Tagesarchiv für 11. September 2013

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Parteien zur Bundestagswahl: Die Partei

Mittwoch, den 11. September 2013
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DI 10.09.2013 | 22.38 Uhr | ZDF

Man sieht sie nur unscharf. Aber sie tun es. Sie haben Sex. Ja, sie ficken. Er nimmt sie von hinten. So richtig. Und sie stöhnen.
Ein Porno? Im ZDF? Nach dem “heute journal”?
Nicht ganz. Bei diesem schlüpfrigen Filmchen am Dienstagabend handelte es um einen Wahlwerbespot.
Nun kann man sich denken, dass die CDU oder die SPD nicht mit kopulierenden Menschen wirbt. Der Spot stammt von der Partei “Die Partei”. Die Botschaft am Ende: “Wähl Die Partei, und du fühlst dich wohl!”

Inhaltsleer? Aber natürlich! So ziemlich genau leer wie die Inhalte der anderen Parteispots. Nur geben die Satiriker von “Die Partei” offen zu, dass Parteiprogramme doch nur nerven. Also zeigen sie auch politisch völlig egale Dinge und setzen auf den Wohlfühlfaktor. Feine Sache, dass in unserer Demokratie sowas möglich ist, dass die Satiriker von der “Titanic” sogar hautnah die Politik aufmischen können.

Der Spot der FDP lief eine halbe Stunde danach. Da saß Reiner Brüderle an einem Frühstückstisch und stopfte sich den Mund voll und schwadronierte davon, dass alles toll ist in Deutschland und mit der FDP alles so toll bleibe. Eine belanglose Ansammlung von öden Floskeln und Wohlfühlbildern. Nur gefickt hat dort niemand. Das vergeht einem wohl auch, wenn man Brüderle beim saufen frühstücken zusehen muss.
Ich glaube, der Spot war nicht als Satire gedacht, aber sicher bin ich mir – im Gegensatz zum Partei-Spot – nicht.

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Der Kampf der Kleinen – Die so genannten “sonstigen Parteien” vor der Wahl

Mittwoch, den 11. September 2013
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MO 09.09.2013 | 23.05 Uhr | Das Erste

Die Partei “Die Partei” will den Tourismus in Berlin abschaffen. Die Partei “Die Frauen” will, dass in allen Leitungsebenen 53 Prozent Frauen sitzen. Die als rechtspopulistisch geltenden Republikaner haben sogar einen dunkelhäutigen Direktkandidaten – nur leider hat der für das TV-Team keine Zeit. Die Partei “Ab jetzt… Bündnis für Deutschland, für Demokratie durch Volksabstimmung” will – das mag jetzt ein bisschen überraschend sein – Volksabtimmungen. Dummerweise stört ein junger Mann den Dreh, der den Parteivorsitzenden fragt, wie es denn mit seiner rechten Vergangenheit aussehe. Die Bayernpartei möchte die Abspaltung Bayerns von Deutschland.

Es ist wieder einmal ein spannendes Potpurri an Parteien, die am Montagabend in der ARD-Doku “Der Kampf der Kleinen – Die so genannten ‘sonstigen Parteien’ vor der Wahl” vorgestellt wurden.

Sie brachte sogar eine neue Erkenntnis: Alle Leute, die sagen, die gehen nicht zur Wahl, weil es niemanden gebe, den sie wählen könnten, die haben sich nur nicht genug mit dem Thema befasst. Denn erstmals gibt es 2013 die Partei der Nichtwähler. Sie ist einzig und allein dafür da, Leuten, die nichtwählen wollen, eine Wahlmöglichkeit zu schaffen. Die Vertreter der Partei wollen nicht regieren, sie wollen keine Ämter, sie wollen einfach nur zeigen, wie viele Nichtwähler es gibt.
Sogar eine Partei, die schlicht das “Nein” propagiert, gibt es. Nein. Nichts anderes.
Also bitte, liebe Nichtwähler: Das müsste doch was für euch sein. Oder ist euch das nun widerum zu albern?

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Wahlarena: Zuschauer fragen Angela Merkel

Mittwoch, den 11. September 2013
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MO 09.09.2013 | 20.15 Uhr | Das Erste

Politik im Fernsehen kann langweilig, muss es aber nicht. Zum Beispiel dann nicht, wenn die Zuschauer selbst mal zu Wort kommen. Im Ersten gab es am Montagabend die erste von zwei “Wahlarenen”. In Ausgabe 1 stellte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel den Fragen der Zuschauer, am Mittwochabend ist Herausforderer Peer Steinbrück zu Gast.

Nicht umsonst bekam das Format nach der Bundestagswahl 2009 den Deutschen Fernsehpreis, denn so spannend ist Politik selten.
Die Macher der Sendung haben sicherlich im Vorfeld geschaut, wen sie denn ins Studio lassen. Die, die da waren, konnte allerdings fragen, was sie wollten. Auch schien es keinen festen Ablauf gegeben zu haben. Die Leute sind ganz spontan drangekommen, wenn sie sich denn gemeldet haben.

Und so musste Angela Merkel, einem schwulen Mann sagen, dass sie dagegen ist, dass Homosexuelle Kinder adoptieren können. Sie habe kein gutes Gefühl, aber leider keine echte Begründung dafür. Entlarvend. Auch zur Pflegesituation, zur Arbeitslosigkeit, zur Wirtschaftskrise in Europa – sie musste sich äußern. Merkel konnte sich nicht im Einzelnen darauf vorbereiten, ganz nackig, ohne Zettel, stand sie am Glastisch. Nur sie und das Volk. Wich sie aus oder war sie ungenau, musste sie sich Nachfragen gefallen lassen.

Ein wirklich tolles Talk-Politformat! Die ARD sollte darüber nachdenken, die “Wahlarena” mindestens einmal im Jahr stattfinden zu lassen – und nicht nur alle vier Jahre vor den Bundestagswahlen.

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