Monatsarchiv für Februar 2014

RTelenovela

Rückenschule (2): Noch mal paddeln, bitte!

Mittwoch, den 26. Februar 2014
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(1) -> 9.1.2014

So schnell kann’s gehen: Die Rückenschule, bei der ich jetzt jede Woche mitgemacht habe, ist schon wieder zu Ende. Im April soll es an selber Stelle weitergehen, dann beginnt der Nachfolgekurs, aber da stehe ich bislang nur auf der Warteliste.

Das Ganze fand zwar nur einmal pro Woche für je eine Stunde statt, aber das ist für den Anfang besser als nichts. Dem Rücken haben die Übungen sehr gut getan, das merke ich daran, dass ich weniger Schmerzen habe als bisher. Am Ende schloss sich auch der Kreis, in dem wir wieder – wie schon in der ersten Stunde – paddelnd auf der Matte lagen.
Und einen Übungszettel habe ich hier nun auch zu liegen – und muss ich mich nur noch dazu entschließen, ab und zu auch mal eben jene Übungen zu machen, die ich in den vergangenen Wochen gelernt habe.

Zum Beispiel die: Ganzkörperkräftigung.
Stütz dich im Vierfüßlerstand auf den Unterarmen und Knien ab, die Zehen sind aufgestellt, die Knie stehen etwa 10 Zentimeter hinter den Hüftgelenken. Wirbelsäule ausrichten. Rumpfmuskulatur anspannen. Den Rücken geradehalten, den Kopf in Verlängerung der Wirbelsäule. Hebe deine Knie einen Zentimeter vom Boden ab, halte die Position für 15 Sekunden, atme gleichmäßig weiter und achte darauf, die Lendenwirbelsäule nicht einzuknicken.
Und nun du.

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RT liest

Joachim Meyerhoff: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war – Alle Toten fliegen hoch, Teil 2

Mittwoch, den 26. Februar 2014

Teil 1 -> 27.7.2011

Das Leben in einer Psychiatrie. Das ist für den jungen Helden in Joachim Meyerhoffs Roman ganz normal. Sein Vater ist der Direktor einer Kinder- und Jugendpsychiatrie, und die Familie lebt in einem Haus auf dem Klinikgelände.
Er erlebt den Klinikalltag ganz nebenbei, wenn er von der Schule kommt, draußen spielt oder wenn der Vater Geburtstag hat.
Er wächst ansonsten wohlbehütet und finanziell sorgenfrei auf, er ist der jüngste unter drei Brüdern, seien Mutter ist zu Hause und kümmert sich. Und dennoch findet er selten Zugang zu seinem Vater, er bleibt ihm seltsam fremd, vermutlich auch, weil der Vater viel mehr im Klinikalltag aufgeht als im Familienalltag. Das ändert sich erst, als der Vater alt ist und sein Sohn ihn wieder besuchen kommt und einen gebrechlichen, kranken Mann vorfindet.

“Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war”, fragt Joachim Meyerhoff mit seinem Romantitel. Daraus spricht wohl der Wunsch nach Familiengeborgenheit, die er scheinbar nie wirklich empfunden hat. So kommt es auch in seiner Geschichte heraus.
Warmherzig und gleichzeitig distanziert schreibt Meyerhoff über sein Leben, die Kindheit und über die Familie. Das ist mal heiter, mal traurig, bedrückend und rührend. Man könnte sagen: So, wie das Leben ist, auch wenn Meyerhoffs Familie eben nicht so ist, wie das Lebend er meisten ist. Ein oft interessanter, wenn auch nicht durchweg spannender Familienroman.
Teil 2 von Meyerhoffs Reihe “Alle Toten fliegen hoch” kann man auch lesen, ohne Teil 1 zu kennen. “Amerika” liegt zeitlich inmitten dieser Geschichte, sie wird hier sogar angerissen.

Joachim Meyerhoff: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war – Alle Toten fliegen hoch, Teil 2
Kiepenheuer & Witsch, 351 Seiten
7/10

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RTZapper

Der Restauranttester

Mittwoch, den 26. Februar 2014
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MO 24.02.2014 | 0.55 Uhr (Di.) | RTL

Steffen Henssler geht in der Kneipe erst mal aufs Klo. Nicht weil er ein dringendes Bedürfnis hat, sondern weil er sehen will, ob das Örtchen sauber ist. Henssler ist der neue Christian Rach bei RTL, er ist “Der Restauranttester”.

Nach Rachs Weggang zum ZDF heuerte RTL musste Ersatz her für die durchaus hoch angesehene Dokureihe. Lebte sie doch als eine der wenigen Realityreihen davon, so echt wie möglich zu sein.
Steffen Henssler will diese Tradition nun offenbar fortsetzen, aber er macht das anders als Rach. Der war durchaus charmanter, meist ruhiger. Henssler wirkt manchmal unbeherrschter, er scheißt die Leute auch mal so zusammen, dass es phasenweise nicht mehr sympathisch wirkt. Aber vermutlich will er das auch nicht sein, oder es geht ihm darum gar nicht.

