Tagesarchiv für 8. Januar 2014

aRTikel

Neue Musik im alten Schweinestall

Mittwoch, den 8. Januar 2014
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Jan Rase und Petra Kleinke leben seit neun Jahren in Groß-Ziethen und betreiben ein Tonstudio

MAZ Oranienburg, 8.1.2014

GROSS-ZIETHEN
In dem Raum, in dem Jan Rase und Petra Kleinke ihr Tonstudio haben, war früher der Schweinestall. Seit neun Jahren lebt das Paar im Kremmener Ortsteil Groß-Ziethen. „Als wir das erste Mal hier waren, war es regnerisch-grau und matschig“, erinnert sich Jan Rase. Gefallen hat es ihnen trotzdem, und schnell sind die Berliner im Dorf heimisch geworden.
„Das eigene Studio war ein Traum“, sagt der 46-Jährige. „Vier Jahre haben wir gebraucht, um es auszubauen, wir haben alles selbst gemacht, gemeinsam mit Freunden.“ Vorher produzierten die beiden in Berlin. Fünf bis zehn Bands pro Jahr kommen nach Groß-Ziethen, um bei der Tonicum-Musikproduktion Songs aufzunehmen. Erst am vergangenen Wochenende waren die Musiker von „Dalibors Roadshow“ für drei Lieder für eine Promo-CD im Studio. Andreas Dalibor will demnächst noch mal für den Gesang vorbeikommen.

Das Studio im ehemaligen Schweinestall ist allerdings nur ein Nebengeschäft. Jan Rase verdient hauptsächlich mit Musik für Werbung und PR-Filme sein Geld. Zu seinen Kunden gehören Miele, Audi und Dr. Oetker. Auch unter anderem für den Sat.1-Film „Ben und Maria“ lieferte er einen Teil des Soundtracks. „Mein Traum ist es, mal die Musik für einen Kinofilm zu schreiben“, so Jan Rase.
Seine Frau Petra Kleinke ist eigentlich Heilpraktikerin, aber auch sie beschäftigt sich in der Hauptsache mit Musik – vor allem für Kinder. Ihr aktuelles Projekt heißt „Emma und Tim“. Dahinter verbirgt sich eine Art musikalische Reise, eine Geschichte mit Liedern und Zwischentexten. Mit solchen Mitmachkonzerten tritt sie vor allem in Kindergärten und auf Kinderfesten auf. Auch eine CD gibt es davon, eine zweite ist in Arbeit. Außerdem leitet sie Band-AGs am Oranienburger Mosaik-Gymnasium sowie an der Kinderschule Eden.

Auf ihrem Hof am Groß-Ziethener Ortsrand veranstalten sie hin und wieder Zeltlager für Kinder, die dann sowohl das Landleben genießen, aber auch Lieder aufnehmen können. Meist stehen solche Events am Ende von Projektwochen, in denen sich die Kinder mit der Musik schon beschäftigt haben. „Das wollen wir gern ausbauen“, sagt Petra Kleinke. „Wir haben einen großen Hof, den möchten wir teilen und Angebote machen.“ Selbst Kinder, die auf dem Land leben, könne man mit Tieren immer noch begeistern, freut sich die 44-Jährige.

Gemeinsam spielen sie in einer Band namens Pitsch. „Das ist ein tolles Spaßprojekt“, sagt Jan Rase. Deren Musik ist beeinflusst vom HipHop, Funk, Reggae, Soul, Jazz und weiteren Stilen. „Wir nehmen gerade die erste CD auf und sind sehr euphorisch.“ Am 17. Januar treten die beiden mit Pitsch in der Junction-Bar in Berlin-Kreuzberg auf.
Aber auch in der heimischen Kultur engagieren sie sich. „Hier in Groß-Ziethen wird auf dem Schloss ja einiges geboten“, sagt Jan Rase. Allerdings nutzen das nur Gäste von außerhalb, die Dorfbewohner selbst gehen da selten oder nie hin. „Das finde ich schade“, sagt der Musiker. „Andererseits gibt es hier in der Region viele Leute mit Ideen.“ So treten sie am 20. Januar auch wieder bei der Open Stage in Andreas Dalibors „AckerBurger“-Bistro auf. „Das ist eine tolle Sache, denn da entstehen viele überraschende Kontakte“, sagt Petra Kleinke.

