Tagesarchiv für 20. Oktober 2012

aRTikel

Jette: Tierschau am Straßenrand

Samstag, den 20. Oktober 2012
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MAZ Oranienburg, 20.10.2012

Also nee, wissense nee, eigentlich hatte ich geplant, mal wieder in den Zoo zu fahren. Aber das ist nicht mehr nötig, denn den Tierpark erlebe ich gerade ständig als Autofahrerin an den Straßenrändern.

Neulich musste ich am frühen Abend von Ludwigsaue über Beetz, Sommerfeld und Hohenbruch nach Oranienburg düsen. Bis zur Brücke über die B96 zwischen Teerofen und Sachsenhausen begegneten mir an sage und schreibe acht Stellen Tiere an oder auf der Straße. Es ist also nicht übertrieben, wenn die Polizei vor Wildwechsel warnt. Und eines ist ja wohl klar: Die Tiere haben echt die Ruhe weg. Ganz gemütlich scharwenzelte gleich hinter Ludwigsaue ein großer Hirsch übers Kopfsteinpflaster. Kurz dachte ich daran, zu hupen, aber das hätte das stolze Tier sicher nicht die Bohne interessiert. Bei Beetz rannte ein Igel über den Asphalt, im Schleuenschen Luch traf ich gleich auf eine ganze Herde mit Rehen, und im Wald bei Teerofen scheint eine Versammlung am Straßenrand stattgefunden zu haben. Ich vermute, die Tiere haben die Autos gezählt. Mit schwitzigen Fingern, aber ohne Zwischenfälle, kam ich zu Hause an. Fahrt bloß vorsichtig, rät euch eure
Jette

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RTZapper

Fit bis ins hohe Alter

Samstag, den 20. Oktober 2012
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DO 18.10.2012 | 21.25 Uhr | havelland TV

Man könnte meinen, dass der Lokalsender havelland TV ein Gesundheitsmagazin im Programm hat. Das Magazin “Fit bis ins hohe Alter”, das eine Woche lang 24-mal am Tag zu sehen war, wirkt auch tatsächlich wie ein Gesundheitsmagazin. Es ist aber keins.
In der bis Freitag ausgestrahlten Folge ging es um Bluthochdruck. Ein durchaus spannendes Thema. Der 2008 vom WDR gefeuerte (Verdacht der Schleichwerbung) Gesundheitsexperte Hademar Bankhofer berichtete, wie es zu Bluthochdruck kommt.

Aber glücklicherweise gibt es ja was Feines: den Knoblauchsaft namens “Knobi Vital”. Der Saft, dessen Logo auch permanent eingeblendet ist. Der, den man unter den fast permanent eingeblendeten Telefonnummern bestellen kann. Bankhofer findet den Saft auch ganz toll. Ebenso wie die – zwinker, zwinker – Otto-Normal-Bürger, die im Studio zu Gast waren.

Ob der Knoblauchsaft wirkt oder nicht, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es die Art und Weise, wie die Sendung bei havelland TV läuft, dreist ist. Zwar ist sie als “Dauerwerbesendung” mit kleinem Schriftzug gekennzeichnet, sie läuft aber im regulärem Programm, wird vom Moderator sogar als ganz normales Gesundheitsmagazin angekündigt. Seriös ist das nicht.
Aber havelland TV macht das mit Autohaus-Imagefilmen ja genauso – die liefen sogar zwei Wochen 24-mal täglich, also insgesamt gut 336-mal, und wurden anfangs aber nicht mal als Reklame gekennzeichnet.

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RTelenovela

Da, wo es (wahrscheinlich) auch Lebkuchen gibt

Samstag, den 20. Oktober 2012
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Ein echtes Kleinod in Kremmen ist das Café in der alten Lebkuchenfabrik. Etwas abseits vom Marktplatz gelegen, liegt es etwas versteckt auf einem Innenhof an der Berliner Straße.
ich musste ein bisschen suchen und Leute danach fragen, als ich am Freitagvormittag dort einen Termin hatte. Die Ausschilderung könnte besser sein, oder sollte ich da etwas übersehen haben?

