Tagesarchiv für 20. November 2013

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: PK zu “Buddy”

Mittwoch, den 20. November 2013
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DI 19.11.2013 | Berlin, CineStar-Eventkino

Natürlich kommen sie, die Fragen zu “Bully macht Buddy“. Ob das geplante PR für Bullys neuen Kinofilm “Buddy” sei, wollen gleich mehrere Journalisten wissen. Doch Michael Bully Herbig lächelt den Vorwurf weg. Er habe einfach Spaß daran gehabt, endlich auch mal in Deutschland eine Sitcom zu produzieren, und jetzt habe es einfach gepasst. Ginge es nach ihm, würden sich deutsche Produzenten und Sender vielleicht nun auch öfter trauen, so etwas hierzulande herzustellen und das Feld nicht nur den Amis zu überlassen.

Am Dienstagmittag stellte Bully im Berliner CineStar-Eventkino seinen neuen Film “Buddy” vor. Darin spielt Alexander Fehling den jungen Mann Eddie, der von seinem Schutzengel Buddy (Herbig) schwer genervt ist – um es mal vorsichtig auszudrücken.
Für Alexander Fehling waren die Dreharbeiten eine spannende Sache, denn Komödien seien bislang nicht sein Fach gewesen. Aber er hat sich darauf eingelassen, erzählte er am Dienstag in der Pressekonferenz.
Michael Bully Herbig ist froh über seinen Hauptdarsteller. Der Wahnsinn in Fehlings Augen in der Szene, in der Eddie seinem Psychaiter vom Schutzengel erzählt – das sei seine Lieblingsszene, so der Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Hauptdarsteller.

Harmonie sei beim Dreh sehr wichtig, so Bully weiter. Am Set auszurasten sei nicht sein Ding, er könne das gar nicht. Es sei ihm sofort peinlich, wenn er mal lauter wird.
Auf die Frage von Moderator Steven Gätjen sagten auch Mina Tander, Daniel Zillmann und Alexander Fehling, dass es sehr angenehm sei, mit Bully zu arbeiten. Eines war für Fehling jedoch neu: Dass sein Schauspielpartner auch Regisseur ist, plötzlich aus der Rolle falle und sagt: “Das müssen wir nochmal machen!”

Die Kritik für “Buddy” fällt an diesem Dienstag durchweg gut aus – und das völlig zurecht. Der Film ist witzig, hat aber auch viele melancholische Augenblicke. Passend zu Weihnachten, denn der Film startet am 25. Dezember in den deutschen Kinos.
An diesem Tag gibt’s auch die Kritik hier im Blog.

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RTelenovela

Bahnbekanntschaften (75): Rückwärts?!

Mittwoch, den 20. November 2013
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(74) -> 21.7.2013

Es ist eines der beliebtesten Gesprächsthemen in der Bahn. Auch heute wieder. Der Regionalexpress verlässt gerade Oranienburg, als dieser Satz fällt: “Rückwärts fahren?!”
Eine Frau spricht ihn aus, und es ist eine Mischung aus Empörung und Unwohlsein dabei. “Ich kann nicht rückwärts fahren!”, sagt sie zu ihrem Begleiter. Sie hat allerdings keine Wahl – es gibt keine Vorwärts-Sitzplätze mehr, und deshalb entscheidet sie sich, in den nächsten Waggon zu laufen.

Warum ist das eigentlich so? Warum können oder wollen viele Menschen nicht rückwärts fahren? Was ist denn so anders? Schließlich kann man genauso aus dem Fenster sehen. Mir ist jedenfalls noch nie schlecht geworden, wenn ich mal nicht vorwärts fahren konnte. Aber es scheint regelrechte Phobien dagegen zu geben, fehlen nur noch entsprechende Tütchen, falls dabei doch wieder das Frühstück hochkommen sollte.

Am Abend, ich fuhr mit der S-Bahn wieder zurück, teilte ich erneut das Rückwärts-Schicksal. Als der Waggon sich in Wittenau leerte, wollte ich dann aber doch auch vorwärts fahren. Keine Ahnung, warum. Schlecht war mir jedenfalls nicht.

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RT im Kino

Quellen des Lebens

Mittwoch, den 20. November 2013

Die Geschichte einer Familie in der Bundesrepublik. Oskar Roehler hat für “Quellen des Lebens” ein sehr sehenswertes Familienepos geschaffen.

Alles beginnt 1949, der Zweite Weltkrieg ist gerade mal vier Jahre zu Ende, die Folgen sind aber immer noch spürbar. Erich (Jürgen Vogel) kehrt aus der Gefangenschaft zurück, doch in seiner Familie fühlt er sich fremd. Nur mühsam gelingt es ihm, sich wieder zurechtzufinden. Sein Sohn Klaus (Kostja Ullmann, später Moritz Bleibtreu) ist es, der ihm dabei hilft. Klaus lernt bald eine Frau kennen und lieben, sie bekommen einen Sohn, doch Klaus’ Frau stößt das Kind ab. Er muss sich allein um ihn kümmern, und damit kommt er nicht klar. Lars (Yann Grouhel) möchte am liebsten bei seinen Großeltern bleiben, darf aber nicht. So führt der Junge in Berlin ein zunächst tristes Leben, bevor er in eine Jugendgang gerät…

Der fast drei Stunden lange Film wäre sicherlich auch eine interessante Serie geworden, aber Oskar Roehler hat sich für einen mehr als abendfüllenden Stoff entschieden. Wir tauchen in die Geschichte der Freytags – in die verschiedenen Generationen. Ein Leben, das auch von der Geschichte beeinflusst ist. Die Nachkriegszeit, der Mauerbau, der erste Italien-Urlaub, das Wirtschaftswunder. Die Familie hat’s alles erlebt. Aber natürlich stehen die internen Probleme im Vordergrund. Der Opa, der geschuftet hat. Seine Frau, die ihren Mann eigentlich nicht liebte, die sich aber dafür entschied, sich mit ihm zusammenzuraufen. Die Liebe kam erst später. Der Sohn, der unglücklich ist, seine Karriere und seine Ehe funktionieren nicht, dessen Sohn kommt zunächst unter die Räder. Es ist schwierig mit der Liebe bei den Freytags.
Die “Quellen des Lebens” sind ein spannendes Stück Familiengeschichte, fast völlig ohne Längen.

Quellen des Lebens
D 2012, Regie: Oskar Roehler
X-Verleih, 166 Minuten, ab 12
8/10

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