RTelenovela

Starpower

Nicht enttäuscht sein: Es geht in diesem Text um Stare, nicht um Stars. Also um Vögel, nicht um Promis.

Eigentlich ist es in Meitze in der Wedemark relativ ruhig. Wenn der Wind günstig steht, dann ist nicht mal der Lärm der unweiten A7 zu hören. Am Sonnabend aber, da war alles anders. Im Baum über der Pferdekoppel war ein mächtiges Getöse. Ein großes Geschnatter. Und – von einer Sekunde zur anderen – Stille. Und dann: Geflatter. Und wieder: Stille. Bis das Geschnatter wieder – und erneut von einer Sekunde zur anderen – weiter geht.

Es sind Stare, die da im Baum sitzen. Hunderte. Vielleicht sogar 1000 oder mehr. Ein ganzer Schwarm. Wer weiß, was es zu erzählen gibt, vielleicht sprechen sie sich auch ab und rufen: JETZT! Nämlich in dem Moment, wo sie alle losflattern und zum nächsten Baum fliegen.
So geht das eine gute Stunde lang. Der komplette Starenschwarm schnattert, schweigt, flattert und schnattert. Von Baum zu Baum, immer im Kreis. Immer wieder um die Koppel und den Schuppen herum.

Ob sie was zu essen erwarten? Ob sie uns beobachten? Ob sie Abschlachtungspläne aushecken? Wir wissen es nicht, aber ein bisschen gespenstisch ist das schon.
Bis es beim Schweigen bleibt. Stille. Mit einem Mal. Sie sind weg. Der Starenterror endet ganz plötzlich. Und wir sind ein wenig erleichtert.

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