Allerdings war sein erster Fall auch hart. In einem Lokal in Remscheid bekam er nur Fertigfraß vorgesetzt – und saure Nudeln. Da wäre vermutlich sogar Rach laut geworden. Hinzu kam eine desolate Küche und ein Chef, der das alles irgendwie nicht ernst nahm.
Da war Hensslers ganze Kraft gefragt, er wie er Berserker stapfte er durch das Lokal. Auch wenn ihm ein wenig von der Wärme fehlt – und man deshalb den Rach dann doch öfter mal vermisst – er bringt ordentlich frischen Wind ins Format. Ob Henssler aber auch das Alleinstellungsmerkmal der bisher durch Rach geprägten seriösen Dokureihe halten kann, wird sich aber noch zeigen.

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RTZapper

Liebe mit 16

Dienstag, den 25. Februar 2014
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MO 24.02.2014 | 23.40 Uhr | MDR-Fernsehen

Dem MDR wird immer mal wieder vorgeworfen, immer und immer wieder in der DDR-Zeit zu schwelgen und es mit der (N)Ostalgie zu übertreiben. Aber warum eigentlich? Wenn der SWR irgendwelche ollen Kamellen aus den 70ern zeigt, dann ist das doch auch in Ordnung. Und der MDR hat mit dem Fundus des Fernsehens der DDR und dem Filmarchiv einen riesigen Schatz, der nicht ungesendet verstauben sollte.

Ich bin jetzt 35 und habe nur knapp zwölf Jahre DDR miterlebt, aber dennoch interessiere ich mich für die DDR-Geschichte und Kultur dieses Landes, das ja auch meine Heimat war und ist.
Und es ist definitiv auch nicht so, dass alle Filme bloße DDR-Propaganda ist.

Der MDR zeigte am Montagabend den Film “Liebe mit 16” aus dem Jahr 1974. Unglaubliche 40 Jahre alt, aber immer noch unbedingt sehenswert. Ich möchte fast sagen: eine echte Entdeckung. Zumindest für mich, der von diesem Film vorher noch nie gehört hat.

Es geht um Ina (16) und Matti (18), die sich nach Startschwierigkeiten ineinander verlieben. Eigentlich eine ganz simple Story. Aber der Film lässt den Zuschauer ganz nebenbei in ein Stück Schweriner DDR-Alltag in den 70ern eintauchen. Da gibt es Seitenhiebe auf die Art des Schulunterrichts oder auf die mitunter seltsame Art der Erziehung – da nehmen sich wahrscheinlich die DDR und die alte Bundesrepublik nicht viel.
Was ich an vielen der alten DDR-Filmen mag sind der Ton, der Stil, in dem die Geschichten erzählt werden – und vor allem die Zwischentöne. Viele Dinge durften ja in der DDR nicht direkt angesprochen werden, und so kam die Kritik oft “eher hintenrum”.
Musik spielte eine große Rolle, wenn dort jemand im Hintergrund singt, dann haben die Texte ganz sicher irgendwie mit der Situation zu tun.

In “Liebe mit 16” ist die Geschichte schlicht, aber schön erzählt. Ina und Matti werden ein Paar, die Eltern brauchen eine Weile, sich daran zu gewöhnen. Sie hat Angst, ihre Unzulänglichkeiten preiszugeben. Er will schneller zur Sache kommen, sie nicht. Und dann noch dieser Tanzkurs und der Abschlussball. Er brauche das alles nicht, sagt Matti. Das Fazit ist simpel: Nur die Liebe zählt. Ganz schlicht.
So endet der Film recht unspektakulär, doch dennoch hat man ein Lächeln auf den Lippen.

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RTelenovela

Nix los auf dem Schiff

Dienstag, den 25. Februar 2014
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Eine Meldung auf der Internetseite der Stadt Oranienburg hat mich stutzig gemacht. Dort werden Schließzeiten des Bürgeramtes und der Barkasse vermeldet.
Barkasse? Ist das nicht ein Schiff? Im Hamburger Hafen sieht man viele Barkassen. Aber von Barkassen habe ich in Oranienburg bislang noch nichts gehört.
Oder hat sich jemand verschrieben und die “Sparkasse” gemeint? Aber warum sollten die vermelden, wann die Bank schließt?
Ein Kollege meinte noch: Es könnte sich ja auch um Autos handeln, um Barkasse, also die Mehrzahl vom Barkas, so eine Art DDR-Bully.

Aber nix da. Kein Schiff, kein Auto, sondern eine Barkasse. Es handelt sich um Geld, Bargeld. Und eine Kasse, bei der man das Bargeld abgeben darf. Und die hat geschlossen. Hätten wir das also auch mal geklärt…

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RT im Kino

Stromberg – Der Film

Montag, den 24. Februar 2014

Es gibt einen Grund zu feiern: Die Capitol-Lebensversicherung wird 50! Was aber die meisten der Mitarbeiter nicht wissen: Nach der großen Firmenfeier beginnt eine Entlassungswelle.
Als Bernd Stromberg (Christoph Maria Herbst) das zufällig mitbekommt, beschließt er, mit seiner kompletten Belegschaft zu dieser Feier zu reisen. Bislang hatte er das strikt abgelehnt und sich mit Mitarbeiter Ernie (Bjarne Mädel) darüber gezofft, weil Ernie unbedingt hin wollte.
Dass diese Party in einem absoluten Chaos endet, ahnt allerdings niemand.

