Tagesarchiv für 16. September 2013

RT liest

Uwe Tellkamp: Der Turm

Montag, den 16. September 2013
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Dresden in den 80ern. Dass die DDR nicht mehr lange existieren würde, das konnte damals noch keiner wissen.
Der Staat verfällt zusehens, selbst das Villenviertel in Elbflorenz verkommt mehr und mehr.
Richard ist Arzt in einer Klinik und muss mit der Mangelwirtschaft klarkommen – und mit einer Lebenslüge. Er hat seit vielen Jahren eine Affäre und Kinder und der fremden Frau. Sein Sohn Christian lernt unterdessen das Innenleben der NVA kennen – in seiner vollen Härte. Dabei möchte er eigentlich Arzt werden, aber für das Studium muss er für drei Jahre zur Armee. Meno ist Lektor in einem Verlag und lernt dabei auch die Reicheren und Schöneren kennen, verfängt sich jedoch auch immer mehr im System.

Uwe Tellkamps Roman “Der Turm” gilt als der Schlüsselroman über die DDR. Er erhielt dafür diverse Preise. Und in der Tat gelingt es ihm auf nicht ganz 1000 Seiten die letzten Jahre des SED-Staates in vielen seiner Facetten offenzulegen. Was passierte in der Gesellschaft? Das Gesundheitssystem. Die Armee. Die Infrastruktur. Die Wohnungswirtschaft. Städtebau. Politik und Repressionen, natürlich die Stasi und der Polizeiapparat.
Inhaltlich ein hervorragender Stoff. Die Art, wie das aufgeschrieben ist, ist extrem unterschiedlich. Da gibt es mitreißende Kapitel mit spannenden Dialogen und Begegebenheiten. An anderen Stellen doziert Tellkamp seitenlang und nahezu absatzfrei. Man möchte fast sagen: blabla. Rauscht am Leser vorbei. Schon die Ouvertüre auf den ersten Seiten ist harter Tobak, den man gern mal überblättert.
Das Buch ist schwere Kost, und nicht nur, weil es so dick ist. Ein Roman zwischen Spannung und Qual, nicht nur inhaltlich. Schade, für mich ist “Der Turm” lange nicht der Roman.

Uwe Tellkamp: Der Turm
Suhrkamp, 977 Seiten
5/10

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aRTikel

Woidke hat sich für Kremmen Zeit genommen

Montag, den 16. September 2013

MAZ Oranienburg, 16.9.2013

KREMMEN
Am Rande des Festtrubels stellte sich Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Sonnabendnachmittag im Kremmener Scheunenviertel den Fragen der lokalen Presse.

MAZ: Sie haben sich viel Zeit für das Fest genommen.
Dietmar Woidke: Ja, ich bin gerne hergefahren. Ich kenne die Erntefeste seit vielen Jahren. Es ist schon toll, was so viele Leute hier auf die Beine gestellt haben. Das wird allen lange in Erinnerung bleiben.

Es ist einer der ersten größeren Termine in Ihrem neuen Amt. Macht das Spaß?
Woidke: „Ja, auf jeden Fall! Ich habe schon viele Leute kennengelernt und kenne ja auch schon viele aus den Vereinen. Brandenburg lebt vom Ehrenamt.

Haben Sie sich denn in Ihr neues Amt schon eingelebt?
Woidke: Ja und nein. Ich bin jetzt reichlich zwei Wochen Ministerpräsident des Landes Brandenburg, und es ist nach wie vor etwas Besonderes. Wenn die Leute nach dem MP rufen, gucke ich mich meistens um, wo Platzeck ist. Aber das wird sich noch ändern. Ich werde überall freundlich aufgenommen, und ich bleibe ja auch, wie ich war.

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RTelenovela

Partystadt Kremmen

Montag, den 16. September 2013
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Sonnabend, halb 9 am Abend, und ich bin völlig fertig. Mehr als neun Stunden war ich auf dem Kremmener Landeserntefest unterwegs. Ich hatte einen tollen Tag hinter mir, aber nun wollte ich nichts anderes, als am Rande des Scheunenweges, an der kleinen Bar, im tiefen Liegestuhl sitzen und dösen. Der Akku war leer.

Schon am Freitag ging die Party los. Fackelumzug, zwei Bands, dazu noch ein offizieller Akt, in dem eine deutsch-polnische Städtepartnerschaft besiegelt wurde.
Dann aber der Sonnabend. Über Kremmen waberte noch Hochnebel. Noch sah es nicht nach schönem Wetter aus. Aber auch das sollte sich ändern.
Schon als Ministerpräsident Dietmar Woidke das Fest offiziell eröffnete, strahlte die Sonne. Am Umzug nahmen viele Menschen teil, 69 Bilder zogen an der Bühne vorbei. Beeindruckend, wie schön die vielen Wagen geschmückt waren – und mit wie viel Spaß alle dabei waren.

