Tagesarchiv für 18. Juni 2013

aRTikel

Louises Chefin geht in den Ruhestand

Dienstag, den 18. Juni 2013
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Doris Elert leitete zehn Jahre lang das Oranienburger Henriette-Gymnasium

MAZ Oranienburg, 18.6.2013

ORANIENBURG
Eigentlich ist ihr letzter Arbeitstag erst am 31. Juli. Gestern Mittag aber nahmen schon mal die Lehrer und einige Schüler des Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasiums (LHG) Abschied von Doris Elert. Sie geht in den Vorruhestand. 19 Jahre unterrichtete sie am LHG, zehn Jahre leitete sie im Haus die Geschicke. „Ein bisschen traurig ist das schon“, sagte sie gestern. „Die Arbeit hat mir immer Spaß gemacht.“

Wie es aussah, hatten aber auch ihre Kollegen oft Spaß mit ihrer Schulleiterin. Sie organisierten ein etwa 45-minütiges Programm. Doris Elert bekam Geschenke und mehrere Ständchen. „Hör mal zu, Doris! Es ist Zeit für dich, zu gehen“, sang Lehrer Achim Dawid auf die Melodie von „Gute Nacht, Freunde!“. Da kullerte nicht nur bei der Schulleiterin die eine oder andere Träne, auch im Kollegium sind feuchte Augen zu beobachten gewesen.
Eine Schülergruppe sang darüber, wie verständnisvoll Elert gewesen sei, „wenn wir den Verstand verlieren. Merci, dass es Sie gibt!“. Eines der Geschenke war ein LHG-T-Shirt, so wie alle Abgänger eines bekommen. Der Unterschied: Auf Doris Elerts Shirt steht nicht ein Jahr, sondern: „1994 bis 2013“.

Bevor sie zum damals neu eröffneten LHG kam, unterrichtete sie an der Torhorstschule, der damaligen Pablo-Neruda-Grundschule sowie in Zossen und Friedrichsthal. Im Oranienburger Pionierhaus war für die mathematische Förderung zuständig. Sie selbst hat ihr Abi am heutigen Hennigsdorfer Puschkin-Gymnasium abgelegt. Aufgewachsen ist sie in Vehlefanz.
Am LHG schätzt sie den Umgang mit den Schülern. „Ich denke, wir sind sozial sehr engagiert“, sagte sie. „Wir tun viel für die Mathematik, sind aber auch musisch gut aufgestellt.“ Gern wird sie sich an die Frühlings- und Weihnachtskonzerte sowie an die diversen Theateraufführungen erinnern.
Wenn sie im August in den Ruhestand geht, steht erst mal Urlaub auf dem Plan. Bis Januar geht’s nach Südtirol, Marburg, Mallaga und Graal-Müritz. Ich bin völlig ausgebucht“, sagt Doris Elert und lächelt.

Ab dem neuen Schuljahr leitet Gabriele Schiebe das LHG kommissarisch. Die Entscheidung über einen neuen Schulleiter ist durch das Schulamt vertagt worden.

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RTelenovela

Radtour (26): Das Tempo-10-Geheimnis

Dienstag, den 18. Juni 2013
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(25) -> 3.5.2013

Platt. Also, jedenfalls fast. Bevor ich mein Fahrrad aus dem Keller geholt habe, war mir noch vollkommen unklar, wo ich eigentlich hinfahren will. Als ich dann den Vorderreifen befühlte, wusste ich es: zur Tankstelle, die Reifen aufpumpen.
Die nächste Tankstelle von mir aus ist die an der Sachsenhausener Straße. Vorsichtig eierte ich am Bahndamm entlang. Mit fast plattem Reifen fährt es sich schon ein wenig seltsam.
Die Tanke nimmt glücklicherweise noch kein Geld dafür, dass man sich Luft zapft. In Berlin ist das teilweise ja wohl schon anders.

Meine Reifen waren wieder aufgepumpt, und mein Blick fiel auf das geschwungene M.
Eine gute halbe Stunde später setzte ich die Fahrt fort. In Sachsenhausen, an den Schleusen, begab ich mich auf eine Mini-Exkursion.
Diesmal aber nicht entlang des Weges zur Biberfarm, sondern auf der anderen Flussseite die verlängerte Granseer Straße (laut Google-Maps) entlang. Ein idyllisches Fleckchen Erde, das ich bisher nicht kannte. Auf dem Wasser schwimmen lauter Seerosen. Angler versuchen ihr Glück, es herrscht eine andächtige, natürliche Stille.

