Monatsarchiv für August 2013

RTelenovela

Verlass dich nie auf Verkehrsschilder, die dich nichts angehen!

Donnerstag, den 29. August 2013
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Ich hätte es wissen müssen: Hinweisschilder für Fahrradfahrer sind braun und klein. Hinweisschilder für Autofahrer sind weiß oder orange und groß. Ich habe trotzdem auf einen Wegweiser für Radler gesetzt. Ein Fehler, wie sich rausstellte.

Wer von Oranienburg zum Restaurant Havelbaude fährt, muss einen weiten Umweg über das Hohen Neuendorfer Stadtzentrum fahren. Dabei steht doch in Birkenwerder an der Hauptstraße ein Wegweiser mit einer Abkürzung zur Hafenkneipe.
Das klappt auch ganz gut, wenn man mal vom holprigen Kopfsteinpflaster absieht. Wenig später folgt sogar der Folgewegweiser mit dem nächsten Hinweis zur Havelbaude. Ich folge dem, aber es kommt, wie es kommen muss, wenn man als Autofahrer Radlerschildern folgt: Ich stehe vor einer Radfahrerstraße – Durchfahrt nur für Anlieger. Und eigentlich, so irgendwie, war ich auch genau das.

Aus, nun ja, rechtlichen Gründen lasse ich offen, ob ich weiter oder wieder zurückgefahren bin. Aber ich weiß jetzt, dass Abkürzungen nicht immer Abkürzungen sind und ich als Autofahrer gefälligst die Radlerhinweise übersehen muss.

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aRTikel

Die Königin mag Seeed und Helene Fischer

Dienstag, den 27. August 2013
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Constanze Fender (24) trägt beim Erntefest in Bärenklau die Krone

MAZ Oranienburg, 27.7.2013

BÄRENKLAU
2013 ist ihr Jahr, das hat Constanze Fender schon im vergangenen Herbst für sich beschlossen. Beim Erntefest im vorigen Herbst sprach die 24-Jährige Bärenklaus Ortsvorsteherin Gundula Klatt an: Sie wollte Erntekönigin werden, und nun ist sie es auch. „Ich hatte einfach Lust drauf“, sagt sie. Vom 6. bis 8. September wird sie beim Bärenklauer Erntefest gewissermaßen die Schirmherrin der großen Feier sein.

„Ich bin ein wirkliches Dorfkind“, sagt Constanze Fender. „Ich bin hier aufgewachsen und liebe mein Dorf.“ Sie lebt in Wendemark, ein wenig abseits vom eigentlichen Dorf. „Wir sind die hinter der Autobahn“, sagt sie und lächelt. Jedes Jahr fahren die Fenders beim Ernteumzug mit. Natürlich auch dieses Jahr. „Das Schmücken beginnt eine Woche vorher“, erzählt die Erntekönigin. Läuft der Trecker? Brauchen wir eine Regenplane? Am Freitag vor dem Umzug geht es dann wirklich los mit den Vorbereitungen, inklusive kochen und backen. „Wir könnten eine ganze Woche auf dem Wagen überleben.“ Am Sonnabend sind alle ab 7 Uhr auf den Beinen. „Meine Tante ist der kreative Kopf unserer Familie.“ Dieses Jahr könnte es bei den Blumen schwierig werden. „Wegen des Wetters war die Blumenernte nicht so gut.“ Als Erntekönigin ist Cons-tanze Fender während des Festes immer in Bärenklau präsent. Sie kommt zum Gottesdienst, fährt beim Umzug mit, ist bei der Siegerehrung dabei.

