Tagesarchiv für 4. April 2013

RT im Kino

End of Watch

Donnerstag, den 4. April 2013

Officer Brian Taylor (Jake Gyllenhaal) und sein Partner Mike Zavala (Michael Peña) haben immer mehrere Kameras dabei, wenn sie im Einsatz sind. Mit diesem Videoprojekt wollen sie mal ganz groß rauskommen.
Sie überwachen in Los Angeles den Hexelkessel South Central. Ein gefährliches Pflaster. Was sie nicht daran hindert, zwischendurch immer mal ihre Scherze zu machen. In ihrer jahrelangen Zusammenarbeit sind sie Freunde geworden, Brüder.
Als sie einen Mann in seinem Auto überprüfen wollen, zieht der eine Knarre. Sie nehmen ihn fest. Was sie da noch nicht ahnen: Der Mann ist Drogenkurier, und in seinem Handy finden sich brisante Handynummern und Adressen. Sie stechen in ein Wespennest.

Regisseur David Ayer wählte für seinen Film eine ungewöhnliche Machart – die einer Dokusoap. Denn ein überwiegender Teil wird von den Kameras abgefilmt, die die beiden Cops benutzen. Immer zieht Ayer das aber nicht durch, weshalb diese ganze Idee dann doch irgendwann fragwürdig erscheint.
Der Film funktioniert aber auch ansonsten anders als sonst. Es gibt keinen direkten Spannungsbogen. Wir tauchen einfach ein in den scheinbaren Berufsalltag. Einsatz. Warten. Späße. Einsatz. Die Drogengeschichte passiert fast schon nebenher. Dennoch gibt es viele spannende Augenblicke. Der Showdown am Ende ist fast keiner.
Der Überraschungsmoment am Ende ist Ayer leider nicht gelungen – der ist überflüssig und Blödsinn und macht das Ende fast schon kaputt, weil der Zuschauer ein bisschen auf den Arm genommen wird (auf der DVD gibt’s ein alternatives Ende).

End of Watch
USA 2012, Regie: David Ayer
Universal, 109 Minuten, ab 16
6/10

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RTelenovela

Verlorenort

Donnerstag, den 4. April 2013
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Es wird mal wieder Zeit für eine Oberhavel-Expedition. Und wieder mal eine Ortschaft in meinem Heimat-Landkreis kennengelernt, in der ich bisher noch nie war: Verlorenort. Der Ort liegt – der Name sagt es – ziemlich verloren irgendwo zwischen Sommerswalde, Hohenbruch und Kremmen. Verlorenort gehört zu Hohenbruch und damit zu Kremmen.

Mehr als fünf Häuser hat Verlorenort nicht zu bieten. Es gibt wohl mehrere Legenden, wie es zum Ortsnamen kam. Eine besagt, dass vor Ewigkeiten mal ein Pferdetreck durchzog. Die Leute suchten einen Platz zum Wohnen, und genau dort brach ein Rad ab. Der Wohnplatz war gefunden.

Von Sommerswalde/Hohenbruch führt immerhin eine asphaltierte Straße nach Verlorenort. Kurz bevor ich den Wohnplatz erreichte, stoppte ich den Wagen. Gut 100 Meter vor mir, spazierte eine Herde Rehe über die Straße. Sie hatten es überhaupt nicht eilig. Warum auch? Vermutlich fahren nur ein Dutzend Autos pro Tag da lang. Wenn überhaupt. Die Rehe trotten zwischen den Bäumen umher. Wenige Meter von ihnen entfernt, sah ich zwei Wildschweine, die sich nicht von der Stelle bewegten. Es schien, als ob sich die Tiere gegenseitig beäugten. Dabei blieb es, als ich weiterfuhr.

Das Spannendste ist, ehrlich gesagt, eigentlich nur das grüne Ortsschild von Verlorenort. Ehe man sich’s versieht, ist man schon am anderen Ende. Aus der Asphaltstraße wird in Richtung Kremmen ein huckliger Waldweg.

Auf der linken Seite, am Waldrand, erblickte ich einen Baum. Daran befestigt waren ein halbes Dutzend Schuhe. Stiefel, Lederschuhe. Unten lag noch eine Randkappe, angelehnt an den Baum. Keine Ahnung, welche Bedeutung das hat. Vielleicht sammeln die Verlorenorter dort ihre Fundstücke. Schuhe – verloren in Verlorenort.

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