Ich radele am Sportplatz des TuS Sachsenhausen entlang und biege in die Eichenallee ein. Wer hier ein Häuschen hat, kann sich glücklich schätzen. Viel los ist hier nicht, die pure Natur, dazu das Wasser. Mal abgesehen von den Mücken muss es dort herrlich sein.
Die Allee führt zur Friedrich-Siewert-Straße und zur Brücke über den Ruppiner Kanal (Rhin). Davor gibt’s für Autofahrer eine kleine Überraschung. Es ist nämlich nur erlaubt, mit Tempo 10 (!) über die Brücke zu fahren. Was allerdings stark übertrieben ist. Andererseits würde jeder Autofahrer, falls er dort geblitzt wird, mit einem Einspruch Recht bekommen. Das Tempo-10-Schild ist nämlich clever hinter einem Busch versteckt. Es ist das große Sachsenhausener Geheimnis. Aus dem Auto heraus ist es jedenfalls nicht zu erkennen.

Ich radele entlang des Oranienburger Kanals bis zur Eden-Brücke und wieder in die Stadt zurück.

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RTZapper

Tagesthemen: Tom Buhrows Abschied

Dienstag, den 18. Juni 2013
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SO 16.06.2013 | 23.25 Uhr | Das Erste

Da standen sie wieder alle aus dem ARD-Team, überreichten Blumen und applaudierten: Tom Buhrow moderierte am Sonntagabend seine letzten “Tagesthemen”, weil er nun etwas (noch) Besseres vor hat: Er wird WDR-Intendant.
Als Marc Bator neulich seine letzte “Tagesschau” las, hat niemand applaudiert, verabschieden durfte er sich auch nicht, denn er ging zu Sat.1, und die Privaten sind bäh, da gibt’s keine Blumen vom NDR.

Wer wird denn nun eigentlich Nachfolger von Buhrow? Das ist leider keine einfache Frage, denn es handelt sich hier schließlich um die ARD, die das entscheiden muss.
Das, ähm, Problem ist folgendes: Ein Moderator der “Tagesthemen” muss vom NDR kommen, einer vom WDR.
Ingo Zamperoni, Buhrows bisherige Vertretung und für viele Wunschkandidat für die Nachfolge, kommt vom NDR. Da Caren Miosga aber auch eine NDR-Frau ist, geraten NDR und WDR in ein Kompetenzstreit. In der ARD muss schließlich alles seine Ordnung haben.
Ein Lösungsvorschlag (wenn man das so nennen will): Der WDR lässt alle paar Wochen den 61-jährigen New-York-Korrespondenten Thomas roth einfliegen. Schließlich kann der junge Mann richtig frischen Wind in die Nachtichtensendung bringen. Hüstel.

Davon will man aber bei ARD nun nichts wissen. Thomas Roth ist raus, und eigentlich weiß niemand bei der ARD, wer eigentlich den Namen ins Spiel gebracht hat.
Warten wir also ab, wen der WDR vorschlägt, und ob Ingo Zamperoni vom NDR wieder ins zweite Glied zurücktreten muss. Letzteres passiert hoffentlich nicht.

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RT im Kino

Before Midnight

Dienstag, den 18. Juni 2013

Celine und Jesse. Ein Filmpaar, das uns jetzt schon 18 Jahre begleitet. 1995 haben sie sich in “Before Sunrise” ineinander verliebt. 2004 trafen sie sich in “Before Sunset” wieder. Jetzt haben wir 2013, und in “Before Midnight” erleben wir die beiden wieder.

Inzwischen sind Celine (Julie Delpy) und Jesse (Ethan Hawke) ein Paar und haben Zwillinge. Sie machen Urlaub in Griechenland, erleben wunderschöne sechs Wochen. Wenn doch nur die Sache mit Hank (Seamus Davey-Fitzpatrick) nicht wäre. Jesses Sohn aus erster Ehe muss zurück in die Staaten, und Jesse hätte eigentlich gern mehr Zeit ihm mit. Er bringt die Idee – nur die Idee – ins Spiel, vielleicht in die USA zu ziehen.
Doch da macht Celine nicht mit. Es beginnt ein Schlagabtausch, in dem alles auf den Tisch kommt, was eine Beziehung so ausmacht.

Natürlich, “Before Midnight” funktioniert für den Zuschauer dann am besten, wenn er die beiden schon aus mindestens einem der vorangegangen Filmen kennt – unbedingte Voraussetzung ist es jedoch nicht.
Julie Delpy und Ethan Hawke liefern erneut ein kleines Meisterwerk ab. Es wirkt, als ob wir heimlich dabei sind, wie sie sich unterhalten, sich necken und am Ende auch streiten. Minutenlang verfolgen wir sie ganz ohne Schnitt. Langweilig ist das nicht. Vielmehr hängt man den beiden quasi an den Lippen.
Richard Linklater setzt die Geschichte mit ganz einfachen Mitteln um, auf recht simple Art. Es sind die beiden Hauptdarsteller, die daraus etwas großes Kleines machen.

Before Midnight
USA 2012, Regie: Richard Linklater
Prokino, 109 Minuten, ab 6
8/10

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