Tagesarchiv für 20. Mai 2013

RT im Kino

Der große Gatsby

Montag, den 20. Mai 2013

Was für ein Spektakel! Jedes Wochenende versammeln sich tausende Menschen im Schloss des reichen Jay Gatsby (Leonardo DiCaprio), um zu feiern, sich feiern zu lassen oder um es einfach nur mal zu erleben.
Gatsby selbst lässt sich nur selten auf den Partys blicken, und niemand weiß so genau, warum diese rauschenden Feste überhaupt stattfinden.
Sein Nachbar ist der Nachwuchsautor Nick Carraway (Tobey Maguire), er ist der einzige, der eine Einladung zur Party bekommt – von Gatsby persönlich. Sie lernen sich nach und nach kennen. Aber Gatsby hat nur ein Ziel: Er will Nicks Cousine Daisy (Carey Mulligan) kennenlernen. Doch die ist mit einem reichen Schnösel verheiratet.

Es ist mitunter ein echter Rausch, in den uns Regisseur Baz Luhrman mit “Der große Gatsby” bringt. Er entführt uns nach New York im Jahr 1922 mit seinen großen Partys und den ausschweifenden, aber heimlichen Trinkgelagen. Schnelle Schnitte, tolle Musik, Wahnsinnslocation – der Film hat geradezu atemberaubende Augenblicke.
Gatsby ist ein Mann voller Geheimnisse, aber Nick Carraway scheint dem Mann nahezukommen, wir erfahren, wir er wirklich zu seinem Geld kam und was sein eigentlicher Grund für die Party ist: Liebe, reine Liebe. Gatsby führt sein Leben einzig und allein für Daisy. Doch er muss einsehen, dass er sich das vielleicht doch alles zu einfach macht, und so führt das alles in die unweigerliche Katastrophe.
Es gibt ein paar Momente, in den Luhrmanns Film ein bisschen zu sehr künstlich-bonbonmäßig aussieht, wo man auch als Zuschauer sieht, dass die Akteure nur vor einer Leinwand stehen. Aber über weite Strecken ist “Der große Gatsby” überaus spannendes, unterhaltsames Kino voller Emotionen.

Der große Gatsby
USA 2013, Regie: Baz Luhrmann
Warner, 142 Minuten, ab 12
8/10

Hits: 143

RTelenovela

Ein Stück Familie weggerissen

Montag, den 20. Mai 2013
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Fünf Tage Schweden, und danach ist in der Heimat nichts mehr so, wie es war.
Als ich am Sonnabend das erste Mal wieder zu Hause, in meinem Elternhaus, war, gab es gleich mal einen Schock: Das kleine Haus auf dem Nachbargrundstück – es ist weg. einfach weg. Mehr als ein Loch im Sand ist nicht übrig geblieben.

Es war nicht irgendein Haus. Darin lebte bis wenige Jahre vor ihrem Tod 2010 meine Großtante. Als Kind bin ich dort ein- und ausgegangen.
Mit ihr, meiner Oma und den Nachbarinnen gab’s dort viele Spielenachmittage. Oft habe ich aus der Zeitung vorgelesen, und natürlich bekam ich dort auch ein lecker Mittagessen, wenn es mal zu Hause nichts gab oder es zu wenig war oder ich einfach trotzdem noch Appetit hatte.
Ich werde mich an die zwei Stufen erinnern, die in ihren Flur führten. rechts vom Flur war das Badezimmer, in dem es zu Ostzeiten immer recht kühl war. Geradeaus ging’s in die Küche mit dem uralten Küchenschrank. Links vom Flur war das Wohnzimmer, da saßen wir alle immer rund um den Tisch. An drei Seiten standen Stühle, an der Wand stand das Sofa. Vom Wohnzimmer ging rechts das Schlafzimmer ab, gerade war die Veranda.

Ein fester Familientermin war der 30. August, ihr Geburtstag. Da versammelten wir uns in ihrem Haus oder im Garten. Sie machte ihren Kartoffelsalat, dazu gab’s Würstchen, Brot und Aufschnitt.

Ich kenne mein Viertel nicht ohne dieses Haus. Vergangene Woche kam der Bagger, er brauchte zwei Tage, um das Häuschen wegzureißen. Und mit ihm die Wiese, den Gartenweg, alles. Nun ist das Grundstück nebenan leer. Der neue Besitzer will dort ein neues Haus bauen.
Es fehlt etwas. Ein Stück Familie ist wieder Geschichte.

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