Tagesarchiv für 19. Dezember 2012

aRTikel

Martin Helmchen spielt für Ruanda

Mittwoch, den 19. Dezember 2012
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Gemeinsam mit seiner Frau Marie-Elisabeth Hecker tritt der Pianist am Sonntag in Vehlefanz auf

MAZ Oranienburg, 19.12.2012

Der 30-Jährige lebte lange in Schwante, inzwischen ist er ein Weltstar, der bereits zweimal mit dem Echo-Klassik ausgezeichnet wurde.

VEHLEFANZ
In den vergangenen Wochen trat der Pianist Martin Helmchen (30) in der Berliner Philharmonie auf, in der Jonas Hall in Houston und im Leipziger Gewandhaus. Am kommenden Sonntag gibt er ein Konzert im Saal der Freikirche in Vehlefanz. Der zweimal mit dem Echo-Klassik ausgezeichnete Musiker kehrt damit in seine alte Heimat zurück. Seine Eltern leben noch heute in Schwante, Helmchen ist weiterhin Mitglied der Vehlefanzer Gemeinde.

Er kommt nicht allein, und ein Anliegen hat er auch. Gemeinsam mit seiner Frau, der Cellistin Marie-Elisabeth Hecker, sammelt er für ein Projekt in Ruanda. Es heißt „Music Road“. „Wir wollen Musik mit praktischer Hilfe verbinden“, sagte Marie-Elisabeth Hecker gestern in Vehlefanz.
Bis zu einer Million Menschen starben 1994 beim Völkermord in dem afrikanischen Land, bei dem Hutus gegen die Tutsi-Minderheit kämpften. „Das ist 18 Jahre her, aber jeder, der damals schon lebte, hat in der Zeit jemanden verloren oder war Täter“, so Martin Helmchen. Heute gehe es in Ruanda aufwärts, das Land sei stabil, aber das Trauma habe sich in den Menschen festgesetzt.
Freunde des Paares haben in Ruanda eine Musikschule aufgebaut, schon mehrmals waren Helmchen und Hecker in Kigali, der Hauptstadt. Er unterrichtet Klavier, sie Cello. Ein Ziel sei es, dass auch Waisenkinder die Möglichkeit bekommen, zur Musikschule zu gehen. Dafür möchten die beiden Musiker Geld sammeln, auch in Vehlefanz.

Das Konzert beginnt am Sonntag, 23. Dezember, um 16 Uhr im Saal der Freikirche an der Lindenallee. Es passen bis zu 400 Leute in den Raum. Der Eintritt ist frei. Helmchen und Hecker kündigen ein gut einstündiges Programm mit Werken von Beethoven, Schumann und Ernst Bloch an. Dazwischen möchten sie ihr Projekt vorstellen.
In Vehlefanz spielen sie das letzte von vier Benefizkonzerten. Zwei fanden in der Schweiz und eines in Heckers Heimat Kirchberg in Sachsen statt. Alle Einnahmen des Nachmittags gehen in das Ruanda-Projekt. Karl-Dietmar Plentz aus dem Leitungsteam der Gemeinde sagte gestern zu, dass die Vehlefanzer die anfallenden Nebenkosten übernehmen.

Martin Helmchen hat noch heute Kontakte in seine Ex-Heimat. „Meine Freunde leben hier, aber ich habe viel zu wenig Zeit“, sagte er gestern. Er wohnt mit seiner Frau in Berlin, allerdings sind beide sehr oft in der Welt unterwegs. Helmchen gibt 70 bis 80 Konzerte im Jahr. Auch für den Vehlefanzer Auftritt verzichtet er auf ein seltenes Stück seiner Freizeit.

RTelenovela

Gänsehautmusik

Mittwoch, den 19. Dezember 2012
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Es gibt sie noch, diese Momente, wo man so richtig staunt. Erst gestern wieder, in Vehlefanz. Der Starpianist Martin Helmchen und seine Frau, die Cellistin Marie-Elisabeth Hecker, zeigten auf einem Pressetermin ihr musikalisches Können.

Ein Gänsehautmoment! Diese Konzentration, diese Kraft, die die Cellistin in ihr Instrument gesteckt hat. Die wunderbare Musik, die dabei herauskam.
Am Sonntag geben die beiden ein Konzert in Vehlefanz. Sie wollen dort auch Spenden sammeln für ein Musikschulprojekt in Ruanda, für das sich die beiden engagieren.
Dann können sich hunderte Zuschauer von der Süpielkunst überzeugen.

