Tagesarchiv für 24. Juli 2013

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Die Hoppe-Chronik (6): Nach dem Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten

Mittwoch, den 24. Juli 2013
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(5) -> 23.7.2013

Irene Hoppe – eine Neu-Vehlefanzer Lebenschronik (6): Mehrere heftige Unwetter in den 70ern / Neue Straßen für die Gemeinde

NEU-VEHLEFANZ
In und um die Gemeinde Neu-Vehlefanz tat sich in den 60er-Jahren einiges. Am 17. April 1961 fand die erste Standortbesichtigung für den geplanten Autobahnbau auf der Strecke Berlin – Hamburg sowie für die Schließung des Berliner Rings statt. Der Bau der Strecke, die genau durch die Gemeinde führt und Klein-Ziethen und Wolfslake voneinander trennt, brachten aber ab 1969 für die Dörfer selbst Verbesserungen. Die 1906 erbaute Pflasterstraße von Vehlefanz nach Wolfslake wurde asphaltiert. 1970 erhielt die Straße in den Ortsteil Neu-Vehlefanz einen Belag – auch die Strecke in der Ortslage selbst.
Am 7. Oktober 1971 ist der Teilabschnitt der Autobahn bis Linum eingeweiht worden. Im selben Jahr bekamen auch die Klein-Ziethener eine befestigte Straße. Der staatliche Forstwirtschaftsbetrieb nutzte ebenfalls die Baukapazität des Autobahnbaus und ließ 1973 die Wege zu den Förstereien Krämerpfuhl und Oberkrämer befestigen.

Der Lebensweg von Irene Hoppe aus Wolfslake verlief unterdessen ganz anders als geplant. In die Landwirtschaft konnte sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Sie wollte Lehrerin in Vehlefanz werden. Doch dann bekam sie Stimmbandknötchen, somit konnte sie auch dieses Vorhaben nicht umsetzen. 1967 begann sie als Sachbearbeiterin im Büro der Gemeinde Neu-Vehlefanz. „Das war eine sehr vielseitige Arbeit“, erinnert sie sich. „Bei uns ist die Rente ausgezahlt worden, ich habe die Bibliothek mit betreut.“
Ende der 60er-Jahre ist Irene Hoppe dann von einem Vertreter des Rates des Kreises gefragt worden, ob sie den Bürgermeisterposten übernehmen wolle. Ihr Vorgänger Richard Schulz hatte gekündigt. „Ich wollte aber erst mal Bedenkzeit.“Aber angesichts des Autobahnbaus sagte sie zu. „Ich habe mich breitschlagen lassen. Und ich wusste: Wenn wir jetzt nichts tun, bekommen wir nichts ab.“ Gemeint ist der schon erwähnte Straßenbau auch in den Dörfern der Gemeinde. Von 1970 bis 1987 war Irene Hoppe Bürgermeister von Neu-Vehlefanz.
In ihre Zeit fallen auch die neuen Hauswasserversorgungen. „Vorher haben wir das Wasser hochgepumpt, erst später kamen wir ans Netz.“

Zwei schwere Unwetter bleiben den Menschen unterdessen in Erinnerung. Am 13. November 1973 fegte ein schwerer Sturm über das Land. Dächer wurden abgedeckt, eine Scheune fiel zusammen, Bäume sind entwurzelt worden und verursachten wiederum Schäden. Ein Baum fiel auf eine Lichtleitung und zerstörte dadurch den Giebel eines Hauses.
Noch schlimmer war der Winter 1978/79. Zu Silvester 1978 setzte ein starker Schneesturm ein. Der Strom fiel aus. Es dauerte Tage, bis die Straßen wieder frei waren, der Schnee türmte sich an den Seiten. Am 13. Februar 1979 fegte der nächste dreitägige Schneesturm über die Gemeinde hinweg. Die Straßen in Neu-Vehlefanz waren nun komplett zugeweht. „Der Schnee türmte sich bis in die Baumkronen“, erinnert sich Irene Hoppe. „Die Versorgungsgüter mussten an einem Wochenende per Traktor über das Feld zur Verkaufsstelle nach Klein-Ziethen gebracht werden.“ Erst am 18. Februar 1979 konnte ein Räumpanzer der NVA kommen und die Gemeinde Neu-Vehlefanz regelrecht aus dem Schnee freibuddeln.

