Tagesarchiv für 6. Mai 2014

RTZapper

Bates Motel

Dienstag, den 6. Mai 2014
Tags:

MO 05.05.2014 | 22.00 Uhr | VOX

Norman Bates ist der Killer in Alfred Hitchcocks „Psycho“. Ihr kennt vielleicht die Szene in der Dusche mit der dramatischen Musik.
Aber wie wurde Norman eigentlich zu dem Killer? Die neue Serie „Bates Motel“, die am Montagabend endlich auch bei VOX angelaufen ist, erzählt – allerdings in der Jetztzeit – von seiner Jugend.

Normans Mutter übernimmt ein runtergekommenes Motel, aber die neue Heimat ist lange nicht so friedlich wie es scheint.
Leider besteht die erste Staffel nur aus zehn Folgen, die in Deutschland bislang nur im Pay-TV liefen und bereits auch komplett auf DVD zu haben sind. Dabei ist „Bates Motel“
überaus fesselnd. Freddie Highmore spielt den jungen, schüchternen und zunehmend
wunderlichen Norman – eine echte Entdeckung, die an vielen Stellen für Grusel sorgt. Highmore spielt den jungen Mann fantastisch. Der schüchterne Norman, in dem es aber mehr und mehr zu brodeln scheint.
Hoffentlich hat VOX mit “Bates Motel” gute Quoten. Die Serie hat es verdient.

Hits: 54

RTZapper

Eurovision Song Contest 2014: Songchecker

Dienstag, den 6. Mai 2014
Tags: , ,

MO 05.05.2014 | 19.15 Uhr | einsplus

Was waren das für Zeiten, als rund um den Eurovision Song Contest in vielen Sondersendungen berichten worden ist. “TV total” sendete vom Austragungsort, die ARD sendete live. Insbesondere als der Eurovisionszirkus in Deutschland gastierte, war das Interesse groß.
Und 2014? Nahezu nichts. Nur der Spartensender einsplus bringt ein vierteiliges Special mit dem Titel “Songchecker”. Dort werden die 37 Songs analysiert, die in diesem jahr teilnehmen.

Für die Analyse sind Kommentatorenlegende Peter Urban, eine ARD-Nachwuchsmoderatorin und ein Youtubefilme-Hochlader zuständig. Also die Expertenelite Deutschlands. Der deutsche Elaiza-Song schneidet natürlich in Folge 1 am Montagabend am besten ab, ansonsten viel Mittelmaß.
Das ganze ist so spannend und frisch gemacht wie eingeschlafene Füße. Und scheinbar uralt. An einer Stelle faselte Peter Urban was davon, dass ja erst Mitte April deutlicher werde, wie denn die Wetten für den deutschen Song stünden. Wir haben Anfang Mai. Wer weiß, wann das Gerümpel aufgezeichnet worden ist. Aber bei einsplus fast ohne Zuschauer fällt das ja sicherlich kaum auf.

Hits: 57

RT liest

Erlend Loe: Jens. Ein Mann will nach unten

Dienstag, den 6. Mai 2014

Fvonk hat einen neuen Untermieter. Seine Einliegerwohnung hat neuerdings einen fremden Bewohner. Aber nicht irgendeinen. Es ist der norwegische Staatschef. Jens Stoltenberg möchte mal allein sein. Ohne die ganzen Menschen, die ihn ständig beobachten und ihn auf dem Kieker haben, ihm ständig seine Fehler vorhalten. Deshalb ließ er sich von norwegischen Staat die Wohnung anmieten.
Und nun sitzt Jens in Fvonks Küche. Denn so ganz allein möchte der Politiker dann doch nicht sein. Er sucht einen Freund, und Fvonk könnte sein Freund sein. Ihm jedenfalls vertraut er all seine Geheimnisse an. Ihn lässt er sogar ins Klo gucken, um zu sehen, wie… also… na ja.

Erlend Loe lässt seine Leser in eine Politikerseele blicken. Denn so weit hergeholt ist die Geschichte sicherlich nicht. Zumindest der Punkt, in dem es darum geht, unter welchem Druck Politiker heute permanent stehen. Jens hat davon die Schnaue voll. Er will nach unten, mal mit einem “normalen” Menschen zusammen sein, in Oslo normale Dinge erleben.
Loes Geschichte beginnt ein wenig zäh, wenn Jens aber erstmal bei Fvonk in der Wohnung sitzt und erzählt, dann ist das ganz reizvoll. Die Dialoge zwischen Fvonk und Jens sind oft klug, sie gehen ans Herz oder sind schlicht lustig.
Es ist nicht der ganz große Roman, eher mal was für zwischendurch.