Später gab’s dann zwar keine “Berliner Runde” bei ARD und ZDF, dafür aber die “Kremmener Runde”, in der sich Woidke dem Interview mit MAZ und OGA stellte. Wenn nach dem Ministerpräsidenten gerufen werde, schaue er sich immer noch nach Platzeck um, erzählte er uns.

Schlag auf Schlag ging das Programm weiter: Ernteköniginwahl, Erntekronenprämierung. Musik. Erntewagenprämierung. Zwischendurch einen Burger bei Dalibor, und noch mehr Siegerehrungen und noch mehr Musik.
Die Veranstalter schätzen, dass allein am Sonnabend etwa 40.000 Menschen nach Kremmen gekommen waren. Wahnsinn.

Und dann war schon halb 9. Ich hatte genau eine halbe Stunde Zeit, um meinen Akku aufzuladen – für den Auftritt der Hermes House Band. Die Leiterin der grundschule wollte unbedingt ein Foto von mir machen. Der Chef des Erntefestkomitees lachte, als er mich sah. Der Spargelhofchef rief mir zu, ob ich denn schon schlappmache.
Nein, nein! Am späten Abend ging nochmal die Post ab. Hermes House Band! Und alle waren sie da. Der Kremmener Bürgermeister strahlte und erfreute sich an der Musik. Die Leute vom Spargelhof sangen lauthals mit. Der Ordnungsamtsleiter schunkelte. Flatows Ortsvorsteher stand erst still da, aber später klatschte er doch mit. Niemand konnte sich der Party entziehen. Die Hermes House Band und das anschließende Feuerwerk setzten den Schlusspunkt unter einen wunderbaren Landeserntefest-Sonnabend. Er war anstrengend für alle, die im Hinter- und Vordergrund arbeiteten.

Bis um 4 Uhr am Sonntagmorgen hat die Disco gedauert. Nur weil der Bierwagen schloss, war Pumpe. Es ging wohl noch hoch her, diverse Leute, mit denen ich Sonntag gesprochen habe, waren sehr heiser.
Viele Helfer haben diese Tage zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht. Von dieser Feier werden die Kremmener noch lange sprechen. Und ich war wohl so lange in dieser Stadt unterwegs wie sonst im ganzen Quartal – es waren etwa 19 Stunden in drei Tagen.

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RTZapper

Verbotene Liebe: Auf die Probe gestellt

Montag, den 16. September 2013
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FR 13.09.2013 | 18.05 Uhr | Das Erste

Soaps. Ich sehe keine Einzige, wenn man mal von der “Lindenstraße” absieht. Dailysoaps gehen völlig an mir vorbei. In den 90ern habe ich die ersten 800 Folgen von “Gute Zeiten, schlechte Zeiten” verfolgt, dann bin ich ausgestiegen. Anfang der 90er waren es die “Nachbarn” auf Sat.1, später das “General Hospital”.
Für die heutigen Soaps habe ich schlicht keine Zeit.

Am Freitag lief mir dennoch mal die “Verbotene Liebe” im Ersten über den Weg. Vor vielen Jahren habe ich da mal reingeschaut, ich habe keinen blassen Schimmer, was in der Serie vor sich geht.

Das war Folge 4358, “Auf die Probe gestellt”: Olli gibt zu, dass er seinen Mann Christian in London betrogen hat – mit einer Frau. Schon das zweite Mal mit einer Frau! Draaama!
Irgendwas ist mit Ansgar und Eva. Sie will ihn nicht in die Oper begleiten. Oder so. Sie hat irgendein Geheimnis, und er ist mies drauf. Draaama!
Martha kündigt ihren Job bei Juri, weil da irgendwas mit ihm war. Der Abschied fällt ihr dennoch schwer. Draaama!

Ja, lauter Dramen. Stylisch gefilmt, ganz nett gemacht, dazu popige Musik.
Das Erstaunliche: Theoretisch hat man in 45 Minuten das Geschehen gerafft. Ganz in Soapmanier bekommt der Zuschauer die Geschichte immer wieder zusammengefasst. Was ist passiert, warum ist es passiert, was ist vorher schon mal passiert? Man ist erstaunlich schnell drin in der Geschichte, und irgendwie war es sogar schon ein bisschen spannend.

Heute ist Montag. Da läuft wieder die “Verbotene Liebe”. Um 18 Uhr bin ich allerdings nicht zu Hause. Sollte ich mir Folge 4359 aufnehmen?
Ach, ich glaube nicht. Ich kann ja nächste Woche mal reinschauen, ob Olli und Christian sich wieder vertragen haben, was mit Mathas Job ist und ob sich das mit Eva und Ansgar wieder einrenkt.

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