Tagesarchiv für 16. Oktober 2013

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MDR Top News: Völkerschlacht überrollt Sachsen

Mittwoch, den 16. Oktober 2013
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DI 15.10.2013 | 19.50 Uhr | MDR-Fernsehen

Ein unfassbare Katastrophe. 120.000 Tote. Eine viertägige Schlacht, in die 600.000 meist unerfahrene Soldaten geschickt wurden. Frankreich gegen Preußen. Kämpfe, Schießereien, Plünderungen, Angst und Schrecken. Und das alles in und um Leipzig.

Klar, das Fernsehen muss reagieren. Der MDR zeigt derzeit jeden Abend Sondersendungen, um von den Kämpfen rund um die Messestadt zu berichten. Reporter berichten von den Schlachtfeldern bei Möckern und aus der umzingelten Stadt Leipzig. Ein Newsticker bringt die aktuellsten Nachrichten. Korrespondenten in Paris, Berlin oder Moskau ordnen das Geschehen ein.

Allerdings handelt es sich um Ereignisse, die 200 Jahre zurückliegen: um die Völkerschlacht bei Leipzig im Jahre 1813.
Der MDR tut so, als würde das alles heute passieren. Und, um das vorweg zu nehmen: Das ist ein spannendes Projekt, die toll umgesetzt worden ist.

In einer Zeit, in der sich immer weniger Leute für Politik oder gar Geschichte interessieren, müssen Mittel und Wege gefunden werden, das Interesse eben doch zu wecken. Und da hat der MDR ein gutes Mittel gefunden: Eine Nachrichtensendung im heutigen Stil bringt Geschichte näher: “MDR Top News: Völkerschlacht überroll Sachsen”, noch bis Donnerstag täglich vor der Primetime.
Moderator Ingo Zamperoni wirkt wie im “Brennpunkt” 2013. Gezeigt werden Handyvideos, die Napoleon zeigen (in einem alten Filmausschnitt mit Winfried Glatzeder) oder Youtube-Ausschnitte – wie Medien eben heute arbeiten.
Das Gestern und das Heute so zu verbinden, bringt uns die Geschichte nah. Man kann diese Art der vermittlung der Historie als Sensationsmasche oder als modernen Quatsch kritisieren. Man kann sich aber auch einfach mal drauf einlassen.

Hits: 58

RT liest

Patrick Lee: Das Labyrinth der Zeit

Mittwoch, den 16. Oktober 2013

Manchmal müssen die Verlage ihre Klappentexte ein bisschen aufpeppen, um die Geschichten als besser und spannender zu verkaufen, als sie sind. So ist das auch bei Patrick Lees “Das Labyrinth der Zeit”.
Da wird erwähnt, dass ein Raketenangriff das Weiße Haus zerstört, dass eine Forschungsstation bombardiert wird. Dass einer der Forscher in der Zeit zurückreisen muss, um des Rätsels Lösung zu finden.

Letzteres ist dann tatsächlich auch die spannendste Sequenz der Geschichte, allerdings spielt sie sich innerhalb weniger Kapitel ab. Wenn Forscher Travis im Körper eines Kindes (also er selbst als Kind) unterwegs ist, Auto fährt und einen Mann überfällt, dann ist das toll und fesselnd beschrieben.
Leider trifft das auf weite Teile des Buches nicht zu. Insbesondere der Beginn ist sehr dröge. Langweilige Beschreibungen ohne Pepp machen das Lesen dieses Romans zur Geduldsprobe. Sowohl sprachlich als auch inhaltlich fehlt es an Einfallsreichtum und vor allem Tempo. Das nimmt erst im Laufe der Geschichte zu, allerdings erstrecken sich Schießereien, Kämpfe und lange Überlegungsphasen über sehr viele Seiten.
Leider enttäuschend.

Patrick Lee: Das Labyrinth der Zeit
ro ro ro, 444 Seiten
3/10

Hits: 225

RT im Kino

Snitch – Ein riskanter Deal

Mittwoch, den 16. Oktober 2013

Es ist ein Drogendelikt. Man möchte sagen: nur ein Drogendelikt. Jason (Rafi Gavron) hat keine Vorstrafen, und dennoch wird er verhaftet. Das amerikanische Strafrecht ist da unerbittlich: Ihm drohen zehn Jahre Knast. Sein Vater John (Dwayne Johnson) will dagegen etwas unternehmen, aber seine einzige Chance ist ein Deal mit der Staatsanwältin (Susan Sarandon). Wenn es ihm gelingt, einen Dealer zu überführen, dann könnte Jasons Strafe kürzer ausfallen. Tatsächlich erhält John Zugang zum Drogenhändler. Er gerät in den Sumpf – und droht aufzufliegen.

Ric Roman Waugh zeigt in seinem Thriller “Snitch – Ein riskanter Deal” die Geschichte eines Mannes, der eigentlich ein Held ist, aber erst mal durch den tiefen Dreck muss. Eine durchaus aktuelle Story, die Drogen entwickeln sich in den USA mehr und mehr zur Seuche.
Leider ist der Film aber eher Durchschnitt, echte Spannung kommt nur selten auf. Gutmensch muss kämpfen, das ist nichts Neues und wird zudem von Dwayne Johnson auch nur so lala ausgefüllt. Netter Film für einen harmlosen DVD-Abend. Wenn mal gar nichts in der Flimmerkiste läuft…

Snitch – Ein riskanter Deal
USA 2012, Regie: Ric Roman Waugh
Universal, 107 Minuten, ab 12
4/10

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