Tagesarchiv für 24. Februar 2013

RTelenovela

Tegel: Der Niedergang der Einkaufsmeile

Sonntag, den 24. Februar 2013
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Als wir im November 1989 die ersten Male nach West-Berlin fahren durften, war das Tegel-Center in Berlin unsere erste Einkaufs- und Bummeladresse. In der Passage in der Gorkistraße war ein großes Kaufhaus, im Burger King sammelte ich meine erste Fast-Food-Erfahrung, und das Begrüßungsgeld holten wir uns dort auch ab.

In Zeiten der großen Shoppinghäuser wie die Hallen am Borsigturm, unweit des Tegel-Centers, verkommen diese Einkaufsmeilen mehr und mehr.
Nun gut, das Wetter war am Sonnabend recht ungemütlich, es schneite und es war windig. Auf ein leeres Kaufhaus zu sehen, ändert aber nicht die grundsätzliche Lage. Hertie steht leer, bald soll dort wohl ein Billigmarkt einziehen. Burger King gibt’s auch nicht mehr, dafür ein Bäcker, in dem sich die Verkäuferinnen langweilen, weil kaum jemand kommt – und sie trotzdem noch drei Stunden ausharren müssen.

Dass die Meile mit ihren öden Steinhaufen ganz allgemein unfassbar hässlich ist, macht die Sache nicht besser.
Ich bin auch nur durchgelaufen, weil ich zum C&A auf der anderen Straßenseite wollte (in den Hallen am Borsigturm gab’s kein Geschäft mit einem vernünftigen Angebot an Hosen). Aber ich vermute, zum Tegel-Center wird mich auch in Zukunft nicht mehr viel hinführen.

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RT im Kino

Les Misérables

Sonntag, den 24. Februar 2013
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Es gibt diese Momente im Kino, da ahnt man schon nach fünf Minuten: Nein, das wird nix. Aber ich hätte das eigentlich vorher wissen können. Ich halte nur wenig von Musicals im Kino. Sicherlich, es gab Ausnahmen, “Romeo + Julia” war in den 90ern ein großartiges Filmmusical, was auch an der Filmoptik und ein paar weiteren Aspekten lag, auch “Mamma Mia” war toll, was aber angesichts der tollen ABBA-Songs nicht schwer war. Diesmal “Les Misérables”, immerhin für diverse Oscars nominiert.

Das Musical und seine Geschichte sind unter Fans wohlbekannt. Jean Valjean (Hugh Jackman) wird vom skrupellosen Polizeibeamten Javert (Russell Crowe) verfolgt. Valjean geht in den Untergrund und nimmt ein kleines Mädchen in seine Obhut. Das ändert sein Leben gewaltig.

Dies ist wahrscheinlich eine der subjektivsten und unprofessionellsten Texte in dieser Kinorubrik. Andererseits handelt es sich bei “Les Misésables” auch um mein schlimmstes Kinoerlebnis seit sehr langer Zeit. Dass ich das Kino vorzeitig verlasse, ist ein absoluter Ausnahmefall.
Ich kann einfach keinen Film ernstnehmen, in dem ständig und in unpassenden Augenblicken gesungen wird. Das kann im Konzerthaus gut sein, auf der Kinoleinwand kann das sehr albern wirken. Russell Crowe im Seemannskostüm wie er drohend einen Unterwürfigen ansingt – lächerlich. Viele der Songs tun zudem in den Ohren weh, wenn auf Biegen und Brechen irgendein Dialog versongt werden musste. Von einigen bekannten Liedern natürlich mal abgesehen.
Wirklich albern ist es, die Gesangsparts zwar im Englischen zu belassen und sie zu untertiteln, die Sprechseuquenzen jedoch zu synchronisieren. Was dazu führt, dass einzelne Wörter oder ein Minidialog deutsch gesprochen werden und es dann schon auf Englisch weitergeht.
Sicherlich, die Schauspieler – unter ihnen auch Anna Hathaway, Amanda Seyfried, Helena Bonham Carter und Sacha Baron Cohen – machen ihre Sache gut, die Optik ist meist ganz okay. Aber dennoch: “Les Misérables” und ich – das ist ein ganz großes Missverständnis.

Les Misérables
GB 2012, Regie: Tom Hooper
Universal, 158 Minuten, ab 12
0/10

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RTZapper

Willkommen Österreich: Wigald Boning

Sonntag, den 24. Februar 2013
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FR 22.02.2013 | 1.10 Uhr (Sa.) | 3sat

Schon mal was von Wigald Bonings neuer Sammelleidenschaft gehört? Nein? Das wundert mich aber, tingelt er doch damit gerade durch die Talkshows.
Wigald Boning (“RTL Samstag Nacht”) hat in den vergangenen 14 Jahren ausrangierte Einkaufszettel gesammelt und diese jetzt in einem Buch zusammengestellt.

Das hat er nun davon: In diversen Talkshows muss er nun sein eigenes Buch promoten und die immer gleichen Witze machen, über die immer gleichen Gags der Moderatoren kichern die immer selben Einkaufszettel vorlesen.
Bei “TV total”, neulich auf ProSieben” war das noch ganz witzig. Bei “Markus Lanz” mit Markus Lanz im ZDF schien das nur noch ein Abfragen von bestimmten Zitaten. Am Dienstag war er bei Grissemann und Stermann in der ORF-eins-Late-Night-Show “Willkommen Österreich” zu Gast (in der Nacht zu Sonnabend auf 3sat wiederholt), wo er dann alle Witzchen auch wieder total lustig fand.

Den ewig gleichen Scheiß immer wieder über sich ergehen zu lassen, immer wieder dasselbe zu erzählen – um sein Buch zu verkaufen, muss er das machen. Blöd nur, dass ich ausgrechnet die Sendungen mag und sehe, in denen er dann immer wieder zu Gast ist. Aber, Wigald, ich höre mir deine Geschichten gern ein viertes Mal an, und dein Buch habe ich ja auch schon…

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