Tagesarchiv für 7. Mai 2014

RTZapper

Eurovision Song Contest 2014: 1. Halbfinale

Mittwoch, den 7. Mai 2014
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DI 06.05.2014 | 21.00 Uhr | phoenix

Bedauerlich! Wirklich sehr bedauerlich! Der Eurovision Song Contest 2014 scheint abgesagt worden zu sein. Stattdessen übertrugen phoenix und einsplus am Dienstagabend den Eurovision Artistik Contest live aus Kopenhagen. Was ist nicht da nicht fleißig geturnt worden? Ein Mann in einem Laufrad. Eine Frau an einem Hochseil. Seltsame Gymnastik. Eine Eiskunstläuferin. Und so weiter. Es ging sehr sportlich zu in Kopenhagen.

Ja, okay, gesungen worden ist da auch. Aber nach dem starken 2013er-Jahrgang in Oslo konnte es eigentlich nur schlechter werden. Durchschnittsware ist in diesem Jahr offenbar trumpf. Da fallen in Russen in die 80er-Jahre zurück, stellen zwei blonde Frauen auf die Bühne, eine Windmaschine davor und lassen sie einen nichtssagenden Schlager trällern. Weitergekommen sind sie damit trotzdem. Wobei ja Russland auch stumm auf der Bühne stehen könnte, die würden trotzdem ins Finale kommen.

Der alte Grand-Prix-Haudegen Ralph Siegel wollte es in diesem jahr mal so richtig krachen lassen. Beim Beitrag aus San Marino (die Deutschen lassen ihn ja nicht mehr) saß er auf der Bühne am Klavier. Und weil sein Song irgendwie so gar nicht ralphsiegelig klang (aber trotzdem nicht wirklich doll), darf er sogar im Finale noch mal ran. Glückwunsch, Ralph!

Highlight des Abends: The Common Linnets aus den Niederlanden mit ihrem Song “Calm after the Storm”. Eine einfache, aber eingängige, schöne Country-Folk-Nummer. Die musste einfach ins Finale!
Und hoffentlich hat das 2. Halbfinale am Donnerstag ein paar Höhepunkte mehr parat!

Hits: 42

RTZapper

ZDFzeit: McDonald’s gegen Burger King

Mittwoch, den 7. Mai 2014
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DI 06.05.2014 | 20.15 Uhr | ZDF

Eines muss man dem ZDF ja lassen: Sie sind mutig, da in Mainz. Eine Woche, nachdem RTL die Burger-King-Undercover-Doku ausgestrahlt hat, kommt das ZDF mit einem seichen Testlein daher: McDonald’s gegen Burger King.
Mit der verdeckten Recherche beim Bulettenkönig sorgte RTL für Schlagzeilen. Das Team um Günter Wallraff hatte aufgedeckt, dass bei Burger King in vielerlei Hinsicht schlimme Verhältnisse herrschen.

Tja, und dann kommt das ZDF daher und schickt Sternekoch Nelson Müller lächelnd in eine McDonald’s-Filiale und lässt sich mal zeigen, wie sauber und toll da doch alles ist.
Wirklich schön, Herr Nelson. Und so glaubwürdig.

Um Tiefgang geht es dem ZDF vermutlich nicht, wenn es rausfinden will, ob denn nun Fast-Food-Kette 1 oder 2 irgendwie besser ist. Und vermutlich wäre das gar nicht so aufgefallen, hätte nicht RTL vergangene Woche vorgelegt.
Das ZDF will rausfinden, wie gut der Service ist, und schickt eine 40-Mann-Rugbymannschaft in je eine Filiale der Ketten. Was uns das ZDF damit sagen will, dass es da schon mal 30 Minuten dauert, bis alle bedient sind, ist unklar. Stattdessen heißt es im Bericht, dass man da von einem Fast-Food-Laden etwas anderes erwartet habe. So was Albernes.

Ansonsten kaufet man Fleisch, Pommes und Salat und guckt mal, wie das alles so beschaffen ist. Damit die Burger nicht so ranzig aussehen wie in Wirklichkeit, stylt auch das ZDF sie reklamemäßig auf. Und, au weia, in der Cola ist ein Stoff drin, der da nicht hingehört.
Tiefenrecherche? Null. Nein, beim ZDF ist man ganz brav und lässt sich lieber von McDonald’s eine saubere Küche zeigen. Und Nelson Müller sagt, wie überrascht er doch ist, weil alles so toll sei. Aha, Nelson.
Ausgerechnet von RTL müssen sich das ZDF und Nelson Müller zeigen lassen, was für einen überflüssigen Mumpitz man da in der “ZDFzeit” produziert hat. In letzter Minute ist man aber auch am Dienstagabend noch auf die RTL-Recherche eingegangen, ohne RTL zu nennen. Irgendein Mitarbeiter hinter einer Schattenwand kam plötzlich ins Bild, um zu sagen, dass doch nicht alles so durfte ist. Burger King hat das einen Fairness-Punkt gekostet. Wer weiß, wie das im ursprünglich geplanten Teil des Films aussah.

Schade eigentlich, dass das ZDF, auch was diese Tests angeht, immer mehr auf oberflächliche, leichte Unterhaltung setzt anstatt wirklich mal in die Tiefe zu gehen.
Nelson Müller kann die Kritik, die auch auf seiner Facebook-Seite zur Flachheit seiner Sendung geäußert wird, nicht nachvollziehen. Na ja, was soll er auch anderes sagen, aber irgendwie spricht es auch nicht gerade für ihn.

Hits: 2355