Tagesarchiv für 10. April 2014

aRTikel

Grimassen vor dem Fotoshooting

Donnerstag, den 10. April 2014
Tags: , , ,

Philip Miram (19) aus Glienicke hält Menschen und Städte auf Bildern fest

MAZ Oranienburg, 10.4.2014

GLIENICKE
Kaum zu glauben, aber das da oben auf dem Foto ist London! Die Hauptstadt Großbritanniens hat Philip Miram fasziniert. Der 19-Jährige aus Glienicke fotografiert leidenschaftlich gern. Auf Reisen hat er seine Kamera immer mit dabei. In London wollte er vor allem die moderne Seite dieser Stadt einfangen. „Ich will aber auch an Orte kommen, die die Touristen nicht so schnell finden“, erzählt er. Es ist ihm wichtig, den Charakter einer Stadt einzufangen.

Dreieinhalb Jahre ist es her, dass Philip von seinen Eltern eine Spiegelreflexkamera geschenkt bekam. „Vorher hatte ich nur so ein kleines Teil, die hat natürlich längst nicht so gute Fotos gemacht“, erinnert er sich. Mit der neuen Kamera befasste er sich dann vor allem mit Landschaften, Stillleben und Porträts. „Letztere machen am meisten Spaß“, so Philip.

Für den Ego-Shoot hat Philip sein Model Matti speziell angemalt: Eine Hand im Gesicht, der Schriftzug „Ego“ auf dem Oberkörper. „Ich möchte möglichst viele Dinge ausprobieren“, erzählt der Glienicker. „Viele Menschen wirken auf Fotos anders als in der Realität.“
Das ist es, was Philip aus seinen „Models“ rausholen möchte. „Ich erlebe ganz oft, dass die Personen bei so einem Fototermin erst ganz schüchtern drauf sind, im Laufe der zwei bis drei Stunden ändert sich das aber, sie werden lockerer, und zum Schluss sind sie hellauf begeistert.“ Er sieht das auch als seine Aufgabe an: die Leute aufzulockern.
Eine Methode ist, dass er vorher mit ihnen eine „Grimassen-Halbe-Stunde“ einlegt, wie er das nennt. „Das hilft wahnsinnig, sich aufzulockern“, sagt Philip. „Mein Gegenüber, aber auch mich.“ Auch Streetphotography findet er faszinierend. Der am Morgen mit Anzug und Schlips zur Arbeit fahrende Banker in der vollen U-Bahn, der nicht ins Gesamtbild seines Umfeldes zu passen scheint.

Sein Abitur hat Philip am Hohen Neuendorfer Marie-Curie-Gymnasium abgelegt, jetzt studiert er an der Media-Design-Hochschule in Berlin-Kreuzberg. Er lernt, wie Grafiken erstellt werden. „In die Richtung Mediendesign soll’s dann auch mal gehen“, sagt er. Sein Schwerpunkt bleibt aber auch da die Fotografie. Creative Director – das könnte er sich vorstellen. Denn nebenher zeichnet und malt er auch, er probiert viel mit Photoshop.
Das ist sein großes Ziel, seine Vision: „Ich laufe über einen Platz in einer großen Metropole, und da hängt dann an einem Hochhaus ein riesiges Werbebanner – mit einem Foto, das von mir geschossen worden ist.“

Wo er in Zukunft leben und arbeiten wird, ist für ihn noch völlig offen. Bleibt er in Glienicke? Zieht er ins benachbarte Berlin? Oder nach Asien auswandern, also ganz weit weg? „Spannend fände ich auch die USA oder Südafrika“, sagt er. „Wo es mich hinzieht, zieht es mich hin.“
Schon jetzt verreist er zwei- bis dreimal im Jahr. Die Kamera ist immer mit dabei. „Ich brauche aber auch die Momente, bei denen sie im Hotel liegen bleibt“, sagt er. Das macht er dann ganz bewusst. „Man muss auch mal die Stadt, in der man sich aufhält, an sich genießen und fühlen können“, findet Philip.

Hits: 14

RTelenovela

Vor 20 Jahren (99): Die Wochenendshow

Donnerstag, den 10. April 2014
Tags: ,

(98) -> 8.3.2014

Sonntag, 10. April 1994
In unserer ersten Show waren Campino und der damalige ZDF-Unterhaltungschef Fredy Kogel zu Gast. Pur, Die Toten Hosen und Meat Loaf waren unsere Musikacts. Zwei Kandidaten traten gegeneinander an, in einem Computer-Autorennen, einem Nachrichtenspiel, der Passance, dem “Krieg und Frieden”-Kartenspiel, und “Master Mind” war das große Finalspiel. Das alles in nicht ganz 90 Minuten, inklusive drei (!) Werbeblöcken.

Es war Ausgabe 1 der “Wochenendshow”. Ausgestrahlt wurde sie jedoch nirgendwo. Sie fand ausschließlich bei mir zu Hause statt. Ein Freund und ich hatten schlicht Spaß daran, uns ein Konzept auszudenken, um das dann zu moderieren – nur eben ohne Kameras.
Bis zum Januar 1995 gab es elf Ausgaben der Show.

Wir waren damals 15, aber es war nicht mal das erste Mal, dass wir so was machten. Schon Ende der 80er, wir waren noch Kinder, hatten wir ähnliche Flausen im Kopf. Das Ganze nannte sich “Die Sonnabendabendshow” (in Sachen Showtitel waren wir nicht wirklich kreativ), und ob die ein Konzept hatte, weiß ich nicht mehr.

Es vergingen weitere vier Jahre, bis ich das erste Mal etwas moderierte – nämlich den Abigag meines Schuljahrgangs. Das war 1998. Im Jahr 2004 war ich einer der Moderatoren des Ehemaligenkonzerts an meiner alten Schule. 2007 ging es weiter mit der “10 Jahre Willi”-Show für die MAZ, und seit 2011 steht viermal im Jahr “Mitreden – Der Brunchtalk” auf dem Programm.

Hits: 16