Im „wahren Leben“ ist sie Augenoptikergesellin in Velten. Nach dem Abitur am Hedwig-Bollhagen-Gymnasium wollte sie einen handwerklichen Beruf erlernen. Zahntechnikerin hätte sie sich auch ganz gut vorstellen können. Seit einem Jahr hat sie ausgelernt. „Ich erlebe jeden Tag etwas Neues, das macht meinen Beruf so spannend“, erzählt sie. Eines ihrer Hobbys ist die Fitnesssportart Tae Bo. Auch geht sie sehr gern auf Konzerte von Seeed, Bosse, Philipp Poisel oder Helene Fischer. „Ich bin ein großes Radiokind und höre sehr viel Musik.“ Einen Erntekönig gibt es übrigens nicht. Die 24-Jährige ist Single.

Wenn sie am Sonnabend, 7. September, als Erntekönigin auftritt, dann wird sie ein schönes Kleid, eine Schärpe und ein kleines Krönchen tragen. Sie freut sich sichtlich auf ihre Aufgabe.

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RTZapper

Überzeugt uns! Der Politiker-Check

Dienstag, den 27. August 2013
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MO 26.08.2013 | 22.35 Uhr | Das Erste

Dass die ARD mit Politik auch eine jüngere Zielgruppe ansprechen will, ist richtig und wichtig. Zwar lief “Überzeugt uns!” recht spät mitten in der Woche, aber immerhin an einem Abend, wo mit “Türkisch mit Anfänger” im Vorprogramm auch schon ein junges Programm zu sehen war.

Ob aber diese jungen Zuschauer nun zur Wahl rennen, weil sie den Wahltalk im Ersten gesehen haben, das darf vage bezweifelt werden. Und das lag weniger an der ARD, sondern an den eingeladenen Politikern. Mal von Gregor Gysi und Claudia Roth abgesehen, kamen alle mit den üblichen Floskeln daher. Ilse Aigner (CSU) brachte es gar fertig, eine ihr gestellte Zuschauerfrage komplett zu ignorieren, weil sie lieber noch ein Thema weiterbesprochen haben wollte, das davor schon dran war. Das ist nicht sehr fein.
Daniel Bahr (FDP) riet einem jungen Mann, der in seinem Verkäuferjob trotz gutem Abschlusses nur halbtags beschäftigt ist, doch lieber in die Pflegebranche zu gehen. Genau, Herr Bahr, da, wo ja auch super Löhne gezahlt und wo die Angestellten richtig gut behandelt werden.

Twitter, Facebook, eigene Internetseite – die Zuschauer konnten mitreden. Ihre Ansichten kamen in der Sendung auch zur Sprache. Bei Twitter war #überzeugtuns am Ende sogar der deutsche Hashtag Nr. 1. Solche Sendungen sollte die ARD öfter ausstrahlen und nicht so ein ödes Gequatsche wie bei “Günther Jauch” am Abend davor. Allerdings müssen die Moderatoren noch mehr darauf achten, dass gestellte Fragen auch wirklich beantwortet und Floskeln unterlassen werden.
Letzteres ist wohl das größte Problem der Politiker – das immer gleiche, ausweichende Geseier ohne echtem Inhalt. Jungwähler (oder eher: Jungnichtwähler) wird das wenig beeindrucken.

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RTelenovela

Mausi hat Ja gesagt

Dienstag, den 27. August 2013
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Der Mike muss sich das ganz spontan überlegt haben. Beim Hennigsdorfer Stadtfest stand er plötzlich auf der Bühne. Der Mann wolle was sagen, so kündigte ihn der DJ an, und irgendwie war uns schon klar, was nun kommen würde.
Mausi, ick liebe dich, willst du mich heiraten?

Hach, wie… Na ja, nein. Romantisch war das nicht. Mike hatte sich zum rummeligen Stadtfest eine ranzige Jeans und ein weißes Unterhemd angezogen. Dass er seiner Mausi einen öffentlichen Heiratsantrag machen würde – das kann er sich keineswegs lange überlegt haben. Dann hätte er sich vielleicht was anderes angezogen. Es sei denn, Mausi hat da nicht solche hohen Ansprüche.
Die fand’s toll und hat tatsächlich Ja gesagt. Das muss Liebe sein. Alles Gute.

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RTZapper

Günther Jauch: Denkzettel statt Stimmzettel – wozu noch wählen?

