Tagesarchiv für 1. Dezember 2012

aRTikel

Hohenbruch hat zwei Polarwölfe

Samstag, den 1. Dezember 2012
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Die Tiere leben in einem Gehege in der Neuhof-Siedlung

MAZ Oranienburg, 1.12.2012

Heute Vormittag soll das 6500 Quadratmeter große Gehege offiziell eröffnet werden. Die Tiere sind anderthalb Jahre alt.

HOHENBRUCH
In den Märchen heißt es immer, Wölfe seien gefährlich und fressen Menschen auf. Stimmt nicht. Angût und Papajoq schauen ganz schüchtern zum Fotografen, fast scheint es, als wollen sie sich verstecken.
Die beiden weißen Polarwölfe leben seit anderthalb Jahren in der Tierpension von Ralf Hewelcke in der Hohenbrucher Neuhof-Siedlung. Sie wurden per Hand aufgezogen. „Wir haben sie aus einem Zoo in Petersberg in Sachsen“, erzählt er. „Da waren sie noch Welpen.“ Seit zwei Wochen leben die Tiere in einem neuen, 6500 Quadratmeter großen Gehege. Im nächsten Jahr sollen zwei weitere Wölfe hinzu kommen, auch eine kleine Höhle soll dann noch entstehen. Schon jetzt haben sie ein Gatter und eine kleine Höhle. „Den Rest können sie sich selbst bauen“, sagt Ralf Hewelcke.
Der Hohenbrucher gibt ihnen Wildfleisch zu fressen. „Das bekommen wir von den Jagdpächtern, oft sogar noch ganz frisch“, so Ralf Hewelcke. Er lagert es in der Tiefkühltruhe. Die Wölfe bekommen nämlich nicht jeden Tag zu fressen.

Die Diskussion über die angebliche Gefährlichkeit der Tiere kann Ralf Hewelcke nicht verstehen. „Wölfe sind scheu, sie haben nie großen Kontakt zu den Menschen, sie weichen ihnen eher aus.“ Was vorkommen könne, ist, dass sie Schafe reißen. Angût und Papajoq sind jedoch auch kein Maßstab, sie sind in Hohenbruch aufgezogen worden und relativ zahm. Wenn Herrchen ins Gehege kommt, dann rennen sie ihm schon entgegen und fressen ihm aus der Hand.

Heute um 11 Uhr soll das Gehege offiziell eröffnet werden. Der Hohenbrucher Ortsvorsteher Arthur Förster will auch vorbeikommen. Der Eintritt in den kleinen Tierpark ist frei, Besucher können spenden. Die Anlage finanziert sich vor allem durch Verkäufe von Tieren und aus den Einnahmen bei geführten Rundgängen.

An der Tierpension können die Besucher noch diverse andere Tiere ansehen. Schafe laufen in der Gegend frei herum. Zwei Elche leben in einem vier Hektar großen Gehege. „Das Gelände ist so groß, dass es nicht sicher ist, ob die Besucher die beiden Elche Kalle und Silvia auch wirklich zu sehen bekommen“, sagt Ralf Hewelcke. Den Tierpark gibt es in dieser Form seit 2009. „Wir haben mit den Rentieren angefangen.“
Ein Problem ist noch die Zufahrtsstraße, aus Germendorf oder Teerofen kommend. Sie besteht aus Matsch und tiefen Pfützen. Wie Hewelcke sagt, gehört sie ihm, er will sie im kommenden Jahr befestigen lassen. Der Weg, der von der Verbindungsstraße Hohenbruch – Neuhof abzweigt, ist allerdings in einem guten Zustand.
Ein weiteres Vorhaben für 2013 ist ein neues Luchsgehege, auch ein Polarfuchs soll bald nach Hohenbruch kommen. Als Konkurrenz zum Germendorf Tierpark sieht sich Hewelcke aber nicht.

RTelenovela

BER: Eine Unterschrift fürs Nachtflugverbot

Samstag, den 1. Dezember 2012
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Das Volksbegehren für ein Nachtflugverbot am Flughafen Berlin-Brandenburg in Schönefeld liegt in den letzten Zügen. Am Montag ist Schluss.
Ich war heute im Einwohnermeldeamt im Oranienburger Schloss und habe unterschrieben.

Klar, Oranienburg ist nicht wirklich davon betroffen, wenn Flieger nachts in Schönefeld landen.
Wir liegen momentan noch in der Einflugschneise von Berlin-Tegel. Wenn der Flugverkehr über den BER abgewickelt wird (falls es irgendwann mal dazu kommen sollte), fliegen die Maschinen zwar immer noch über unsere Region, dann aber ein wenig höher als jetzt.
Ich habe auch nicht unterschrieben, weil ich selbst von Fluglärm betroffen bin.

Den Ausschlag gab eine Fernsehreportage. “Dem Fluglärm ausgeliefert” hieß eine Doku beim damaligen EinsExtra im April 2012. Sie zeigte u.a. eine Familie, die in der Einflugschneise vom Flughafen Frankfurt/Main leben. Es waren ebenso eindrucksvolle wie erschütternde Bilder und Töne, wenn ein Flieger übers Haus donnerte.

Ich war lange der Meinung, dass es doch rund um Schönefeld möglich sein müsse, dass auch nachts Flieger dort landen können. Inzwischen denke ich, in der Nacht muss mal Pause sein. Ein bisschen Ruhe schadet niemandem. Ob das nun zwischen 22 und 6 Uhr sein muss, sei dahin gestellt. Aber wenn das Volksbegehren gelingt, dann muss über dieses Thema zumindest noch mal ausführlich diskutiert werden, und das wäre doch nicht das Schlechteste.