Erlend Loe: Jens. Ein Mann will nach unten
KiWi Paperback, 189 Seiten
6/10

Hits: 42

ORA aktuell

Mann rastet in Oranienburger Nicolaikirche aus

Dienstag, den 6. Mai 2014

Ein 37-jähriger Mann rastete am Sonntagabend in der Oranienburger Nicolaikirche aus. Während eines Familiengottesdienstes entleerte er unter anderem im Vorraum zwei Feuerlöscher. Vor der Küche beschädigte er zwei Autos auf einem Parkplatz.

Damit löste er einen Großeinsatz der Polizei aus, die mit mehreren Dienstwagen an der Kirche vorfuhr. Der Mann, der unter Einfluss von Drogen stand, griff die Beamten an. Sie konnten ihn trotzdem überwältigen.
Er hatte zuvor nach einem Unfall bei Birkenwerder Fahrerflucht begangen. Gegen ihn wird wegen Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung, versuchter gefährlicher Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Er wies sich inzwischen in die Psychiatrie ein.

Gegenüber der Märkischen Allgemeinen zeigte sich Pfarrer Friedemann Humburg am Montag traurig und entsetzt. Er hofft, schnell eine Reinigungsfirma zu finden, die den Raum vom Pulver befreit.

Hits: 34

RTZapper

Deutschland sucht den Superstar – Das große Finale 2014

Dienstag, den 6. Mai 2014
Tags: ,

SA 03.05.2014 | 20.15 Uhr | RTL

Schon wieder ist irgendjemand Superstar geworden. Irgend so eine Dings. Nicht mal mehr vier Millionen Leute sahen am Sonnabend das ach so große Finale von “Deutschland sucht den Superstar”. Die 11. Staffel hatte so schlechte Quoten wie keine Staffel zuvor. Dabei hatte RTL die Zahl der Liveshows schon drastisch reduziert und dafür die Castingphase ausgewalzt.

“DSDS” hat seinen Zenit längst überschritten. Zwar ist das Castingformat über das Zickenkrieg-Stadium hinaus und konzentriert sich zumindest in den Liveshows auf den Gesang und die Performances, aber was nützt das, wenn sich dabei kein großer Favorit herauskristallisiert, wenn alle nur recht dünne Stimmen haben und man am liebsten gar keinen von denen als Superstar betiteln möchte.

Die Jury hat sich wie nie zuvor um sich selbst gekümmert. Wenn es denn einen Zickenkrieg gab, dann dort. Kay One gegen Mietze Katz. Kay One gegen Marianne Rosenberg. Dieter gegen Marianne. Dieter gegen Mietze. Die Männer gegen die Frauen. Es war mitunter nicht mehr lustig. Mietze Katz ist 2015 – wenn es denn DSDS auch 2015 gibt – definitiv nicht mehr in der Jury dabei. Sie hätte sicherlich auch gar keinen Bock dazu gehabt. Dass sie von RTL jedoch als Buhmann dargestellt wird, wo sie es doch war, die sich Fiesheiten anhören musste, spricht nicht gerade für das DSDS-Team.

Wie geht es 2015 weiter? Staffel 12? Noch längere Castings? Wird “Deutschland sucht den Superstar” zur Dokusoap? Bleibt am Ende nur noch eine einzige Liveshow übrig? Bekommt die Jury somit noch mehr Macht? ProSieben und die Topmodelsuche als Konzeptvorbild?
Oder gönnt RTL der Sendung mal eine Pause? Es würde der Show nicht schade, allerdings müssten sich die Verantwortlichen in Köln für schätzungsweise 16 Sonnabende was Neues einfallen lassen. Und neue Ideen muss man auch erst mal haben…

Hits: 44

RTelenovela

Grenzhopping: Viermal Polen und zurück

Dienstag, den 6. Mai 2014
Tags: , , , , ,

Wie sehr Europa zusammenwächst, lässt sich in Guben in Ostbrandenburg besonders gut beobachten. Wer dort am Ufer der Neiße steht, hat nicht den Eindruck, als handele es sich links und rechts vom Flussufer um zwei Städte und zwei Länder.
Es wird immer von Berlin gesprochen, wenn es um eine geteilte Stadt geht. Guben ist 1945 geteilt worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Neiße zum Grenzfluss. Rechts gibt es nun Gubin in Polen, links Guben in Deutschland.
Seit einigen Jahren gibt es keine Grenzkontrollen mehr, und es ist kein großer Akt mehr von Guben nach Gubin zu fahren. Offiziell sind und bleiben es zwei Städte – aber vielleicht tut sich ja im Denken der Menschen noch etwas.