Allein schon der Innenhof ist sehenswert. Er verschafft einen kleinen Eindruck davon, wie das mit der Ackerbürgerstadt früher mal so lief. Im Sommer kann man an den kleinen Tischen sitzen und die Seele baumeln lassen.
Jetzt, im Herbst, sitzt man lieber drinnen, allerdings war ich erst mal ein bisschen ratlos, weil nicht ganz klar ist, wo denn nun der Eingang des Cafés ist, ob es da überhaupt einen Eingang ist. Ausgeschildert ist auch dort nichts. Das muss besser werden.
Drinnen – wenn man es denn gefunden hat – ist es einerseits recht spartanisch, aber auch sehr gemütlich. Und vielleicht gibt es ja zum Weihnachtsfest hin auch Lebkuchen in der alten Lebkuchenfabrik…

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RTZapper

push – das Sat.1 Magazin: Peiner Facebook-Blitzer

Samstag, den 20. Oktober 2012
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DO 18.10.2012 | 19.30 Uhr | Sat.1

Christina V. ist ein Opfer. Dabei hat sie doch gar nichts Böses getan, sagt sie. Christina V. ist jedenfalls ziemlich fertig und verwundert, sauer und überhaupt.
Bei Facebook gibt es eine Seite, in der alle Blitzer der Region rund um Peine bekannt gegeben werden. Nicht von der Kreisverwaltung, sondern von Privatpersonen.
Davon kann man halten, was man will. An sich ja ein netter Service.
Und natürlich werden diese Blitzer von den Nutzern gern kommentiert, so hat das Christina V. auch gemacht. “Die spinnen doch, ey, am liebsten würde ich die mit Eiern beschmeißen”, hat Christina V. geschrieben. So erzählte sie es bei Sat.1.
Blöd nur, dass auch die Kreisverwaltung bei Facebook mitliest und das Christina V. per Brief auch mitgeteilt hat. Man droht ihr nun den Idiotentest an.

Christina V. ist empört. Sie ist empört, dass eine Behörde auf einer öffentlichen Seite mitliest, wenn sie über Blitzer pöbelt. Sie ist empört, dass sich auch eine Behörde mal wehrt. Sie ist so empört, dass sie diverse Interviews gibt, mit Zeitungen, mit dem NDR und für das Sat.1-Magazin “push”, das den Beitrag am Donnerstagabend ausstrahlte.
Natürlich sind alle Berichterstatter auf Christinas Seite. Diese doofe Behörde, heißt es da. Die Mitarbeiter hätten wohl zu wenig zu tun. Auf die Idee, mal darüber zu berichten, dass gerade bei Facebook und bei solchen Themen offenbar viele Leute das Hirn ausschalten und ihren Mist reinschreiben, ohne über eventuelle Konsequenzen nachzudenken, das sagt keiner.
Rechtlich kommt der Kreis Peine mit der Idiotentest-Androhung nicht durch. Witzig ist diese Aktion aber dennoch, die künstliche Aufregung darum eher peinlich.

PS: Das Magazin “push” ist Geschichte. Am Donnerstag lief die letzte Folge. Wurde aber auch Zeit.

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RT im Kino

Asterix & Obelix: Im Auftrag ihrer Majestät

Samstag, den 20. Oktober 2012

“Asterix bei den Briten” gehört unbestritten zu den beiden besten Asterix-Zeichentrickfilmen, die es je gab. Der Sprachwitz, der Humor in den Zeichnungen – das ist kaum zu toppen.
Insofern war die Messlatte extrem hoch für die Realverfilmung “Asterix & Obelix: Im Auftrag ihrer Majestät”. Sie wurde gerissen, und zwar sehr klar.

Julius Cäsar (Fabrice Luchini) und seine römischen Legionen sind dabei, Britannien zu erobern – nur ein Dorf leistet noch Wiederstand. Die britische Königin (Catherine Deneuve) schickt Teefax (Guillaume Gallienne) nach Gallien. Er soll Hilfe holen, und tatsächlich erklären sich Asterix (Edouard Baer) und Obelix (Gérard Depardieu) bereit, mitzukommen und dabei zu helfen, Britannien zu retten. Auch wenn ihre Wildschweinkocherei eklig ist. Und die Sache mit dem heißen Wasser seltsam…

Schade, der Film ist eine ziemliche Nullnummer. An den Witz der Comic und des Zeichentrickfilms reicht die 2012er-Real-Version bei weitem nicht heran. Recht müde zieht sich der Film dahin, das Spiel mit den englisch-französischen Klischees funktioniert irgendwie nicht so richtig. Edouard Bear als der neue Asterix hat keinen richtig Biss, kommt sehr chauvimäßig rüber.
Gerade ärgerlich ist es das angebliche 3D. Zwar ist dieser Film tatsächlich dreidimensional, aber eher in der Billigversion. Die Ränder sind unscharf, Leute im Vordergrund ebenfalls. Es funktioniert einfach nicht. Hinzu kommt, dass man nur in die Leinwand “reinsehen” kann, es ragt aber nichts heraus, wie es eigentlich bei 3D sein sollte. Eine blöde, überflüssige Mogelpackung, die für den Zuschauer unnötig teuer ist.

2/10

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