Tagesarchiv für 7. August 2013

RTZapper

Hitparade im ZDF: Stefan Raab

Mittwoch, den 7. August 2013
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DI 06.08.2013 | 16.00 Uhr | zdf.kultur

Es war Stefan Raabs erster großer Coup: 1994 trat er gleich mehrmals in der “Hitparade im ZDF” auf und sorgte dort für Chaos.
Ende 1993 ging der Musiksender VIVA in Deutschland auf Sendung. Stefan Raab gehörte zum Team, mit der “Vivasion” und den witzigen Interviews darin, fiel er auch gleich auf. Im Sommer 1994 reiste Raab für VIVA zur Fußball-WM in die USA und kreierte einen WM-Song: “Böörti Böörti Vogts”. Das Ding ist sein erster Hit gewesen, und deshalb durfte er damit auch in die Hitparade des verschnarchten ZDF.

Am Dienstagnachmittag war das Spektakel nochmal bei zdf.kultur zu sehen. Raab grinste in die Kamera, pappte sich einen VIVA-Aufkleber ans Hemd und legte los. Er ließ das Studiopublikm furchtbar schief den Refrain singen, startete eine Polonäse durchs Studio und latschte über die zweite Bühne, auf der schon Andy Borg wartete. Später verschwand er während des Songs hinter den Kulissen. Hilflos suchte die Kamera nach dem Interpreten, und irgendwann tauchte er irgendwo wieder auf.
Klar, hat dem piefigen Hitaparaden-Publikum nicht gefallen (und leider wurde die “Hitparade” 1990 mit dem Einstieg von Uwe Hübner unfassbar piefig), es buhte, als es mit ansehen musste, dass Raab das Ding auch noch gewann. Und nicht nur einmal.
Ein bisschen (dringend nötige) Anarchie im Schlagerzirkus.

Raab ist noch da. Die Hitparade dagegen schon längst Geschichte.

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RTelenovela

Portugal (13): Treffpunkt Odeceixe

Mittwoch, den 7. August 2013
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(12) -> 6.8.2013

Wenn der Tag gelaufen ist, wenn es draußen langsam dunkel und vor allem wieder kühler wird, dann kommen sie raus, die Menschen. Dann setzen sie sich zusammen, besprechen den Tag oder sinnieren herum.
In Odeceixe kann man das sehr schön beobachten, und fast ist es schon ziemlich klischeemäßig. Geht man am Abend durch das Dorf spazieren, dann läuft man immer wieder an Gruppen mit Rentnern vorbei. Sie sitzen nebeneinander auf den Bänken. Manchmal schweigen sie, aber meistens haben sie sich viel zu erzählen.
Vielleicht habe ich ja mal das Glück und gehöre im hohen Alter auch zu so einer Gruppe von Leuten.

Aber nicht nur die Alten treffen sich, auch die Jungen, die ganz Jungen. Auf einem der Plätze im Dorf, da wo die vielen Kneipen sind, da herrscht Geschrei. Da treffen sich nämlich die kleinen Kinder von Odeceixe. Die, die da wohnen, oder die, die nur zu Gast sind. Dann rasen sie mit dem kleinen Fahrrad den Berg hinab und wechseln sich dabei immer ab. Sie juchzen, und ehrlich gesagt, sieht das ganz schön gefährlich aus. Die sind ja auch erst 4 oder 5 Jahre alt. Sie spielen irgendein Rollenspiel, das sich den Erwachsenen nicht wirklich erschließt. Sie spielen bis zum Abwinken – oder eher zum Einschlafen. Am Ende, es ist dann gern mal schon 23 Uhr, sind sie völlig fertig.

In der Zwischenzeit versammelt sich auch die Dorfjugend und vermischt sich mit der Touristenjugend. Alle zusammen gehen sie in die Bar, die um 22 Uhr öffnet und aus der schon Popmusik zu hören ist. Lange halten sie sich dort aber nicht auf, vielleicht ist es dort drin doch zu öde. Denn nicht sehr viel später sieht man sie schon wieder in den schmalen Gassen des Dorfes, sie unterhalten sich auf Englisch und Portugiesisch.

So geht das wohl jeden Abend in Odeceixe, und irgendwie hat das was sehr Entspanntes. Also, wenn nicht gerade eines der Kinder auf die Fresse fliegt.

Mal schauen, ich hoffe, dass ich nicht das einzige Mal in Odeceixe zu Gast war. Das Fleckchen Erde ist es wert, wieder hinzufahren.

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