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RTZapper

Die Knoff-hoff-Show

Mittwoch, den 8. Januar 2014
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MO 06.01.2014 | 17.20 Uhr | zdf.kultur

Das Fernsehen von früher wird ja gern mal verklärt. In den 80ern sei alles viel besser gewesen, dagegen sei ja heutzutage alles Mist.
Auch “Die Knoff hoff Show” gilt noch heute als Kult. Joachim Bublath, Mister Wissenschaft beim ZDF, schaffte Mitte der 80er erstmals den Spagat zwischen Wissenschaft und Unterhaltung. Gemeinsam mit Ramona Leiß zeigte er lustige Experimente und physikalische Besonderheiten.

Auf zdf.kultur gibt es jetzt wieder jeden Montagnachmittag eine Folge. Interessant und witzig ist die Show immer noch. Aber trotzdem: aus heutiger Sicht auch sehr trutschig und bieder. Das Markenzeichen der “Knoff hoff Show” war immer eine Big Band, die zwischendurch ein Ständchen brachte.
Aber warum eigentlich? Wer braucht Musik in einer Wissenschaftssendung. Brauchte Herr Bublath zwischendurch ein Raucherpäuschen? Musste Frau Leiß gepudert werden? Sollten die Pausen durch das doofe ZDF-Publikum genutzt werden, um sich Notizen zu machen?
“Die Knoff hoff Show” 2013 sähe sicherlich ganz anders aus.

Hits: 27

RTelenovela

Krank? Keine Zeit!

Mittwoch, den 8. Januar 2014
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Angela Merkel ist krank. Dummerweise ist sie aber unsere Budneskanzlerin, und da hat sie keine Zeit, krank zu sein.
Wie es heißt, ist sie im Skiurlaub mehrmals gestürzt. Übrig blieb eine Beckenverletzung. Der Arzt hat ihr drei Wochen Pause verordnet.

In der Politik aber sind drei Wochen eine Ewigkeit. Und deshalb humpelt Angela Merkel trotzdem ins Bundeskanzleramt, um die erste Kabinettssitzung zu leiten. Sie dem Vizekanzler Gabriel von der SPD zu überlassen, schien nicht in Frage zu kommen. Auch die Sternsinger zu begrüßen, war wichtiger als die Bettruhe.
Ist es wirklich so, dass ranghohe Politiker sich eine Auszeit nicht leisten können? Gelten sie dann tatsächlich als schwach?
Wenn ja: Das wäre dann schwach.

Hits: 23

RTZapper

Unser Traum vom Haus

Mittwoch, den 8. Januar 2014
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SO 05.01.2014 | 23.25 Uhr | VOX

Da werden mir Häuslebauer bestimmt zustimmen: So ein Hausbau funktioniert ja nie so, wie man sich das mal gedacht hat. Da passiert eben die eine oder andere Katastrophe.
Wenn du aber möchtest, dass alles glatt geht, dann habe ich einen sehr wertvollen Tipp für dich: Lass’ deinen Bau bloß nicht von VOX filmen, denn dann geht wirklich alles in die Hose. Alles.

“Unser Traum vom Haus” heißt eine Dokureihe, die VOX am Sonntag zeigte. Allerdings wird für die dort gezeigten Leute der Traum zum absoluten Alptraum. Es könnte natürlich auch sein, dass das VOX-Team bei der Auswahl der Kandidaten einfach nur Pech gehabt hat.
Da ist zum Beispiel die Familie aus Schmachtenhagen. Der Bauherr hat irgendwie, nun ja, geschludert. Der Lkw mit den Bauteilen fährt sich fest, ein zweiter Lkw taucht plötzlich auf, der angeblich nicht geplant war, und das in einer kleinen Waldsiedlung mit schmaler Straße. Und irgendwie passt auch nichts zusammen. Ein fehlt ein Stück vom Plan, die rechten Winkel des neuen Hauses sind ein wenig unrecht, und überhaupt: Die Nerven liegen blank.

Eine andere Familie baut in Oberkrämer, und in vier Wochen will sie schon einziehen. Aber auch da klappt nichts so, wie es soll. Die Nerven liegen blank. Auch dort.
Und dann ist da noch der Schauspieler Hakim Michael Meziani, der in Maschen in einem echten Alptraumhaus lebt. Überall regnet es durch, die Haustechnik streikt. Alles Mist, und, ja, die Nerven liegen blank.

Des einen Leid, des anderen Freud’. Eine Dokusoap wie “Unser Traum vom Haus” lebt von diesen Unglücken. Wäre ja sonst langweilig. Es sind eben Geschichten, die das Leben schreibt. Oder vielleicht ja auch Autoren.

Hits: 31