Montag, den 26. August 2013
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SO 25.08.2013 | 21.45 Uhr | Das Erste

Andrea Hanna Hünniger geht nicht zur Wahl. Die freie Journalistin ist, wie sie sagt, überzeugte Nichtwählerin. Sie war in ihrem Leben noch nie wählen. Sie fühle sich von Politikern belogen und sehe sich durch keine Partei gut vertreten, erzählt sie. Am Sonntagabend war sie zu Gast bei Günther Jauch in “Günther Jauch” im Ersten.
Für eine Journalistin ist das ein erschreckend naiver Standpunkt. Und das gar nicht mal wegen ihrer grundsätzlichen Ansicht. Die kann ihr niemand nehmen, viele Leute fühlen sich von keiner deutschen Partei angesprochen.
Nur: Nichtwählen bringt überhaupt nichts. Null. Und als Journalistin müsste sie das wissen.

Nicht nur Andrea Hanna Hünniger hat es scheinbar nicht begriffen oder ignoriert das. Günther Jauch befragte weitere Leute im Publikum, die nicht (mehr) zu Wahl gehen. Das solle ein Denkzettel für die Politiker sein, heißt es da immer wieder.

In Wirklichkeit jedoch ist Nichtwählen ein Schulterzucken, ein faules Zu-Hause-bleiben und vor allem: ein Hinnehmen der aktuellen Situation. Denn wer gar nicht ins Wahllokal geht, schweigt. Dessen Stimme existiert nicht. Am Ende wird der Kuchen trotzdem unter den dann 100 Prozent aufgeteilt, und den Politikern kann es eigentlich – rein prozentual – völlig egal sein, wie viele Leute nicht zur Wahl gegangen sind.
Würden alle diese Nichtwähler eben doch ins Wahllokal gehen und den Stimmzettel durchstreichen, also ungültig wählen – dann wäre das ein echter Denkzettel. Wäre die Partei der Ungültigwähler 50 Prozent stark, wäre es unmöglich, Mehrheiten zu finden, geschweige denn Koalitionen zu bilden. Dann wäre die Demokratie wirklich gelähmt, und die Politiker müssten sich tatsächlich mal was einfallen lassen.
Aber gar nicht hingehen? Macht alles egal.

Blöd nur: Bei “Günther Jauch” ist dieser Unterschied nicht herausgearbeitet worden. Niemand erklärte den Nichtwählern, was sie da eigentlich für einen überflüssigen Unsinn machen, aber wie sie stattdessen ihren Denkzettel viel wirkungsvoller austeilen könnten.
Denn seien wir mal ehrlich: Selbst wenn die Wahlbeteiligung nur bei 45 Prozent liegt, Wahlgewinner gibt’s trotzdem, und die Nichtwähler fallen unter den Tisch. Dass es auch anders geht, wollen die Politiker ihren Wählern deshalb wohl auch gar nicht verklickern. Denn dann kämen sie ordentlich ins Schwitzen.
Aber es wäre Jauchs Aufgabe gewesen, Licht ins Dunkel zu bringen. Chance vertan.

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RT im Kino

Feuchtgebiete

Montag, den 26. August 2013
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Körperhygiene. Was genau ist das eigentlich? Immer alles rein zu halten, sauber zu machen, klinisch rein zu putzen? Jeden Geruch wegsprayen, jedes Haar wegrasieren, weil es da angeblich nicht hingehört?

Wer Gerüche und Körperflüssigkeiten eklig findet, der sollte am besten auf Sex verzichten, findet Helen Memel (Carla Juri). Sie findet so was toll. Die Muschi muss riechen, Sperma muss auch riechen, so ist der Mensch eben. Sie masturbiert mit Gemüse, um herauszufinden, was geht. Sie wechselt die Tampons mit ihrer besten Freundin. Als sie sich aber bei einer Analrasur schneidet, muss sie in die Klinik, und der Pfleger Robin (Christoph Letkowski) scheint der einzige zu sein, der sie versteht. Ihre Eltern sind es nicht, die sind damit beschäftigt, ihre Scheidung auszuleben.