Bei mir ist in solchen Momenten ein bisschen Wehmut dabei – okay, auch Neid. Ich kann nämlich kein Instrument spielen. Das bedauere ich immer mal wieder. Dabei ist das Klavier, das Helmchen spielt, ein wirklich tolles Instrument. Nun könnte ich natürlich in die Musikschule gehen und lernen. Aber dazu fehlt mir die Zeit – und, wenn ich ehrlich bin, auch die Muße. So bleibt mir also nichts weiter, als mir so ein Konzert anzusehen – und zu staunen.

RT liest

Larry Ebmeier: Spätsommer

Mittwoch, den 19. Dezember 2012

Corey ist pummelig, aber sehr klug. Sein bester Freund in der Schule ist Scott. Corey verehrt Scott, er ist mehr als nur ein bester Freund, aber Scott ist eben der Schönling, den Corey nie haben kann.
Sie verlieren sich aus den Augen, erst Jahre später treffen sie sich wieder. Corey ist immer noch klug, dafür aber nicht mehr pummelig, aber immer noch genauso verklemmt und verschlossen und pedantisch. Scott hingegen ist Mechaniker geworden, durch Corey entdeckt er seine Liebe zum Theater – und dass er schwul ist.
Eine vertrackte Lage, denn Corey hat sich Scott noch immer noch offenbart.

Larry Ebmeiers Roman “Spätsommer”, erstmals 1987 in den USA veröffentlicht, beginnt sperrig. So sperrig wie es auch Corey ist. Die Sprache ist schwerig, sie wirkt holzig. Doch die Geschichte nimmt eine durchaus überraschende Wendungen, die auf dem Buchrücken glücklicherweise nicht verraten werden – und deshalb auch an dieser Stelle nicht.
Je länger jedoch die Geschichte läuft, desto fesselnder ist sie. Die Sprache ändert sich, wie Corey auch.
Nicht immer ist die Sprache aber gelungen. Corey beginnt viele Sätze mit “Danke sehr”, und irgendwie wirkt es wie ein Übersetzungsfehler, es passt jedenfalls nicht so richtig. Auch die verhältnismäßig vielen Schreibfehler im Buch nerven. Aber vielleicht sind das auch nur Randaspekte…

Larry Ebmeier: Spätsommer
MS, 299 Seiten
8/10

RTZapper

Es ist 20 Uhr… Ihre Highlights aus 60 Jahren Tagesschau

Mittwoch, den 19. Dezember 2012
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DI 18.12.2012 | 23.15 Uhr | Das Erste

Bis heute richtet sich das deutsche Fernsehen nach einer einzigen Sendung aus. Weil zwischen 20 und 20.15 Uhr in der ARD die “Tagesschau” läuft, beginnt das Hauptabendprogramm, die Primetime in Deutschland, nicht vor 20.15 Uhr.
Am 2. Weihnachtsfeiertag wird die Nachrichtensendung 60 Jahre alt.
Noch immer schauen um die 9 Millionen Menschen um 20 Uhr im Ersten, in den meisten Dritten, auf 3sat, phoenix sowie auf einplus und tagesschau24 die “Tagesschau” beginnt.
Passiert irgendwo ein Ereignis auf der Welt, das eine besondere Bedeutung hat – sei es für den Tag oder darüber hinaus -, dann sind es weder n-tv oder die “Sat.1-Nachrichten”, die ich einschalte, um zu erfahren, was los ist. Es ist die “Tagesschau”. Sie ist schlicht, seriös, ohne Spieleieren.

Die ARD würdigt das große Jubiläum – nicht wirklich. Mehr als eine 45-minütige Rankingshow scheint nicht drin gewesen zu sein. “Es ist 20 Uhr… Ihre Highlights aus 60 Jahren Tagesschau” lief am späten Dienstagabend im Ersten.
Die ARD ließ vorher im Internet über die beliebtesten Moderatoren, die bedeutensten Ereignisse, die lustigsten Pannen und die witzigsten Parodien abstimmen. Die spulte man dann auch ab – durchaus unterhaltsam und kurzweilig.

Aber ist das wirklich alles? Warum gönnt man der “Tagesschau” zum Jubiläum nicht mal eine Themennacht im NDR? Eine große Pannenshow, komplette Sendungen wie zum Beispiel vom 9./10. November 1989 oder vom 11. September 2011?
Man könnte so viel mehr machen zum 60. Geburtstag.