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Fashon Hero

MI 09.10.2013 | 20.15 Uhr | ProSieben

ProSieben hat neuerdings Teleshopping im Programm. Einfach ein paar Tanten in ein Studio zu stellen, die ihre Klamotten unters Volk bringen wollen, erschien den Programmmachern aber dann doch zu billig.
In “Fashion Hero” präsentieren die Modehäuser Karstadt, s.oliver und Asos ihre neuen Kollektionen. Und der Zuschauer darf dabei sein, wenn sie ausgesucht werden. Eine Dauerwerbesendung als große Show.

21 Jungdesigner stellten am Mittwochabend ihre Kollektionen vor. Hübsche und hässliche Kleider, lange und kurze Röcke, schwarze und schrecklich bunte Anzüge. Vertreter der drei Modehäuser machten entweder ein Angebot oder eben keins. Daumen hoch bedeutet: Das werden sie sehr bald in ihren Häusern und Onlineshops verkaufen. Das ist ebenso genial wie dreist: Product-Placement der ganz hartnäckigen Art.

Dass die ganze Show langweilig, die meisten der Leute uninteressant oder gar unsympathisch sind (einer der Herren, die die Designer unterstützen, hatte sich aus Versehen als Graf Zahl aus der Sesamstraße verkleidet), macht es noch schlimmer. Ist die Castingsituatuon an sich noch minimal interessant, ist der nächste Schritt, irgendein Camp, wo die Leute weiter an ihrem Kram arbeiten, dann endgültig uninteressant.
Für Satireformate wie “Switch reloaded” (wann kommt das endlich wieder?) war “Fashion hero” jedenfalls ein gefundes Fressen. Models, die dümmlich lächelnd in Zeitlupe Drehungen und Luftsprünge in ihren ganz, ganz tollen Klamotten machen, wirken einfach nur bekloppt. Als ob diese Show selbst schon Satire war. Aber ich befürchte, sie haben es ernst gemeint.

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