Charlotte Roches Buch “Feuchtgebiete galt 2008 als Skandal, weil dort gewisse Vorgänge recht drastisch beschrieben sind.
Der Film von David Wnendt ist auch nicht gerade zimperlich. Als Zuschauer muss man sich schon zusammenreißen, wenn Helen auf der dreckigen Klobrille rumreibt oder sich ihre Analfissur wieder aufreißt. Da wird auf der Leinwand geschnüffelt, gerieben, gewichst und geleckt, was das Zeug hält. Muschis, Schwänze – der Film hat einiges zu bieten. So ganz schamhaft darf man wahrscheinlich nicht sein.
Und doch hat auch der Film eine Botschaft: Der Reinlichkeitswahn ist völlig übertrieben. Helen geht’s darüber hinaus darum, geliebt zu werden, mit all ihren Macken und Auffälligkeiten. Sie schreit geradezu nach Liebe: bei ihren Eltern, ihrer Freundin, bei Robin. Einen weichen Kern haben die “Feuchtgebiete” also auch.
Carla Juri, bislang unbekannt, scheint die perfekte Besetzung zu sein, zudem spricht sie, als würde uns Charlotte Roche die Story erzählen. Dazu kommen sympathisch-abgedrehte Szenen u.a. mit Axel Milberg, Meret Becker und Edgar Selge.
Wnendt spielt mit seinen Zuschauern: Immer wieder gibt es Augenblicke, wo man aus verschiedenen Gründen den Atem anhält. Langeweile kommt jedenfalls nie auf.

Feuchtgebiete
D 2013, Regie: David Wnendt
Majestic, 109 Minuten, ab 16
8/10

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RTelenovela

Mein BMW und ich (21): Ein ! – in Rot!!

Montag, den 26. August 2013
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(20) -> 1.6.2012

Wir haben Oranienburg noch nicht ganz verlassen, als an der Stelle, wo sonst Uhrzeit und Temperatur angezeigt werden, plötzlich ein rotes Ausrufezeichen auftaucht. Ein richtig fettes Ausrufezeichen. Darum ein Halbkreis, das ein wenig wie ein Hufeisen aussieht.
Was könnte das sein?
Ich lausche. Am Motor ist nichts. Das Auto fährt normal, das wäre dann auch eine andere Leuchte.
Seit einiger Zeit müsste ich das Scheibenwasser nachfüllen. Ist der Tank dafür so leer, dass nun das fette Ausrufezeichen zu sehen ist? Aber wäre das nicht zu übertrieben?

Ich halte an, laufe einmal ums Auto. Aber es ist nichts zu sehen. Kein Reifen ist platt, auch ist nichts Ungewöhnliches zu hören.
Unser Ziel ist Wensickendorf. Dort angekommen laufe ich nochmal ums Auto, ohne was zu entdecken. Dafür beginne ich, zu googlen. Es könnte was mit der Bremsflüssigkeit zu tun haben, und das wäre nicht so angenehm.
Ich rufe meinen Bruder an, schicke ihm ein Foto vom Ausrufezeichen. Seine recherchen ergeben: Der Reifendruck ist’s. Nicht schön, aber auch erst mal nicht so ganz dramatisch.

Am Tag danach: Ich fahre zur Tankstelle. Da ich vermute, dass der Reifen vorn rechts das Problem ist, fange ich dort an, zu pumpen. Und tatsächlich, der Bedarf ist nicht so ganz klein. Dort waren nur noch etwa 1,5 Bar drauf – 2,0 sind das mindeste. Also pumpe ich auf, und kontrolliere gleich noch die anderen Reifen.
Alles wieder okay.
Nurdas rote Ausrufezeichen – das ist immer noch da. Das muss man wohl extra abstellen (lassen), habe ich mir sagen lassen. Verflixte Technik.

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