Monatsarchiv für April 2014

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Murmel Murmel

Mittwoch, den 30. April 2014
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DI 29.04.2014 | Berlin, Volksbühne

Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel…

Reicht erst mal.
“Murmel” ist aber das Wort, das uns am Dienstag in der Volksbühne knapp 85 Minuten lang um die Ohren gehauen wurde. Und nur das. Murmel Murmel.
Deshalb hieß das Stück überraschenderweise auch genauso. Herbert Fritsch brachte Dieter Roths Ein-Wort-Stück auf die Bühne. Und es ist, nun ja, gewöhnungsbedürftig.

Eines muss man sich klar sein – und man wird sich das auch schnell klar: Einen Sinn hat das alles nicht. Null. Nie. Da sind elf Schauspieler, die slapstickmäßig rumhüpfen, rumkreischen, die sich bewegen und: Murmel.
In allen Variationen. Emotionslos gesprochen, geschrien, gesungen, gehaucht. Und das mal in Ganzkörperanzügen, mal in Ballettröckchen.

In all seiner Scheißigkeit ist das Stück dann aber doch ganz gut. Lässt man mal das doofe, murmelige Grundkonzept an sich weg, muss man defintiv die Arbeit der Schauspieler würdigen. Denn das Gemurmel hat – ja, wirklich – manchmal ein Konzept. Da muss unglaubliche Konzentration gefragt sein, wenn “Murmel” im Chor in bestimmten Intervallen aufgesagt werden muss. Und ein bisschen lustig ist dieser Mist ja auch.
Geradezu grandios ist aber die musikalische Begleitung von Ingo Günther, sphärisch, wummernd, säusend, auf jeden Fall klangstark. Auch das Bühnenbild mit bunten und beweglichen Bühnenwänden funktioniert prächtig und sorgt für Überraschungen.

Eines kann man sagen: “Murmel Murmel” ist ein Erlebnis, aber eines, das man nicht zweimal erleben muss. Die Sache mit der doch irgendwie guten Scheißigkeit muss man ja nicht noch extra ausreizen.

RTelenovela

Rügen 2014 (4): Steiles Beiboot

Mittwoch, den 30. April 2014
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(3) -> 29.4.2014

Das Schild machte mich neugierig: Hochuferweg nach Baabe, 2 Kilometer. Ähm, nein, spannender fand ich das Schild darunter: Vorsicht! Abbruch Steilküste! Lebensgefahr!
Irgendwie passten die beiden Schilder, unweit der Selliner Seebrücke, nicht zusammen. Soll man nun dort langlaufen oder nicht? Und könnte das lebensgefährlich sein?
Ursprünglich wollte ich mir ein sonniges Plätzchen zum Lesen suchen, deshalb hatte ich auch mein Buch in der Hand. Nun aber wollte ich wissen, was es mit dem Weg auf sich hat.
Ich lief los.

Der Waldweg war schmal, aber herrlich. Es ging zunächst leicht bergauf. Dort, wo ich loslief, war ich im Vergleich zum Strand schon recht weit oben. Immer wieder gab es Aussichtspunkte in Richtung Ostsee.
Was für ein Blick! Hoch oben über dem Strand hatte ich einen fantastischen Ausblick.
Ich hätte mich auf die Bank setzen können, um zu lesen. Aber plötzlich packte mich die Wanderlust – und das kommt nun wirklich sehr selten vor.

Steil bergauf, steil bergab. Immer wieder war klettern angesagt. Einige Stellen, die dicht an der Steilkante waren, sind abgesperrt worden. Abbruchgefahr! Dabei sah das von oben gar nicht gefährlich aus.
Ich hätte immer wieder umkehren können oder abbiegen – ab und zu kreuzte ich einen größeren Weg. Aber nein, ich lief weiter. Ich wollte das Abenteuer.
So lief ich auch über den Plattenweg hinweg, der von Sellin zum Strand führt. Ich spazierte durch den Wald, über schon blätterbedeckte Wege. Ich sah Bäume, die so wuchsen, dass ein großer Teil der Wurzeln über der Erde wuchs. Faszinierende Einblicke.

Inzwischen setzte ich mir auch ein Ziel. Bei meinem letzten Rügen-Trip hatte ich gesehen, dass das “Inselparadies” in Baabe saniert worden war. Dort wollte ich rast machen und dann zurücklaufen.
Irgendwann hatte ich aber genug vom Wald und von der Kletterei, ich lief Richtung Strandpromenade.
Am Cliffhotel vorbei erreichte ich Baabe. Leider war das Inselparadies dicht. Wie ich später erfahren habe, ist es wohl schwierig, einen Pächter dafür zu finden. Die Miete soll sehr hoch sein, und das Geschäft lässt sich nur vom Frühling bis Herbst machen. im Winter ist nichts los – und wer will diese finanzielle Gefahr eingehen. Wäre schön, wenn’s jemand versuchen würde.

