Tagesarchiv für 15. November 2013

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Bambi 2013

Freitag, den 15. November 2013
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DO 14.11.2013 | 20.15 Uhr | Das Erste

Es war alles ein großer Irrtum! Bambi? Nein! Echo!
Schlagerstar Helene Fischer hat am Donnerstagabend nach mehr als drei Stunden die ARD-Zuschauer von der Echo-Verleihung verabschiedet. Na ja, nach so einer langen Show kann man sich ja mal irren, und es war ja auch sehr viel Musik dabei. Bambi oder Echo, wen interessiert das schon?

Ich gebe es zu: Am Ende war dann auch ich aber ein bisschen gerührt. Als Udo Jürgens, inzwischen auch schon 79, aber scheinbar immer noch topfit, auf die Bühne kam, den Bambi entgegennahm und einen Song schmetterte – ja, das war sogar ein recht schöner Augenblick.

Kennt man ja eigentlich nicht mehr vom Bambi. Nach der extrem schläfrigen 2012er-Gala waren die Macher nun wohl der Ansicht, dass es schlimmer nicht werden darf. Zwar war auch der “Bambi 2013” mit 188 Minuten viel zu lang, aber längst nicht so öde wie in den Vorjahren.

Dass Victoria Beckham Mode vertickt, ist gut zu wissen, warum sie aber dafür einen Bambi bekommt, ist erklärungsbedürftig. Dass Miley Cyrus mit dem Reh bedacht worden ist, hat wohl auch nur mit der Anbiederung an die junge Zielgruppe zu tun. Dass Robbie Williams ein guter Entertainer ist, mag unbestritten sein – aber gerade 2013 einen Bambi, wo doch eigentlich in letzter Zeit kaum was von ihm zu hören war?
Fußballlegende Jupp Heynckes nutzte die Live-Situation unterdessen für eine nicht enden wollende Rede aus, und fast wünschte man sich, dass die ARD doch ab und zu mal eine Werbepause einstreuen darf.

Dazwischen aber Preise für den “Tatort”-Erfinder, für Tom Schilling, Nadja Uhl und den “Schlussmacher” – alles nette Momente.
Hätte schlimmer kommen können…

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Christa Bernuth: Innere Sicherheit

Freitag, den 15. November 2013
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War es Mord? Oder eine gescheiterte Republikflucht? Als am Strand von Prora auf Rügen eine weibliche Leiche am Ostseeufer liegt, beginnen die Ermittlungen.
Martin Beck arbeitet als ABV, Abschnittsbevollmächtigter, in Binz. Er will wissen, warum Hanna Schön gestorben ist. Sie lebte mit ihrem Mann und ihrer Tochter im unweit entfernten Zirkow. Als sich aber ihr Mann erhängt und Martin erkennen muss, dass der Selbstmord nur vorgetäuscht ist, beginnt der Fall, mysteriös zu werden.
Bald wird er von den Ermittlungen abgezogen, und so ist bald klar: An diesem Fall ist etwas gehörig faul. Aber die DDR-Behörden verhindern, dass er weiter daran arbeitet. Aber Martin lässt sich nicht beirren.

Wir befinden uns in der Mitte der 80er-Jahre auf Rügen. Was relativ beschaulich, aber dennoch sehr spannend beginnt, entpuppt sich als deutsch-deutscher Kriminal- und Spionagefall. Christa Bernuth verbindet in ihrem Krimi die ruhige, fast schon triste Herbst- und Winterwelt der Insel Rügen mit der großen Politik der DDR und der Bundesrepublik. Die Autorin zeigt auf, mit welchen Mitteln der Staat arbeitete, um bestimmte Vorgänge zu vertuschen. Aber auch, wie viele Leute außerdem noch im Untergrund arbeiteten, und dass die Feindschaft der beiden deutschen Staaten fast schon präkere Züge annahm.
Insbesondere die erste Hälfte des Romans ist unfassbar fesselnd. Fast schon schade ist es, dass die Autorin die Insel zu klein für ihre Geschichte war und daraus die ganz große Spionagestory macht. Den Namen der Insel, Rügen, nämlich erwähnt sie seltsamerweise nie. Auch nicht, dass das kleine Städtchen, in dem Martin arbeitet und wohnt, Binz ist. Das ist umso seltsamer, weil sie alle anderen Orte in der Gegend recht detailiert nennt und beschreibt.
Gerade gegen Ende verliert sie sich in ewigen Erklärungen irgendwelcher Vorgänge, was dann leider doch eher ermüdend ist. Dann lässt leider auch die Spannung nach.

Christa Bernuth: Innere Sicherheit
Piper, 412 Seiten
7/10

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