Tagesarchiv für 4. März 2013

RTelenovela

Portugal (8): Grândola vila morena

Montag, den 4. März 2013
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(7) -> 3.3.2013

Portugal ist von der Wirtschaftskrise ziemlich gebeutelt, und die Leute merken das jeden Tag. Auch der Teil meiner Familie, der in Lissabon lebt.
Die Gehälter im öffentlichen Dienst sind drastisch gekürzt worden, heute bekommt man oft nur noch 65 Prozent des Gehalts von vor ein paar Jahren. Die Steuern sind erhöht worden. Die Mieten steigen. Die Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr sind stark gestiegen. Schülerkarten für Bus und Bahn sind mitunter viermal so teuer wie einst. Die Arbeitslosigkeit wächst – gerade unter den Jugendlichen. Und es wird nicht besser, das macht die Menschen wütend.

Am Sonnabend gingen überall in Portugal die Menschen auf die Straße – zur Manifestación. Auch auf dem Praça do Comércio in Lissabon.
Als wir Ende 2007 dort waren, feierten die Menschen dort ein großes Fest. Bei meiner Rückkehr mehr als fünf Jahre später, treffen sich sich zum Protest.
Schon zu Hause in der Altstadt, haben wir kurz in die Live-Übertragung des portugiesischen Fernsehens RTP reingeschaut, um dann schnell selbst zum Praça do Comércio zu laufen. Wir kamen gerade richtig, als die Masse das alte Kampflied “Grândola vila morena” anstimmte.
Das Lied schrieb am 25. April 1974 Geschichte. Geschrieben worden ist es vom Liedermacher José Afonso. Es lief nachts im Radio, gesungen vom antifaschistischen Protestsänger Zeca Afonso. Es war damals das Signal für die Bewegung der Streitkräfte und den Sturz der damaligen Diktatur.
Am Sonnabend um Punkt 18.30 Uhr ertönte überall auf den Demos eben jene Version dieses Liedes (Link). Auf dem Praça do Comércio in Lissabon sangen die Menschen lauthals mit, sie hielten Nelken oder Rosen in die Höhe – oder schlicht die geballte Faust. Ein sehr erhebender Augenblick, den ich dort in Lissabon miterleben durfte.

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RTZapper

Die Rückkehr der Radiolegenden: Thomas Gottschalk

Montag, den 4. März 2013
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FR 01.03.2013 | 10.05 Uhr | radioeins

Thomas Gottschalk! Der Mann ist nicht nur eine Fernsehlegende, der mit ZDF-Shows wie “Na sowas” und “Wetten, dass…?” Karriere machte. Gottschalk war viele Jahre auch ein Radiogott, der Hero beim Bayerischen Rundfunk, der Star auf Bayern 3.
Ein kleines Gefühl, wie das war – aber auch ein Gefühl, wie auch heute noch gutes Raduio funktioniert -, bekamen Hörer von radioeins am Freitagvormittag.

Thomas Gottschalk moderierte drei Stunden lang live “Die Rückkehr der Radiolegenden” – der elfte und letzte Akt der Reihe.
Es war wunderbar! Gottschalk hat es nicht verlernt. Mit ruhiger und dennoch wacher Stimme führte er durch seine kleine Show, begrüßte mit Bernd Fritz den Mann, der ihn einst mit der Buntstiftwette bei “Wetten, dass…?” foppte. Mit Gregor Rottschalk, noch so einer Radiolegende, sprach er über vergangene und heutige Zeiten. Mit einer radioeins-Praktikantin sinnierte Gottschalk über das Radio von heute und wie sich die junge Frau das so vorstellt.
Dazu mal ganz andere, aber überwiegend wunderbare Musik, die man so auf radioeins nur noch selten vorgesetzt bekommt.

So muss Radio öfter sein: Man sitzt da, und kann eigentlich nicht genug bekommen. Es ist dann mehr als ein Begleitmedium, egal, ob zu Hause, im Auto oder im Büro. Es ist mehr als das bloße Ansagen von Musiktiteln oder dem, was denn morgen in der Morningshow passiert.
Deshalb war diese “Rückkehr der Radiolegenden” eine tolle Reihe. Kuttner mit dem “Sprechfunk” war mal wieder eine Offenbarung, es gab Schlager, Techno und lustige Ausflüge in die Radiovergangenheit. Bitte mehr von solchen Events!

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