Tagesarchiv für 1. November 2013

RTelenovela

Ein Mängelexemplar

Freitag, den 1. November 2013
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Ich lese gerade ein Mängelexemplar. Also ein Buch, das im Laden billiger zu bekommen war, weil es Mängel aufweist. Angeblich.
Die Buchpreisbindung verbietet wohl Sonderangebote. Kostet ein Roman 9,90 Euro, dann ist das in der Regel in normalen Buchläden unumstößlich. Dann kostet das Ding überall 9,90 Euro, im Laden und im Internethandel.

Aber die Händler sind ja clever, sie verkaufen auch Mängelexemplare. Das sind dann meist große Warenkörbe, in denen die Buchfans stöbern. Auf den Büchern befindet sich dann ein fetter Stempel: Mängelexemplar.
Worin besteht aber eigentlich dieser Mangel? Abgesehen davon, dass sie eventuell schon ein oder zwei Jahre alt sind. Um es auf den Punkt zu bringen: Aus einem Stempel, auf dem “Mängelexemplar” steht. Der Mangel ist die Mangelanzeige an sich. Nur der Stempel selbst sorgt für den Mangel, denn ansonsten sind diese Bücher vollkommen in Ordnung.
Für den Leser ist es aber eine gute Möglichkeit, solche Bücher preiswert kaufen zu können. Insofern: gute Idee!

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RT liest

Stephen King/Stewart O’Nan: Ein Gesicht in der Menge

Freitag, den 1. November 2013

Zwei große Weltautoren haben sich zusammengeschlossen und eine kleine Geschichte geschrieben: Stephen King und Stewart O’Nan. Wobei die Betonung auf “klein” liegt. Klein im Sinne von kurz.

Dean Evers ist ganz allein. Seine Frau ist gestorben, und weil er die gemeinsame Wohnung nicht mehr ertragen hat, ist er nach Florida umgezogen. Er schaut ziemlich bedröhnt Baseball im Fernsehen – und sieht dort im Publikum seinen alten Zahnarzt. Was aber nicht sein kann, denn der ist schon lange tot. Aber der Mann soll nicht der einzige sein, da plötzlich wieder im Stadion auftaucht: Plötzlich ist da auch ganz deutlich seine Frau zu erkennen.

Joa. Nett. Die Geschichte, die King und O’Nan da geschrieben haben, hat ihren Reiz. Sie ist in einem schönen Stil aufgeschrieben, sie liest sich schnell und ist auf ihre eigene Art auch recht spannend. Die Auflösung der ganzen Sache ist eine schöne, wenn auch nicht wirklich überrasche Sache.
Die Geschichte erstreckt sich allerdings nur über 52 Seiten, und warum die in einem ganzen Buch erscheint, wofür der Rowohlt-Verlag immerhin happige 8 Euro verlangt, darf durchaus hinterfragt werden. Sie wäre das richtige für einen Kurzgeschichten-Band gewesen. Hier aber könnte einem das Gefühl beschleichen, dass mit zwei großen Autorennamen Geld gemacht werden soll.

Stephen King/Stewart O’Nan: Ein Gesicht in der Menge
ro ro ro, 59 Seiten
7/10

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