Ich fahre über die Neißebrücke, und schon bin ich in Polen – aber doch irgendwie noch in der selben Stadt. Die Straßen sind ein wenig schlechter, die Verkehrsschilder sehen anders aus. Und überall wird für billige Zigaretten und Benzin geworben. Damit werden die Deutschen über die Neiße gelockt.
Ich stehe am polnischen Neißeufer und blicke rüber nach Deutschland. 1945 muss sich dort Schlimmes abgespielt haben. Guben ist heftigst bombardiert worden. Als die Stadt geteilt worden ist, mussten die Deutschen den neuen polnischen Teil verlassen.

Auf der polnischen Seite reden die Menschen – wie sollte es anders sein – polnisch. Obwohl ja eigentlich normal, geht das kaum in den Kopf. Man geht 100 Schritte über die Neiße und versteht die Menschen nicht mehr. Vermutlich können mehr Polen deutsch als andersrum.

Ich fahre mit dem Auto zurück nach Guben und laufe noch einmal rüber. Ich stehe vor dem alten Rathaus, das wohl vor 1945 für ganz Guben eine Bedeutung hatte. Im Kopfsteinpflaster ist noch zu erkennen, wo früher die Straßenbahn unterwegs war. Nach 1945 ist sie nicht mehr gefahren.
Ein paar Meter neben der Autobrücke über der Neiße befindet sich eine Fußgängerbrücke. Auch dort laufe ich rüber. Die Theaterinsel – das Theater ist im krieg zerbombt worden – liegt bereits auf polnischer Seite. Der Grenzübertritt ist an dieser Stelle so selbstverständlich, dass dort nicht mal mehr ein Grenzschild steht.

Ich würde gern mal die Gubener fragen, wie sie das erleben. Wie sie Gubin erleben. Ob sie den Eindruck von einer Stadt haben oder von zweien. Ob die polnische Seite nur zum Tanken genutzt wird oder ob sie auch sonst dort bummeln. Ob sie überhaupt bummeln gehen.

Ich verlasse Guben in Richtung Norden. Ich fahre durch Eisenhüttenstadt. Leider eine recht verfallene Stadt, zumindest die Teile, die ich gesehen habe. In der Straße der Republik (die DDR?) steht ein verlassener Hotelkasten, ramschig, runtergekommen. Lauter alte Wohnblöcke. Ein Hauch von DDR weht noch durch die Stadt.

Mein Ziel ist Frankfurt. Eine der Hauptverkehrsstraßen ist die Karl-Marx-Straße. Wie übrigens auch in Eisenhüttenstadt. Und in Guben. Karl Marx ist dort überall noch sehr präsent.
Durch die Breite der Oder machen Frankfurt und Slubice weniger den Eindruck, dass es sich dabei mal um eine Stadt handelte. Dabei war das heutige Slubice mal eine der Vorstädte von Frankfurt. Auch diese Stadt ist 1945 geteilt worden.
Ich nutze die Chance, in Slubice zu tanken. Der Sprit ist gut 15 Cent billiger als in Deutschland – was auch nicht mehr die Welt ist. Erstaunlicherweise ist das Benzin in deutscher Grenznähe übrigens auch nicht besonders billig. Kommt man weiter ins Landesinnere, in Richtung Berlin, ist es sogar billiger, und der Preisunterschied zu Polen wird noch kleiner. Die Mineralölunternehmen wissen schon, wie sie ihre Kohle bekommen.

Zum vierten Mal verlasse ich innerhalb von zwei Stunden Polen in Richtung Deutschland. Ein interessanter deutsch-polnischer, europäischer Trip liegt hinter mir. In eine Region, in der zwei Länder eng zusammenrücken – zumindest äußerlich.

Hits: 47