Direkt neben dem Inselparadies ist eine neue Wohn- und Hotelsiedlung entstanden. Plus eine kleine Ladenzeile.
Mehr zufällig entdecktze ich dort ein echtes Kleinod: den Buchladen “Beiboot”. Er ist relativ schlicht eingerichtet, nur an den Wänden stehen Regale. Schnell fand ich das Bundestagsbuch von Roger Willemsen und zwei weitere Bücher, die mich interessierten. Mit drei Büchern in der Tasche – plus meinem schon angelesenen – verließ ich das Beiboot. Ich hoffe, dass sich das Geschäft, das ja recht abseits liegt, dort halten kann.

Von der Steilküste hatte ich genug, und überhaupt war meine Wanderlust so ziemlich verflogen. Ich lief also am Strand zurück von Baabe nach Sellin.
Von unten sieht die Steilküste übrigens ebenso imposant aus wie von oben. der Unterschied: Von unten sieht man sehr deutlich die Gefahr, die von den Gesteinen ausgeht. Dass man an einigen Stellen nicht oben am Rand stehen darf, erschließt sich von unten sehr deutlich. es kann nicht mehr all zu lange dauern, bis da wieder ein Abgang geschieht.

Völlig fertig kam ich an der Selliner Seebrücke an. Von Wanderungen hatte ich erst mal genug – auch wenn das eine stellenweise sehr schöne und vor allem spannende Wanderung war.

RT liest

Ally Kennen: Bullet Boys

Dienstag, den 29. April 2014

Eine Waffe. Und noch eine. Und noch Dutzende. Alex, Max und Levi entdecken in einem alten Schuppen ein illegales Waffenlager. Das Grundstück gehört zu einem militärischen Übungsgebiet, und die Frage ist, warum dort so viele Waffen gelagert werden.
Max bekommt es mit der Angst zu tun, und er verliert die Kontrolle. Ein Schuss fällt.
Er haut ab und rennt um sein Leben. Er wird verfolgt – von Soldaten und nicht nur von ihnen. Levi unterdessen verschwindet spurlos. Nur Alex kann sie aus dieser Situation befreien.

“Bullet Boys” ist ein Jugendkrimi, dessen düstere Stimmung besonders am Anfang für Spannung sorgt. Irgendwas liegt in der Luft, das spürt der Leser. Ally Kennen macht ihn sehr neugierig. Hinzu kommen sehr schöne Beschreibungen des Niemandslandes irgendwo in den USA.
Tatsächlich gibt es im Laufe der Geschichte auch einige interessante Wendungen, die ganz große Spannung kann allerdings mit dem Fortschreiten der Handlung nicht gehalten werden. Die Handlung beginnt sich leider in die Länge zu ziehen. Beim Showdown ist es dann schwierig, sich als Leser wieder zu motivieren.

Ally Kennen: Bullet Boys
dtv, 332 Seiten
5/10

RTelenovela

Rügen 2014 (3): English for you

Dienstag, den 29. April 2014
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(2) -> 28.4.2014

Einer der schönsten Augenblicke bei meiner kleinen Frühlings-Rügentour: Freitagmittag auf der Seebrücke in Göhren. Die Sonne scheint, es weht kaum ein Lüftchen, und ich sitze auf einer der Bänke und lese die Zeitung. Herrlich!
Erstaunlicherweise stehen sogar ganz interessante Sachen drin. In Göhren soll bald ein großer Lift gebaut werden. Denn der Ort selbst befindet sich auf einem Berg, und wer zum Strand und zur Seebrücke will, muss erst ziemlich weit runter laufen.
Ich drehe mich zum Ufer und sehe die Stelle, wo der Fahrstuhl entstehen soll. Das nenne ich doch mal einen guten Service der Zeitung, gleich mal erfahren zu haben, was die Baulücke da hinten bedeutet.

