Tagesarchiv für 1. Mai 2014

RT im Kino

Für immer Single?

Donnerstag, den 1. Mai 2014

Single. Für immer. So lautet zumindest der Plan der drei Freunde Jason (Zac Efron), Daniel (Miles Teller) und Mikey (Michael B. Jordan). Mikeys Frau hat einen anderen, und nun steht die Scheidung an – da ist es doch ganz klar, dass die drei Männer zusammenhalten und ganz wie in alten Zeiten Frauen aufreißen.
Aber eine Beziehung? Nein, nein, das kommt nicht in Frage.
Wirklich nicht?
Als Jason Ellie (Imogen Poots) kennenlernt, kommt irgendwie die Liebe ins Spiel – auch wenn er sich das nicht eingestehen will. Und auch bei den anderen beiden Männern kommen Frauen ins Spiel, die mehr sind als One-Night-Stands.
Die Nicht-Beziehungsabmachung der Männer gerät stark ins Wanken.

Die Frage “Für immer Single?” dreht sich, wie man recht schnell merkt, nicht darum, dass da drei tumbe Kerle keine Frauen abkriegen – ganz im Gegenteil. Da gibt es Verkuppelungsspielchen und heißen Sex bis zum Abwinken. Auf den ersten Blick möchte man meinen, Tom Gormicans Komödie ist ziemlich pubertär. Dabei ist das durchaus alles recht erwachsen, was wir da sehen. Denn die Männer müssen recht schnell einsehen, dass ihr Prollgehabe eigentlich längst zu den Akten gelegt werden kann.
Der Film ist gespickt mit Anzüglichkeiten, Ha-ha-Pipi-Kacka-Pimmel-Witzen, andererseits aber auch ein Loblied auf die Freundschaft – und auf die Liebe natürlich auch. Und dass die eine oder andere quieksende Frau im Saal zu hören ist, wenn sich Zac Efron oben oder ganz ohne rekelt, soll natürlich nicht verschwiegen werden.

Für immer Single?
USA 2013, Regie: Tom Gormican
Universum, 96 Minuten, ab 12
7/10

Hits: 59

RTelenovela

Der Lustmolch

Donnerstag, den 1. Mai 2014
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Ach, ist das schön, dich mal wieder zu sehen. Ich freue mich so, dass ich dich mal wieder anfassen darf. Ich kann doch mal streicheln, oder? Herrlich. Das haben wir ja schon lange nicht mehr gemacht.

Keine Sorge, mir geht es gut. Aber die Szene in dem Lokal in Berlin-Schöneberg, die hat mich dann doch ein wenig verstört.
Am Tisch vor mir saßen eine Frau, vielleicht zwischen 50 und 60 Jahre alt, und ein Mann, um die 70 oder eher 80. Für ihn muss dieses Treffen ein echtes Event gewesen sein, ein erotisches Event.
Sie bestellten sich Apfelsaft. Oder besser: Er bestellte Apfelsaft und beömmelte sich. Denn der Apfelsaft ist gar keiner, sondern irgendein Whisky-Gesöff.

Zwischendurch sagte der Mann immer wieder, wie schön es doch sei, dass sich die beiden mal wiedersehen. Und immer wieder betatschte er ihren Arm und streichelte sie ein wenig. Im Gegensatz zu ihm waren die Worte der Frau kaum zu verstehen, weshalb auch unklar war, ob ihr das gefällt, was der Herr da machte.
Dass er sich freue, sie mal wieder zu sehen – und anfassen zu können – teilte er ihr alle paar Minuten mit.

Sie bestellten sich dann noch ein zweites Getränk, und er teilte ihr gleich mit, dass sie ja getrennt zahlen würden. Aber er freue sich ja so, dass sie endlich mal wieder zusammen sein können.
Es hat nur eine gute halbe Stunde gedauert, dann war das Treffen schon wieder beendet. Aber nicht, ohne dass er ihr mehrere Male mitgeteilt hat, dass er sich ja so gefreut hat, dass sie sich mal wieder gesehen haben. Und dass das ja so schön gewesen sei. Und ob er sie noch mal anfassen könne. Und ob er sie nach Hause begleiten dürfe. Und ob er noch mit nach oben kommen dürfe.

Zwischendurch klingelte das Handy des Mannes, aber er ging nicht ran, er ließ es klingeln. Irgendwann meinte er, er wüsste wer dran ist, und deshalb ginge er nicht ans Telefon. Woraufhin er ein bisschen dreckig lachte.
Sie nicht.
Sie schien dann doch unangenehm berührt gewesen sein, denn irgendwann brach sie dann doch recht schnell auf. Sie zahlten tatsächlich getrennt. Begrapschen scheint für den Mann selbstverständlich zu sein, für sie bezahlen nicht. Begleiten durfte er sie nicht, obwohl es ja, wie er zum gefühlten 39. Mal betonte, so schön gewesen sei, sie mal wieder getroffen zu haben. Bevor sie ging umarmten sich die beiden, aber ihr war das sichtlich unangenehm. Schnell machte sie sich vom Acker.

Der Mann unterdessen blieb noch, er ging ins Lokal – das Ganze spielte sich im Außenbereich an der Straße ab – und setzte sich an einen Tisch, an dem schon ein anderes Paar saß. Er muss in der Gegend wohl bekannt sein…

Hits: 33