Tagesarchiv für 13. August 2013

RT liest

Holger Teschke: Gebrauchsanweisung für Rügen und Hiddensee

Dienstag, den 13. August 2013

Viele Leute, die auf die Insel Rügen fahren, kennen nicht mehr, als ihr Urlaubsziel, und von dort bewegen sie sich nicht mehr weg. In Binz zum Beispiel. Oder Göhren. Oder Glowe. Dabei hat Rügen noch sehr viel mehr zu bieten.

Holger Teschke hat eine “Gebrauchsanweisung für Rügen und Hiddensee” geschrieben. Ähm, nein, eigentlich hat er das nur am Rande, aber das Buch ist trotzdem sehr interessant und für Rügen-Fans sowieso sehr spannend. Teschke berichtet von Land und Leuten, von der Sprache, von den Kirchen, der Natur, den Häfen und den Schlössern. Was gibt es dort zu sehen, wie ist die Geschichte. Hinzu kommt ein recht ausführlicher Guide, in dem die wichtigsten Orte auf Rügen – vom Kap Arkona bis Zudar – beschrieben werden.
Ein tolles Buch zum Schmökern. Erstaunlicherweise komplett ohne Fotos, aber die bekommt man ja in den zig Bildbändern über Rügen. Nervig sind nur die sich immer wiederholenden Anmerkungen zum aktuellen politischen Geschehen. So muss Teschke gleich mehrmals sagen, dass der die neue, geplante B96n nicht gut findet. Das ist in Ordnung, es gibt dazu auch noch ein interessantes, spezielles Kapitel am Ende, aber das ewig Draufrumreiten nervt.
Das ist aber das einzige Manko.

Holger Teschke: Gebrauchsanweisung für Rügen und Hiddensee
Piper, 221 Seiten
9/10

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RT im Kino

Das ist das Ende

Dienstag, den 13. August 2013

Was macht man, wenn ein alter Freund zu Besuch kommt? Computerspiele! Fernsehen! Saufen! Kiffen! Saufen! Computerspiele! Saufen! Und auf eine Party gehen.
Als Jay Baruchel (er selbst) seinen Freund, den Schauspieler Seth Rogen (er selbst) besucht, beschließt Seth, Jay auf die Party von James Franco (er selbst) mitzunehmen. Der weiht nämlich ein neues Haus ein.
Doch draußen, in Los Angeles, bricht unterdessen das Chaos aus. Die Apokalypse. Der Weltuntergang. Oder irgendsowas Ähnliches.
Fast alle Partygäste krepieren, nur ein hartes Kern bleibt übrig, darunter Jay, Seth und James. Aber es ist schwierig, das Überleben zu sichern.

Verdammt cool! Der Film heißt zwar “Das ist das Ende”, für den Zuschauer ist das aber alles extrem unterhaltsam und witzig. Und, ja, cool! Vermutlich ist der Film von Seth Rogen, der auch Regie führte, der coolste Film 2013.
In gewisser Hinsicht ist er eine Parodie auf diverse Phänomene. Promikult, VIP-Partys und Katastrophen. Der Fikm nimmt so ziemlich alles auf die Schippe. Bemerkenswert dabei ist, dass sich die Promis alle selbst spielen. James Franco ist James Franco und so weiter. Diverse US-Schauspieler haben Nebenrollen, so zum Beispiel Evan Goldberg, Emma Watson, Jason Segel und Paul Rudd – alle spielen sich selbst. Herrlich, wie sie sich dabei auch auf die Schippe nehmen. So sind Francos Gerüchte, er sei schwul, immer mal wieder ein Thema.
Die Katastrophe, die Monster, Dämonen und Erdbeben sind in “Das ist das Ende” zwar durchaus ernst gemeint, aber wie die Leute damit umgehen, das ist mitunter zum Schreien komisch und nur selten platt. Und wer am Ende übrig bleibt – abwarten!

Das ist das Ende
USA 2013, Regie: Seth Rogen
Sony, 103 Minuten, ab 16
8/10

Hits: 84

ORA aktuell

Oranienburger Schlossparknacht: 7500 Besucher

Dienstag, den 13. August 2013
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Rekord-Besucherzahl bei der Schlossparknacht 2013: In diesem Jahr kamen 7500 Menschen zum Oranienburger Spektakel am Sonnabend.
Für heftige Kritik sorgte das Catering, die Anzahl der Verpflegungspunkte war zu niedrig, da räumten die Verantwortlichen inzwischen auch ein.