Weiter nach Middelhagen. Als ich das letzte Mal dort war, ging das Schulmuseum gerade in die Winterpause. Diesmal konnte ich rein. Es ist nicht sehr groß, es war ja auch nur eine kleine Dorfschule. Es besteht aus dem Unterrichtsraum, einer Art Küche und der Lehrerwohnung. Interessant! Man kann sich ansehen, auf welchen engen Schulbänke die Kinder sitzen mussten – von ganz früher bis zu DDR-Zeiten. Auch liegen noch altze Schulbücher zur Ansicht, zum Beispiel der alte DDR-Atlas, den ich auch noch zu Hause habe oder Lesebücher und “English for you” für die Klasse 8.
In der Lehrerwohnung sieht man die alte Wohn- und Schlafzimmereinrichtung. Sogar elektrisches Licht gab es schon, in einer recht interessanten Konstruktion.

Direkt gegenüber ist nach eigenen Angaben das älteste Lokal der Insel Rügen. Im sehr schönen Außenbereich “Zur Linde” kann man herrlich sitzen und lesen – und natürlich essen. Das Bauernfrühstück jedenfalls ist extrem lecker.
Ein herrlicher Sonnennachmittag!

RTZapper

Sport extra: Finale WM 1990

Montag, den 28. April 2014
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SO 27.04.2014 | 23.30 Uhr | SWR-Fernsehen

Wird Deutschland Fußball-Weltmeister?
Okay, die Frage war am Sonntagabend beim SWR jetzt doch nicht sooo spannend, denn die Fußball-Übertragung war eine Wiederholung vom 8. Juli 1990. In Italien standen Deutschland und Argentinien im Finale, und die Deutschen haben durch einen verwandelten Foul-Elf-Meter gesiegt. Bis heute, 2014, das bislang letzte Mal. Und mal wieder hoffen wir auf ein Sommermärchen – diesmal in Brasilien.

24 Jahre alt war die Sendung, heute eine halbe Ewigkeit. Natürlich hingen wir auch vor dem Fernseher. Damals gab es keine Dauereinblendungen mit Spielstand und Spielzeit. Keine Mikros überall im Stadion, dafür immerhin zwei Kommentatoren, die das Spiel damals im Ersten begleiteten.

Das Interessanteste hat der SWR in seinem “Sport extra” aber leider nicht gezeigt: Als Deutschland mit 1:0 Weltmeister wurde, wurde auch der Bildschirm schwarz. Der SWR beendete die Sendung, dabei ist es doch gerade da erst richtig emotional geworden. Die Siegesfeier, den Jubel, die Übergabe des Pokals – all das ließ der SWR weg. Da muss man auch erst mal drauf kommen…

RTelenovela

Rügen 2014 (2): Hektik um 19.55 Uhr

Montag, den 28. April 2014
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(1) -> 26.4.2014

Was die Ladenöffnungszeiten angeht, ist man inzwischen sehr verwöhnt. Will ich zu Hause in Oranienburg um 21.30 Uhr noch einkaufen gehen, habe ich in mehreren Geschäften dazu die Gelegenheit.
Auf Rügen besteht – gerade jetzt, in der Vorsaison – kaum Bedarf zu solch langen Öffnungszeiten. Allerdings hatte ich mich auf die 20-Uhr-Marke eingestellt. Also legte ich erst gar keine Hektik ein, als ich in Sellin noch die Seele baumeln ließ. Ich hatte ja Zeit.

Es war etwa 19.40 Uhr, als ich mich vom Hotel aus auf den Weg zum Supermarkt machte. Immer noch ohne Hektik.
Dann aber der Schock. Als ich auf den Selliner Edeka-Parkplatz fahre, sehe ich: Der Laden ist schon dicht. Bereits um 19 Uhr ist dort Feierabend. Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet.

Und nun war sie da: die Hektik. Ich hatte nicht mehr viel Zeit bis 20 Uhr, aber noch die Hoffnung, dass es Läden gibt, die länger geöffnet haben als Edeka.
Netto am Selliner Ortsrand hat bis 20 Uhr geöffnet, und Lidl in Baabe ebenfalls. Als ich in Baabe auf den Parkplatz fuhr, hatte ich noch genau drei Minuten.
Aber sie haben ausgereicht, um schnell noch das zu kaufen, was ich haben wollte.

ORA aktuell

Am Oranienburger Kanal: Bauarbeiter schwer verletzt

Sonntag, den 27. April 2014

Ein Bauarbeiter ist am Freitagnachmittag von einem Dach gefallen und vier Meter tief gestürzt. Dabei hat er sich schwer verletzt. Er war einer von zwei Männern die in der Oranienburger Straße Am Kanal mit Abrissarbeiten beschäftigt waren. Ein Hubschrauber brachte den Mann nach Berlin.