber voller doofer Klischees.
Und wie die USA damit umgeht, sollten die hr1-Hörer auch noch erfahren – in einem Beitrag anderthalb Stunden später. Vermutlich auch so ein 90-Sekunden-Beitrag. Schließlich will man seinen Hörern nicht allzu viel Tiefgang zumuten. Ist ja schließlich kein Nachrichtenkanal, sondern… ähm… also… hr1.

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RT liest

Marina Mander: Meine erste Lüge

Dienstag, den 13. Mai 2014

Mama will heute nicht aufstehen. Luca ist zehn und macht sich erst mal keine Gedanken. Geht er eben allein zur Schule, das geht schon mal so. Als Luca aber wieder nach Hause kommt, liegt Mama immer noch im Bett. Ganz ruhig liegt sie da.
Mama ist tot.
Luca beschließt, das keinem zu erzählen. Er will es für sich behalten, dass Mama dort in ihrem Bett liegt und nicht mehr aufsteht.
Luca beschließt, ein Singleleben zu führen. Es führen ja schließlich viele Leute ein Singleleben. Aber das ist schwieriger, als er dachte. Schließlich geht ihm irgendwann das Geld aus, und die Katze will auch ihr Futter. Und dann, ja, dann… In der Wohnung beginnt es, sehr streng zu riechen. Aber Luca denkt nicht daran, sein “Singleleben” aufzugeben. Er ahnt, was passiert, wenn alles rauskommt.

Die Geschichte, die Marina Mander erzählt, ist erschütternd, herzzerreißend. Es ist Lucas allererste, wirkliche Lüge. Und sie ist so allumfassend, dass er scheinbar da nicht mehr raus kommt. Weil er nicht verstehen will, was da passiert ist. Weil er es nicht wahrhaben will. Weil er ahnt, wie das alles weitergeht, wenn Mama gefunden wird. Und seine mama will er doch auch nicht einfach so aufgeben.
Die Autorin versucht sich in die verletzliche Seele des Jungen hineinzudenken, und das ist ihr gelungen. So sehr, dass man den Atem anhält, die Bestürzung steigt, um so länger es dauert. Irgendwann ist die Hilfslosigkeit des Jungen immer größer, aber er denkt nicht dran, aufzugeben. Loszulassen.
Eine traurige Geschichte voller Wucht. Und doch so leise und liebevoll.

Marina Mander: Meine erste Lüge
Piper, 189 Seiten
8/10

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ORA aktuell

Bernauer Straße: Hänger rast in Gemüsestand

Dienstag, den 13. Mai 2014
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Ein Hänger ist am Freitag in der Bernauer Straße in Oranienburg in den dortigen Gemüsestand gerast. Er hatte sich zuvor auf der naheliegenden Kreuzung von einem Auto gelöst und ist über den Gehweg gerollt. Er erfasste eine 63-jährige Fußgängerin, sie ist dabei schwer verletzt worden. Der Gemüsehändler wurde bei dem Unfall leicht verletzt.

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