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RTZapper

Sportschau – Die Bundesliga am Sonntag

Dienstag, den 13. August 2013
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SO 11.08.2013 | 0.10 Uhr (Mo.) | Das Erste

Erstaunlich! Manchmal lernt die ARD ja doch noch was dazu!
Bislang sendete jedes Dritte Programm am Sonntagabend seine eigene Bundesligasendung mit den Spielen des Tages. Das ist nun vorbei, es gibt jetzt die “Sportschau – Die Bundesliga am Sonntag”, die um 21.45, 22.00 oder 22.05 Uhr in den verschiedenen Dritten zu sehen ist. Und im Ersten.

Die Premiere der neuen Sonntagssportschau lief nach Mitternacht noch einmal im Ersten. Das scheint ein wenig überflüssig, wo sie doch mehr als zwei Stunden zuvor schon auf zig Sendern lief.
Und noch etwas kommt hinzu: Der Sonntagsspielfilm lief diese Woche nun erst um 0.30 Uhr! Ja, wirklich: eine Filmpremiere um 0.30 Uhr! Weil die Sportschau offenbar eine feste Einrichtuung nach dem Talk, der Kultur und der sporadischen Parteitagsberichterstattung ist, rückt der Spielfilm noch weiter in die Nacht. Was wirklich schade ist und nicht wirklich durchdacht scheint.

Zum Glück waren die Quoten der Sportschau-Wiederholung im Ersten so schlecht, dass diese Programmentscheidung ja vielleicht bald zurückgenommen wird und der Fußball wieder nur in den Dritten rollt.

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RTelenovela

Miltzower Schrankentourismus

Dienstag, den 13. August 2013
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Was für ein Tourismuspotenzial! Und in Miltzow, zwischen Greifswald und Stralsund sowie zwischen B96 und B105, wird es nicht genutzt.
Okay, in der Regel liegt die Verweildauer in Miltzow bei etwa einer Minute, so lange braucht man, bis man mit dem Auto durchgefahren ist. Wenn da nur nicht der Bahnübergang wäre.

Miltzow liegt an der Bahnstrecke Stralsund-Greifswald, und für Autofahrer kann es da schon mal länger dauern.
Es ist ein sonniger Nachmittag. Ich reihe mich in den kleinen Stau ein, der an der geschlossenen Schranke wartet. Am kleinen Trafohäuschen steht “scheiß Wessis”, die Miltzower scheinen ein Problem mit durchreisenden Wessis zu haben.

Inzwischen ist ein Regionalzug durchghefahren, er bleibt am Bahnhof stehen. Die Schranken aber, die bleiben unten. Es tut sich nichts. Kurz hatte ich schon den Motor laufen, ich habe ihn wieder abgestellt.
Wenn der Verkehr ruht, dann ist es ganz still in Miltzow. Die Vögel zwitschern. Von einem Zug ist weit und breit nichts zu sehen.
Was wäre das jetzt für ein Service für die Durchreisenden, von denen viele zur Rügen-Fähre nach Stahlbrode unterwegs sind: Ein paar Getränke, eine Zeitung oder ein kleiner Snack. Jetzt könnte doch jemand am Stau entlanglaufen und ein paar Kleinigkeiten verkaufen. Bestimmt würden auch ein paar “Scheißwessis” die Wirtschaft ankurbeln.

Es sind reichlich fünf Minuten, in denen sich nichts tut.
Von Schwante, unweit von Oranienburg, kenne ich das ganz anders. Da geht die Schranke runter, und schon nach wenigen Sekunden donnert der Zug durch. In Miltzow braucht der Autofahrer mehr Zeit.

Dann: ein Zuggeräusch! Im Bahnhof stoppt eine Regionalbahn, ein Herr steigt aus, und der Zug fährt gemächtlich wieder los.
Und endlich: Wir dürfen weiterfahren. Bis zum nächsten Mal – in Miltzow.

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