Man könnte meinen, “Stromberg – Der Film” sei eine Komödie. In der Tat gibt es auch einige lustige Momente und viele Schmunzler. Aber er ist viel mehr als nur das. Er ist zwar keine Doku, er erzählt aber trotzdem einiges über unsere Wirtschaft. Über Werte und die Art, wie Chefetagen die Mitarbeiter behandeln.
Sicher, Bernd Stromberg ist das alte Ekel geblieben, und so muss das ja auch sein. Aber der Film bietet eine weitere, durchaus ernste Ebene. Er erzählt davon, wie Firmenbosse einerseits vom Sparen reden und andererseits für gewisser andere Dinge das Geld aus dem Fenster schmeißen. Solche Fälle wird jeder kennen, der in einer Firma arbeitet, in der es heißt, es müsse gespart werden. Und plötzlich wird aus diesem Stromberg zwar kein anderer Mensch – aber es scheint plötzlich, dass er die Seiten wechselt und, ja, menschliche Züge bekommt.
Autor Ralf Husmann hat mit “Stromberg – Der Film” wieder Tolles geleistet, nicht einfach nur eine billige Komödie, in der nur fortgesetzt wird, was die Serie ausmachte. Der Film geht weit darüber hinaus. Und das mit geschliffen scharfen Dialogen und Pointen auf den Punkt. Dazu ein Schauspielensemble, das den Büroalltag und den Ausflug so realistisch darstellt, als wäre man dabei.
Und im Abspann stehen übrigens alle jene Fans, die den Film mitfinanziert haben. Crowdfounding hat “Stromberg” fürs Kino erst möglich gemacht.

Stromberg – Der Film
D 2013, Regie: Arne Feldhusen
NFP, 123 Minuten, ab 12
8/10

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RTelenovela

Mitreden – Der Brunchtalk (9)

Montag, den 24. Februar 2014
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-> 7.10.2013

Zum neunten Mal trafen wir uns nun schon zum Brunchtalk im Kremmener Theater “Tiefste Provinz”. Draußen schien die Sonne, es war bereits schönes Frühlingswetter mitten im Februar. Passend zur heißen Karnevalsphase ging es auch bei uns zeitweise faschingsmäßig zu.

Reiko Meißner ist der Präsident des Karneval-Clubs Kremmen, der in diesem Jahr seine 50. Session feiert. Erst am Abend zuvor fand die faschingssitzung in Perwenitz statt, und das hörte man Meißner auch ein wenig an. Die Stimme schien ein bisschen angegriffen zu sein. Er erzählte darüber, dass der Fasching heutzutage weniger politisch ist als früher mal. Die Leute haben es immer und überall mit Politik zu tun, deshalb spiele sie im Karneval nicht mehr die große Rolle.
Nach der Pause traten sein Sohn Marc und seine Tanzpartnerin bei uns auf – sie zeigen einen Paartanz. Allerdings leicht gebremst, denn die Bühne ist klein, und bei Hebefiguren ist Vorsicht geboten. Oben hängen schließlich Scheinwerfer. Sie haben trotzdem großen Applaus bekommen.

Herr O. aus Manker ist eigentlich Polizist, aber als Hobby hat er sich dem Singen verschrieben. Nachdem er an einem Wettbewerb relativ erfolgreich teilgenommen hat, tritt er nun regelmäßig auf Festen auf. Und seine Stimme klingt richtig gut! Zwei Lieder hat er uns präsentiert – Pop und Schlager – und bewiesen, dass er es wirklich drauf hat. Aber auch über seinen Polizeidienst in der ländlichen Region hat er uns etwas erzählt. Dass er seinen Job so gut wie möglich machen möchte, aber die Polizei nicht immer schnellstmöglich an jedem Ort sein könne.

Stargast des Tages war diesmal Matthias Platzeck, der ehemalige Ministerpräsident von Brandenburg. Er erzählte, dass es immer noch nicht wesentlich mehr Freizeit hat, denn auch als Abgeordneter habe er viele Aufgaben und zudem diverse ehrenamtliche Tätigkeiten. In Bezug auf den Karneval sei es ihm anfangs schwergefallen, dass man bei diesen Sitzungen auch auf ihn “eingedroschen” hat – humorisch natürlich, aber trotzdem ernsthaft. Später sei das andersrum gewesen, er wäre enttäuscht gewesen, wenn er nicht “Mode” gewesen wäre. Zudem er sich solche Kritiken durchaus zu Herzen genommen habe und sich durchaus fragte, was dran gewesen sei.

Aus unserer Sicht war es eine abwechslungsreiche, kurzweilige Runde, in der wir die heiteren und ernsten Seiten des Lebens besprochen haben.
Weiter geht’s im Mai.

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