Tagesarchiv für 29. Januar 2013

RTelenovela

Bahnbekanntschaften (71): Der Grabbler

Dienstag, den 29. Januar 2013
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(70) -> 26.10.2012

In der S1 nach Oranienburg versammeln sie sich schon ab dem Bahnhof Gesundbrunnen im Abteil um mich: Vater, Mutter, Kind. Er riecht stark nach Fusel. So riechen normalerweise Alkoholiker.
Und er scheint sich für einen Spaßvogel zu halten. Liest seine ihm gegenüber sitzende Frau Zeitung, schnappt er sich den anderen Teil, tut so, als würde er auch lesen wollen und hält sie über die seiner Frau. Die findet das nur so ein kleines bisschen komisch. In ihren Augen spiegelt sich Ärger.

Der Typ scheint Rainer Brüderle als Vorbild zu haben, denn auch er ist ein Fummler. Seine Finger wandern immer mal wieder auf die Knie seiner Frau. Die findet das nicht wirklich komisch. In ihren Augen spiegelt sich noch mehr Ärger. Was ihren riechenden Ollen nichtr davon abhält, weiterzumachen. Er findet das unglaublich komisch.
Dazu macht er unglaublich beschissene Witze, und als seine Tochter irgendwas fragt, sagt er: “Wer viel fragt, bleibt dumm.”
Muahahaha.
In Hohen Neuendorf steigen sie alle aus, und die Luft im Abteil wird langsam besser.

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RTZapper

Die Simpsons: Folge 500

Dienstag, den 29. Januar 2013
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MO 28.01.2013 | 20.15 Uhr | ProSieben

500 Folgen! Seit fast einem Vierteljahrhundert flimmern “Die Simpsons” nun schon über unsere Bildschirme. Anfangs im ZDF, inzwischen lange Zeit auf ProSieben prägte die Serie schon mehrere Zuschauergenerationen.

ProSieben zeigte am Montagabend zuerst Folge 500, dann Folge 2. Eine Reise aus dem Jahr 2012 ins Jahr 1990. Genau 22 Jahre lagen zwischen beiden Folgen, und es schienen Welten zu sein.
In Folge 500 wurden die Simpsons aus Springfield geschmissen, in Folge 2 wurde aus Bart ein Genie, der auf eine Schule mit lauter klugen Kindern kommt.

Am auffälligsten sind die verschiedenen Zeichenstile. Anfang der 90er erschienen die Simpsons noch schräger, ruppiger, dreckiger gezeichnet. Die Synchronisation war dagegen an vielen Stellen braver als heute.
Aber auch die Geschichten sind heute nicht mehr so witzig, es scheint sich vieles zu wiederholen. Hinzu kommt, dass die Serie von ProSieben – wie viele andere auch – hoch- und runtergenudelt wird.
So kommt es, dass ich nur noch selten bei der gelben Familie reinschaue. Dennoch: Glückwunsch!

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RTelenovela

Der Hund, dein Sklave

Dienstag, den 29. Januar 2013
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Klar, ein Hund sollte schon irgendwie aufs Herrchen hören. Ansonsten gäbe es ein großes Chaos im Haus, im Garten, beim Spazierengehen. Aber alles hat seine Grenzen, finde ich.
Auf der Grünen Woche stießen wir am Sonntag zufällig auf eine Vorführung eines Hundetrainervereins. Die Leute aus Velten zeigten, was sie denn Tolles mit ihren Hunden machen können.

Die Tiere horchten aufs Wort. Sie machten “Sitz”, sie machten “Platz”, und machten auch nichts anderes, so lange man es ihnen nicht sagte.
Wir als Zuschauer hatten jedoch kein gutes Gefühl dabei. Viele der Hunde sahen nicht besonders glücklich aus. Ständig sahen sie untergeben ihr Herr/Frauchen an, einige wirkten regelrecht abwesend. Wie Roboter machten sie, was die Menschen ihnen sagten.
Später kam ein Mann mit seinem Hund. Er hatte sich Monate zuvor an die Trainer gewandt, weil er mit dem Tier nicht mehr klar kam. Und nun hörte auch dieser Hund aufs Wort. Und auf jede Geste. Hob Herrchen den Arm, duckte sich das Tier. Und uns wurde mulmig. Tiere, die sich ducken, haben normalerweise keine schönen Dinge erlebt. Der Hund dieses Mannes wirkte gebrochen, willenlos, wie ein Sklave des Menschen, ohne eigene Reflexe.

Dazu erzählte eine Ansagerin, wie sie denn gern den Hund hätte, was er zu tun habe und was nicht. “Ich will den Hund so und so…” Grauenvoll.
Ich finde das ganz furchtbar. Klar, so ein Hund muss irgendwie erzogen werden. Aber alles hat seine Grenzen. Das Tier muss immer noch ein Hund sein. Die, die wir auf der Messe in Berlin gesehen haben, waren Zombies.

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