Tagesarchiv für 23. September 2013

RTZapper

Wahl 2013: Berliner Runde

Montag, den 23. September 2013
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SO 22.09.2013 | 20.15 Uhr | ZDF

Uijuijui! Da ist ja in Berlin einiges in Bewegung geraten, und das so sehr, dass die FDP nicht mal mehr an der “Berliner Runde” teilnehmen durfte.
Bei der Bundestagswahl kratzte die CDU/CSU an der absoluten Mehrheit, Mutti Merkel hat sie alle aufgemischt. Die SPD hat ein paar Prozente dazugewonnen, Linke und Grüne ein bisschen verloren. Die FDP verschwindet in der Bedeutungslosigkeit, und das zum allerersten Mal in der deutschen Geschichte. Die AfD dagegen hätte es fast ins Parlament geschafft. Fast. Zum Glück. Und die NPD? Von der hat man am Sonntag glücklicherweise gar nichts gehört.

Eigentlich hatte ich am Sonntagabend die Abschiedsvorstellung der FDP in der traditionellen “Berliner Runde” erwartet, aber Rainer Brüderle musste draußen bleiben, war sogleich vom Talk ausgeschlossen. Und irgendwie waren die 45 Minuten dann auch die langweiligsten des ganzen Abends. Merkel freut sich und bedauert, dass die FDP raus ist. Steinbrück freut sich. Gysi freut sich. Trittin freut sich. Ja ja. Da wartet man doch glatt auf Siegmund Gottlieb vom Bayerischen Rundfunk, der sich in die laufende Sendung einblendet und sagt, dass das ja alles erwartbar sei und stattdessen einen Jubelbeitrag über die CSU einspielt. Aber auf den ist auch kein Verlass mehr…

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RTelenovela

Er darf wählen, nur nicht in Oranienburg

Montag, den 23. September 2013
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Mein altes Wahllokal existiert leider nicht mehr. Die alte Großraumhalle in der Oranienburger Willy-Brandt-Straße ist abgerissen worden. Dafür ist die neue Wahlstätte viel moderner, wenn auch nicht wirklich hübscher: das neue Runge-Gymnasium. Von ihnen sieht das Haus immer noch wie ein Zweckbau aus mit seltsamer Farbe im Treppenhaus.
Mein Wahllokal befand sich in der Mensa des Hauses, leider ließ das Speisenangebot an diesem Sonntagmittag etwas zu wünschen übrig.

Der junge Mann vor mir hatte Pech: Er wurfte nicht wählen, jedenfalls nicht in Oranienburg. Er scheint gerade erst hergezogen zu sein. Die Frau von der Wahlleitung hat extra noch mit der Stadtverwaltung telefoniert, aber da war er noch nicht gemeldet. Tja, Pech: Er hat zwar wohl schon eine Wohnung in Oranienburg, hat sich aber noch nciht umgemeldet. An seinem alten Wohnort hätte er wählen dürfen, aber dafür war es dann wohl zu spät. Wortlos verließ er das Wahllokal.

Ich musste diesmal nicht überlegen, wo ich meine beiden Kreuze mache, diesmal stand mein Entschluss schon eine gute Woche fest. Trotzdem ist es einen Moment lang doch ein bisschen aufregend, wenn man den riesigen Zettel vor sich hat: Sind die Kreuze jetzt wirklich dort, wo ich auch vor hatte, sie zu setzen? Ja, waren sie.
Und es wurde ja dann doch auch noch ein sehr spannender Wahlabend…

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RT im Kino

Ummah – Unter Freunden

Montag, den 23. September 2013

Er hat sie umgebracht, aber es ist sein Job. Der Verfassungsschutzagent Daniel (Frederick Lau) wacht irgendwo im Nirgendwo in einer Kneipe auf. Die Skins neben ihm sind tot.
Er musste es tun, aber sein Gewissen plagt ihn. Er will aus dem Dienst scheiden, aber vorerst bekommt er nur eine dreimonatige Auszeit. Der Nazitod soll vertuscht uns als Rivalitätskampf verkauft werden. Daniel darf unterdessen untertauchen – in einer Mietswohnung in Berlin-Neukölln.
Für ihn eine ganz neue Welt. Er taucht ein in eine muslimische Welt mitten in der deutschen Hauptstadt. Er lernt schnell Abbas (Kida Khodr Ramadan) und Jamal (Burak Yigit) kennen, die ihn gleich in ihre Welt aufnehmen.
Aber Daniels Job – der wird ihn dort wieder einholen.

“Ummah – Unter Freunden” ist ein sehr erstaunlicher und auch erhellender Film. Und vor allem: ein überraschend guter.
Gemeinsam mit Daniel erleben wir den muslimischen Mikrokosmos in Berlin. Leute, die vor allem in ihrem nur in ihrem Dunstkreis leben, aber überhaupt keine Probleme haben, den Deutschen dort reinzulassen – im Grunde vorurteilsfrei. Andererseits gibt es aber auch unter den Türken oder Afghanen Leute, die Vorurteile gegenüber Daniel haben – so was ist also keineswegs einseitig.
Regisseur Cüneyt Kaya spielt durchaus auch mit den Vorurteilen der Zuschauer. Sind die neuen Freunde von Daniel etwa Gewalttäter, Terroristen? Schnell wird aber klar, dass die Hintergründe gewisser Begebenheiten sehr viel simpler sind.
“Ummah – Unter Freunden” lebt aber nicht nur von der tollen Geschichte, die auf jeden Fall auch u.a. im Unterricht gezeigt werden sollte, sondern auch von hervorragenden Darstellern. Frederick Lau spielt Daniel, den wütenden, nachdenklichen, vorsichtigen und lernenden jungen Mann sehr dicht, sehr lebensnah.

Ummah – Unter Freunden
D 2013, Regie: Cüneyt Kaya
Senator, 108 Minuten, ab 12
9/10

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