Tagesarchiv für 11. November 2013

RTelenovela

Klinik (7): Wer will noch mal, wer hat noch nicht?

Montag, den 11. November 2013
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(6) -> 10.11.2013

Bisher war das mit dem Blutabnehmen nie ein Problem. Es piekt ein bisschen, aber sonst?! Heute war das ein bisschen anders. Heute fand in der Klinik der aufregende Wettbewerb statt unter dem Motto: “Wer bekommt das Blut aus dem Patienten?”

Kandidatin 1: Ganz lässig kommt sie ins Zimmer. Sie ist siegessicher. Noch. Sie legt die Armschlinge um und sucht die Vene. Sie sagt, sie habe da was gefunden und setzt die Nadel an. Pieks!! Aber ach, es kommt kein Blut heraus. Hm, seltsam. Komisch, komisch. Was machen wir denn jetzt?
Ihr 2. Versuch. Sie sucht sich eine andere Vene. Sie ist nicht mehr ganz so siegessicher, aber sie gibt nicht auf. Pieks! Ein Moment vergeht, und es passiert nichts. Sie hantiert mit der Nadel herum, sie fragt, ob es wehtut. Ich setze sie unter Druck und sage: Ja.
Sie ist am Ende mit ihrem Latein. Sie gibt auf.

Kandidatin 2: Sie weiß nichts von der Schmach ihrer Kollegin, es hat ihr niemand gesagt, dass sie Teil eines spannenden Wettbewerbes ist. Sie macht alles wie die Schwester davor. Pieks! Hm, das ist aber komisch, da kommt ja gar nichts raus!
Ja, sage ich, und das ist schon der 3. Versuch! Jetzt wird sie ein wenig nervös, denn auch meine Bettnachbarn feixen schon und beobachten die Szene sehr aufmerksam. Sie unternimmt keinen weiteren Versuch und tritt den Rückzug an.

Dann passiert lange nichts. Ob hinter den Kulissen nun fieberhaft ausgelost wird, wer denn nun als Nächstes in die Arena muss? Herrscht bereits die pure Angst?
Irgendwann erscheint sie doch:

Kandidatin 3: Wir klären sie gleich auf, dass sie die Nummer 3 mit Versuch Nummer 4 sei. Aber sie lässt sich davon nicht beeindrucken. Armschlinge. Vene. Pieks. Blut. Danke. Auf Wiedersehen.
Geht doch.

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RTZapper

Make Love – Liebe machen kann man lernen

Montag, den 11. November 2013
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SO 10.11.2013 | 22.20 Uhr | MDR-Fernsehen

Meine Güte, was für ein Wirbel! Echter Sex beim MDR! Unglaublich! Da verfielen die Herrschaften bei der “Bild”, die ja mit Sex bekanntermaßen so gar nichts am Hut haben, kollektiv in Hysterie und empörten sich schon im Vorfeld darüber.
In Teil 1 von “Make Love” ging es dann schon mal recht schlüpfrig zu, natürlich nur im Dienste der Wissenschaft. Teil 2 am Sonntagabend hätte dann aber schon locker im KiKA laufen können.

Es ging darum, wie denn Eltern ihren Kindern den Sex erklären können. Und wie Kinder sich informieren, sich trauen, Fragen zu stellen.
Und das machten sie dann auch: Fragen stellen. Sexual- und Paartherapeutin Ann-Marlene Henning beantwortete sie. Ja, nicht jeder Penis sieht gleich aus. Nein, es ist nicht unnormal, sich selbst zu befriedigen. Ja, beim ersten Sex könnte es eventuell weh tun. Und so weiter.
Und die Eltern, die hatten auch Fragen. Und sie stellten diese Fragen. Und Frau Henning beantwortete die Fragen.

Okay, es ist nicht so, dass ich gar nichts gelernt habe in dieser ach so aufregenden MDR-Sexdoku. Aber der Wirbel darum ist nicht berechtigt.
Natürlich ist es interessant zu sehen, dass sich die Kinder in der freien Internetsexwelt immer noch die gleichen Fragen stellen wie die Kinder in den 80ern. Dass die Eltern gerade wegen der Internet-Freizügigkeit oft ratlos sind. Aber richtig viel Neues kam nicht rum. Die Erkenntnis ist nicht neu: Darüber reden ist das Wichtigste. Das war nie anders – ist zugegebenermaßen für viele Menschen allerdings auch der schwierigste Punkt.
Gut ist, dass sich das Fernsehen endlich mal wieder auf ruhige Weise und nicht boulevardesk mit dem Thema Sex und Aufklärung beschäftigt.

Leider ist die Doku jeedoch handwerklich stellenweise schlecht gemacht. Zeichnungen sind kaum zu erkennen, weil die Eltern mit zu dünnen Stiften malen. Schaubilder sind nicht entzifferbar, weil die Kamera sie von der Tafel abfilmt, sie aber nur schwach zu sehen sind. Ein bisschen mehr Mühe und Sorgfalt hätten da durchaus drin sein können.

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