Tagesarchiv für 10. Januar 2013

RT liest

Sven Böttcher: Prophezeiung

Donnerstag, den 10. Januar 2013

Das Buchcover sieht finster aus, und der Titel lässt auch Böses erahnen: “Prophezeiung”. Die Welt wird untergehen – also, zumindest im Regen, der in Strömen auf Nordeuropa prasselt.
Und es soll noch dramatischer werden.

Die junge Forscherin Mavie Heller hat gerade ihren Job beim Klimainstitut IICO auf La Palma angetreten, als sie “Prometheus” kennenlernt. Sie stößt auf die Daten eines Computers, der haarsträubende Daten errechnet hat. Regen und Überschwemmungen im Norden. Dürre im Süden. Millionen Tote überall.
Als rauskommt, dass Mavie in diesen Daten gestöbert hat, wird sie gefeuert. Aber für sie steht fest: Diese Daten müssen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Es ist wie in Katastrophenfilmen: Lange passiert nichts, da wird von eventuellen Unglücken gesprochen, sie werden hinaufbeschworen. Erst irgendwann im letzten Drittel geht’s los.
So ist es auch im Roman von Sven Böttcher. Wir lesen von Katastrophen, die passieren könnten. Wir erfahren “aus dem Off”, dass irgendwo da draußen schon einiges passiert. Aber der Leser ist nicht am Ort des Geschehens, sondern dort, wo darüber palavert wird. Zoff unter Wissenschaftlern, Erpressungen, Überfälle, Lügen und Fälschungen. Das ist gerade am Anfang eher ermüdend, man hat das Gefühl, dass sehr lange nichts Spannendes passiert.
Erst als sich die Geschichte nach draußen verlagert, ins absaufende Hamburg, da gewinnt die Geschichte an Spannung, an Tempo. Aber leider ein wenig zu spät.

Sven Böttcher: Prophezeiung
KiWi Paperback, 487 Seiten
5/10

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RTelenovela

Kamu televizyonu in Vehlefanz

Donnerstag, den 10. Januar 2013
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So tot, wie man manchmal denkt, sind viele Dörfer gar nicht. Vehlefanz zum Beispiel hat gleich zwei Einkaufsmärkte, die sogar in Sichtweite stehen und um Kunden buhlen. Auch eine Apotheke, einen Lottoladen und einen Dönerimbiss gibt’s dort.

Es war gerade Mittagszeit, deshalb machte ich meine Mittagspause im Dönerladen von Vehlefanz. Das Ding kostet zwar 50 Cent mehr als in Oranienburg, also 3 Euro, ist dafür aber sehr reichhaltig. Ohne, dass man es sagen muss, gibt’s ordentlich rohkost zum Fleisch und einen Batzen Soße.
Sogar einen großen Fernseher haben sie sich in dem Laden gegönnt. Allerdings scheint das kein Service für die Kunden zu sein, sondern ausschließlich für die Mitarbeiter. Es läuft eine Sportsendung auf einem türkischen Kanal. Irgendeine Talkshow, in der sich zwei Leute über irgendwas unterhalten, was wohl mit Sport zu tun hat, denn im Hintergrund sind irgendwelche Fußballbilder zu sehen.
Als mich der Dönermann fertig bedient hat, hat er sich dann auch gleich auf seinen Hocker gesetzt und ferngesehen. Gut, dass ich eine Zeitung mithatte.

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