Tagesarchiv für 5. September 2013

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Hitparade im ZDF: Hits des Jahres 2000

Donnerstag, den 5. September 2013
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MI 04.09.2013 | 15.30 Uhr | zdf.kultur

Die “Hitparade im ZDF” erlebte gerade mal ein popliges Jahr im 21. Jahrhundert. Ende 2000 war Schluss mit der Schlagersause.
Am Mittwochnachmittag wiederholte zdf.kultur die allerletzte Folge der Hitparade.

Nicole hat geheult. Sie war die letzte Siegerin der Hitparade – in der Sondersendung “Hits des Jahres 2000”. Auch Michelle hat geheult, allerdings lässt sich heute nicht mehr sagen, ob sie wegen ihres (nur) 2. Platzes oder wegen des Endes der Hitparade geflennt hat. Uwe Hübner hat nicht geweint, aber wehmütig war ihm doch, als das ZDF wegen schlechter Quoten nach immerhin 32 Jahren den Stecker zog. Es gehe irgendwann, irgendwo weiter, sagte Hübner sinngemäß.
Bis heute ist die Show in dieser Form nicht zurückgekehrt – mal abgesehen von einer partylastigen, aber auch gefloppten RTL-II-Version.

Der Niedergang der “Hitparade im ZDF” begann Anfang der 90er, als Uwe Hübner seinen Vorgänger Viktor Worms ablöste. Plötzlich kamen fast nur noch öde Schlager in der Show vor. Acts wie der von Stefan Raab wurden immer seltener und bekamen Buh-Rufe von den Schlagerfans. Die Hitparade entfernte sich in den 90ern immer mehr vom Musikgeschmack der Deutschen, vom eigentlichen Sinn der Hitparade. Gerade die jungen Leute schauten nicht mehr zu.
Kann man sich die Shows der späten 70er und der 80er auch heute noch ansehen und dabei Spaß haben, wurden die danach geradezu unerträglich.
Kein Wunder, dass die Zuschauerzahlen rapide zurückgingen, und in dieser Form hätte die “Hitparade” auch heute keinen Erfolg.

Hits: 137

RTelenovela

Sprachpanscherduden: Der Stalker ist (k)ein Nachsteller

Donnerstag, den 5. September 2013
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Die Leute vom Verein Deutscher Sprache sind empört! Da steht doch das fiese, ENGLISCHE Wort Notebook im Duden. Im DEUTSCHEN Duden! Unerhört!! Dabei gibt es doch das schöne DEUTSCHE Wort Klapprechner. Warum benutzt man das denn nicht, warum steht das denn nicht im DEUTSCHEN Duden?

Deshalb bekommt die Dudenredaktion den Preis des Sprachpanschers des Jahres. Und das, weil die Redaktion zu viele Anglizismen aufnehme. Der Duden trage seit Jah­ren dazu bei, dass sich “sprachliches Imponiergehabe im Glanze einer quasi amtlichen Zu­stimmung” entwickele.

Allerdings scheinen die Deutschtümler da einiges falsch verstanden zu haben. Denn im Gegensatz zur Deutschen Bahn, die mit Servicepoints und anderen Sprachungetümern von sich aus überflüssige Anglizismen eingeführt hat, läuft das beim Duden anders. Das “Notebook” steht da drin, weil dieser tragbare Computer eben das Notebook ist und wohl nie anders hieß. “Klapprechner” sagt so gut wie niemand. Statt “Stalker” solle doch lieber “Nachsteller” im Duden stehen. Aha, aber wer kennt das Wort Nachsteller? Und warum sollte man das benutzen, nur weil das so schön DEUTSCH klingt?

Die Wörter im Duden stehen nicht da, weil der Duden findet, das müsse man doch mal so oder so ausdrücken. Die Wörter im Duden stehen da, weil die Deutschen sie benutzen. Zumal es im Deutschen extrem viele Wörter gibt, die ihren Ursprung in einer anderen Sprache haben. Oder was ist mit der Jalousie? Mit dem Bungalow? Mit dem Pullover?

Liebe Leute vom Verein Deutscher Sprache: Das ist dann wohl ein Eigentor.

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