Tagesarchiv für 19. November 2013

RTZapper

Bully macht Buddy

Dienstag, den 19. November 2013
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MO 18.11.2013 | 21.40 Uhr | ProSieben

Muahahaha! Das Publikum hat sich aus – ge – schüt – tet vor Lachen! Jeden einzelnen Gag von Michael “Bully” Herbig, jeden Satz, der auch nur im Ansatz lustig gewesen sein soll, quittierte es mit Johlen, Grölen und Kichern.
Komisch nur: die Sitcom “Bully macht Buddy” war gar nicht komisch. Das führt zu der Frage: Was machen die Macher den Leuten im Publikum bloß für Drogen gegeben?

Am Montagabend startete auf ProSieben Bullys neue Serie – aufgenommen vor Live-Publikum. Angeblich. Denn die Lacher hörten sich alles andere als echt an. Entweder hat live niemand gelacht und ProSieben musste schummeln, oder die Leute waren tatsächlich bedröhnt.

Es ist eine wahnsinnig gute PR-Idee: Bevor am 25. Dezember Bullys neuer Kinofilm “Buddy” startet, sieht man in den Wochen zuvor auf ProSieben die fiktive Geschichte, wie denn der Film entstanden ist. In der Hoffnung, dass Millionen zusehen und diese Millionen dann auch ins Kino rennen.
Die Machart ist wie bei den US-Sitcoms in den 90ern. Ein Raum, ein Sofa, eine Treppe und ein paar Leute, die unfassbar witzige Sachen machen und sagen. Leider ist der Witz dabei meist auf der Strecke geblieben, Bully selbst wirkt seltsam müde. Dabei hat “Bully macht Buddy” Potenzial, wenn es denn mal besser umgesetzt worden wäre.
Erst nach der Werbung nahm die Sitcom Fahrt auf. Als beispielsweise Sarah Connor auftauchte, sich selbst spielte und auch sich selbst auf den Arm nahm – da erst war klar: Es könnte funktionieren. Wenn doch nur die restlichen eher lahmen 23 Minuten nicht gewesen wären…

Hits: 21

RT im Kino

Unterwegs mit Mum

Dienstag, den 19. November 2013

Andy Brewster (Seth Rogen) hat zwei Probleme. Mindestens. Das erste: Er hat ein neues Putzmittel erfunden. Ein ganz, wie er findet, tolles Produkt. Er hat ewig daran geforscht, es ist organisch und eshalb absolut umweltfreundlich. Blöd nur: Nirmand will das Zeug vertreiben. Das zweite Problem: Seine Mutter (Barbra Streisand). Ständig ruft sie an. Immer und immer wieder. Als er sie besucht, belegt sie ihn mit der Vergangenheit und fragt, warum er denn immer noch solo ist. Und eigentlich ist das das dritte… aber lassen wir das.
Joyce schwärmt von ihrer Jugendliebe, die heute in San Francisco lebt. Also beschließt Andy, sie mitzunehmen auf seiner Geschäftsreise. Er will sie neu verkuppeln und nazürlich auch sein Putzmittel verkaufen.
Doch der Trip verläuft ganz anders als geplant.

Andy ist “Unterwegs mit Mum”, und das ist alles andere als spektakulär. Aber das muss es auch nicht sein. Anne Fletcher hat eine kleine, aber feine, eine ruhige und mit hübschem Witz gespickte Komödie geschaffen.
Lange Zeit sehen wir Mutter und Sohn, wie sie ihre Differenzen ausfechten. Es sind mitunter herrliche Wortgefechte, und wahrscheinlich kann jeder mitfühlen. Einerseits Söhne oder Töchter, die auch gern mal von Mama genervt sind. Andererseits aber auch die Eltern, die sich in Joyce reinversetzen können, weil sie ja nur das Beste für ihr Kind wünschen – und geliebt und geachtet werden möchten.

Unterwegs mit Mum
USA 2012, Regie: Anne Fletcher
Paramount, 91 Minuten, ab 0
7/10

Hits: 27

RTelenovela

Videotheken – ein Stück Nostalgie

Dienstag, den 19. November 2013
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Videotheken gehören wohl zu den Einrichtungen, die irgendwann aussterben werden. Ich bin allerdings ziemlich altmodisch, mein Fernseher ist nicht ans Internet angeschlossen, ein Sky-Abo habe ich auch nicht. Filme streamen funktioniert bei mir nicht. Noch nicht, vermutlich.
Ich habe die Tage viel Zeit, und deshalb bin ich nach ewigen Jahren mal wieder ins die Videothek gegangen. Ein Stück Nostalgie.

Als ich den Laden betrete, läuft 80er-Jahre-Musik. Ich komme mir vor wie in einer Rückblende eines Spielfilms. Die Videothek hat sich kaum verändert, außer dass inzwischen mehr Blue-Rays in den Regalen rumstehen (habe ich auch noch nicht) und dafür die Pornofilm-Ecke verkleinert worden ist.
Streift man an den vielen Filmen vorbei, fällt auf, dass so gut wie keine von ihnen entliehen worden sind. Vielleicht lag es am Montag, aber ich frage mich, ob wirklich noch viele Leute DVDs ausleihen.

An der Kasse holte ich meinen bestimmt schon mehr als zehn Jahre alten Ausweis heraus, die Bedienung checkte meine Adresse, man weiß ja nie. Der Preis für die DVD-Ausleihe ist noch derselbe wie vor fast zwölf Jahren zur Euro-Umstellung.
Ich bin jedenfalls gespannt, wie lange es noch Videotheken gibt. Heute hat sie mir jedenfalls den Nachmittag verkürzt.

Hits: 27