Tagesarchiv für 3. November 2013

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Rügen 2013 (10): Karls Minilümmel

Sonntag, den 3. November 2013
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(9) -> 2.11.2013

Karl ist mir schon lange aufgefallen. Karl verkauft Erdbeeren. Aber auch Sanddorn. Und Wurst. Und was weiß ich noch alles. Schon bei diversen Besuchen auf Rügen ist mir dieser Karl auf Werbeschildern immer wieder begegnet.
In Zirkow, direkt an der B196, befindet sich sein Erlebnishof. Und da der Sonnabend eher regnerisch und ungemütlich war, wurde es höchste Zeit, diesen Karl mal zu besuchen.

Um es vorweg zu nehmen: Ich habe Karl nicht getroffen. Dennoch war ich über seinen Hof positiv überrascht. Wegen des Regens war draußen nicht viel los. Aber dort befinden sich diverse Stände, bis kurzem ein riesiger Kürbismarkt, außerdem ist dort ein Spielplatz und viele andere Dinge, die zu einem guten Bauernmarkt gehören.
Das Herzstück des Hofes ist jedoch eine riesige Halle. Drinnen befindet sich ein Markt, dort gibt es nicht nur Karls Erdbeeren in gefühlt 29 verschiedenen Variationen (Saft, Likör, Brause etc.), auch Sanddorn, Klamotten, Lotions, Spielzeug, pipapo. Viele Lebensmittel aus eigener oder regionaler Herstellung.
Manchmal wirkt es allerdings ein bisschen albern, dass so viele Lebensmittel den Zusatz “Karls…” tragen. Karls Erdbeersaft. Karls Sanddornwein. So gibt es auch Wurst wie zum Beispiel “Karls Minilümmel”. Ähm, ja.

Die Kinder amüsieren sich im Tobeland, es gibt ein Minikino – und einen großen Gastronomiebereich, der wie eine recht niveauvolle Kantine wirkt. Das Interessante: Sämtliche Speisen kosten 1,75 Euro pro 100 Gramm, egal, was man sich auf den Teller knallt. Das klingt preiswert, aber 100 Gramm sind nicht sehr viel. So kostet dann ein Jägerschnitzel (Ost), ein paar Makkaroni, ein Klecks Soße und bisschen Mischgemüse schon mal 4,60 Euro. Ist nicht übermäßig teuer, billig aber auch nicht, denn die Portion war nicht wirklich groß. Aber die Auswahl war groß und ansprechend. Auch Kuchen, Salate, belegte Brot und vieles anderes konnte man dort kaufen.

Karl kommt bald nach Wustermark ins Havelland. Und stand ich dem immer ein bisschen skeptisch gegenüber, kann ich nun sagen, dass sich die Havelländer darauf durchaus freuen können.
Eine große Scheibe abschneiden kann sich übrigens auch der Oberhavel-Bauernmarkt in Schmachtenhagen. Wenn Karl nach Wustermark kommt, wird es eng für die Schmachtenhagener. Offiziell heißt es, sie scheuen die Konkurrenz nicht, auch weil die Distanz doch recht groß ist. Aber die Zielgruppe – die Berliner nämlich – schauen genau hin. Und der Oberhavel-Bauernmarkt kann beim Essen, beim Sortiment und beim Ambiente keineswegs mithalten. Ein moderner, ländlicher Bauernmarkt muss dennoch modern sein. Aber die Schmachtenhagener werden Karl sicherlich schon mal besucht haben. Und wenn nicht: selbst schuld.

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