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George

Mittwoch, den 24. Juli 2013
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MO 22.07.2013 | 20.15 Uhr | arte

Götz George brubbelt mal wieder rum, ist sauer auf die ARD. Die gratuliert ihm nämlich zum 75. Geburtstag und zeigt das Dokudrama “George”, in dem Götz seinen Vater Heinrich George spielt. Nur leider zeigt Das Erste den Film nicht zur Primetime, sondern erst um 21.45 Uhr, nach einer “Schimanski”-Wiederholung, und dann auch nicht im quotenstarken Herbst, sondern im Hochsommer. Geht alles gar nicht, findet Götz George.
Dabei ist “George” zwar überraschend spannend, aber nun wirklich kaum für die Primetime geeignet. Immerhin zeigte der Kultursender arte den Film am Montagabend vorab zur besten Sendezeit – und landete einen Quotenerfolg.

Der Film zeigte, wie der Schauspieler Heinrich George mit den Nazis zusammenarbeitete, Er drehte im Auftrag der Faschisten Filme wie “Jud Süß” oder “Kolberg”. Für Letzteren hat Goebbels am Drehbuch mitgeschrieben. Nach Kriegsende musste er sich vor den Russen verantworten, die ihm seine Nazivergangenheit vorwarfen. Am Ende starb er völlig entkräftet im Speziallager Sachsenhausen in Oranienburg.
All das zeigt der Film, und der Zuschauer fragt sich: Was sollen wir nun von Heinrich George halten? War er ein naiver, vielleicht sogar dummer Mann, der einfach nur schauspielen wollte und den Rest übersah oder nicht verstand? Hätte er sich wehren können? War ihm sein Stolz wichtiger als die Ideologie? Oder hatte er gar keine andere Wahl?
Das alles lässt sich heute nicht mehr klären, und diese Frage kann auch “George” nicht beantworten.

Götz George als Heinrich George funktioniert bedingt und nicht durchgängig. Die beiden haben weniger Ähnlichkeiten als gedacht. Das sieht man in den durchaus faszinierenden Originalausschnitten, die reinmontiert sind. Erst später, im Alter, spricht Heinrich wie Götz heute. Dass man Götz zwischendurch beim Schminken für seine Rolle, irritiert ein wenig.

Der Film ist sehenswert, aber doch speziell. Dass die ARD das Dokudrama erst um 21.45 Uhr zeigt, ist angesichts des schwierigen Themas – und so im Bewusstsein der Menschen ist Heinrich George ja heute auch nicht mehr – eine sogar noch recht gute Startzeit, für die die ARD sogar Kompromisse eingeht. Und: Im Hochsommer bekommt man später am Abend vielleicht sogar mehr Zuschauer als zur Primetime.

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ORA aktuell

Praktiker-Pleite: Zukunft der Oranienburger Filiale unklar

Mittwoch, den 24. Juli 2013
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Nach der Insolvenz der Baumarkt-Kette Praktiker geht der Verkauf im Oranienburger Pranienpark vorerst normal weiter. Allerdings werde keine Ware zurückgenommen, die vor dem 11. Juli gekauft worden ist, berichtet die Märkische Allgemeine.
Laut Praktiker-Pressesprecher würden die Insolvenzverwalter über das weitere Verfahren entscheiden – es heißt, die Kette soll an einen Investor verkauft werden, die Gläubiger wollen dies verhindern.
Der Markt in Oranienburg hat 45 Mitarbeiter.

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