Tagesarchiv für 13. September 2012

RTZapper

ZDF-History: Mythos Atlantikschlacht – Die Wahrheit über Hitlers Seekrieg

Donnerstag, den 13. September 2012
Tags: , ,

MI 12.09.2012 | 20.15 Uhr | zdf info

Das ZDF muss sparen, und es heißt, dass einer der drei Spartenkanäle eventuell dran glauben muss. Angeblich sei dann zdf.kultur fällig. Das wäre schade, denn inzwischen ist zdf.kultur der beste Sender in der ZDF-Familie geworden – zudem fast schon ein neuer Musikkanal.
zdf_neo verkommt mehr und mehr zu einem Serienabspiel- und Dokusoap-Kanal. Sehenswerte Formate wie “neoParadise” werden immer seltener.

Wirklich ätzend jedoch ist zdf info geworden. Wer glaubt, n-tv und N24 buhlen darum, die meisten Hitler- und Zweiter-Weltkrieg-Dokus zu senden, der sollte sich mal das Programm von zdf info ansehen. Das Format “ZDF-History” nimmt darin schon seit längerer Zeit einen immer breiteren Raum ein.
In der Primetime am Mittwoch lief “Mythos Atlantikschlacht – Die Wahrheit über Hitlers Seekrieg”, gefolgt von einer Doku über ein U-Boot, gefolgt von einer Doku über drei U-Boote. Wer es verpasst hat, hatte ab 0.50 Uhr die Gelegenheit, sich das alles noch mal anzusehen.
Am Sonntag geht’s bei zdf info zur Primetime gleich drei Stunden lang um Hitlers Blitzkrieg und Sturm, am kommenden Dienstag um Hitlers Wunderwaffen und die SS.
Um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Das ganze rotiert und wabert immer wieder durchs Programm.

Inzwischen füllt zdf info sehr große Teile des Programms mit “ZDF-History”, auch zu vielen anderen Themen. Wirklich innovative Formate wie “heute plus” oder “log in” fristen dort inzwischen ein Schattendasein.
Wenn schon irgendwann mal einer der ZDF-Spartenkanäle wegfallen muss, dann kan ich auf zdf info am ehesten verzichten. Das Dumme ist nur: Die Quoten des Senders sind steigend. Hitler-Dokus scheinen immer noch anzukommen bei den Deutschen.

Hits: 57

RT im Kino

Frisch gepresst

Donnerstag, den 13. September 2012

Hihi, erster Witz: Die Andrea heißt Schnidt. Nicht Schmidt, sondern wirklich Schnidt. Hihihi.
Es ist an vielen Stellen ein ziemlich doofer Humor, der die deutsche Komödie “Frisch gepresst” dominiert. Schenkelklopfer, bei denen man sich nicht mal traut, zu lächeln, weil es dann doch irgendwie peinlich ist.

Diese Andrea Schnidt (Diana Amft) ist Designerin, hat aber kein besonderes Glück in ihrem Job. Ihre Mutter (klischeehaft dämlich: Sunnyi Melles) glaubt auch nicht mehr daran, dass ihre Tochter irgendwas reißt.
Es klappt dann doch, ein alter Schulfreund, der inzwischen reiche Gregor (Alexander Beyer), lädt sie zu einer Boxgala ein – und danach zu sich nach Hause. Dort wacht Andrea Schnidt (nicht Schmidt, hihihi) in seinem Bett auf. Ist da was gelaufen?
Nicht lange danach läuft ihr der sympathische Rechtsanwalt Chris (Tom Wlaschiha) über den Weg.
Bald ist Andrea schwanger. Und as, wo sie doch nie Kinder wollte. Die Frage ist nun: Von wem ist das Kind überhaupt?

Über weite Strecken ist “Frisch gepresst” eher ein Trauerspiel als eine Komödie. Lahme, gestelzte Dialoge, hanebüchene Handlung, klischeemäßige Figuren. Als Zuschauer läuft man Gefahr, Magenkrämpfe zu bekommen.
Das Drehbuch ist von Tommy Krappweis, der in seinem Leben weißgott schon bessere Sachen geschrieben hat. Das Gefühl für guten Humor scheint ihm bei diesem Werk abhanden gekommen zu sein. Regisseurin Christine Hartmann schien da wenig retten zu können.
Oliver Pocher hat diverse Auftritte als Straßenclown, die aber ebenso schlecht gespielt als auch sinnfrei sind.
Erst gegen Ende wandelt sich die Stimmung ein wenig. Der Klamauk wird etwas zurückgeschraubt. Klischees werden zwar immer noch bedient, aber das ist dann wenigstens noch einigermaßen unterhaltsam.

4/10

Ergänzung, 13.9.2012:
Tommy Krappweis stellt klar: “Ich habe schon vor Monaten meinen Namen von dem Projekt zurückgezogen, da ich mich in dem Film, der aus meinen ursprünglichen Zeilen entstand, nicht mehr wiederfinde.”
Walt Disney Studios Motion Pictures, Germany, gibt Dirk Ahner als Autor des Drehbuches an. Auf anderen Kinoseiten ist Krappweis dagegen noch mit aufgeführt.

Hits: 50

RTelenovela

Traumtagebuch (101): Kriegsdrama

Donnerstag, den 13. September 2012
Tags:

Making of -> 12.9.2012

Es ist Krieg. Überall schlagen Granaten um uns ein. Das Geräusch ist die Hölle. Man muss auf der Hut sein, um nicht getroffen zu werden. Gerade nähert sich wieder eine, man kann sie genau sehen, wie sie auf mich zukommt. Ich springe in eine Ecke des Gartens, hinter eine Hecke.
Die Granate schlägt ein. Es gibt einen mörderischen Knall.
Ich warte hinter der Hecke.
Dann explodiert ein Auto in meiner Nähe. Es fliegt mit lautem Getöse in die Luft.
Ich zucke zusammen. Vor mir steht ein fremder Mann. Mir ist sofort klar: Es ist der Feind. Er starrt mich an. Lange. Dann aber geht er wieder.
Minuten vergehen. Ich bleibe hinter der Hecke.
Und wieder erschricke ich. Wieder steht ein Fremder vor mir. Wieder ist es der Feind. Er richtet seine Waffe direkt auf mich. Ich starre ihn an, er hat den Finger am Abzug. Bevor er abdrückt, wird er jedoch von der Seite abgeknallt. Er sackt zu Boden.
*
Auf der Autobahn. Wir sind auf der Flucht. Ich sitze hinten im Auto. Vorn, ein paar Meter weiter, sehen wir schon, dass wir in eine Kontrolle geraten werden. Wir stehen im Stau. Es ist klar: Sie werden uns alle Getränke abnehmen. Wir wollen die Flaschen verstecken, aber es gelingt uns nicht.
Als der Kontrolleur unsere Autotür öffnet, fällt eine Flasche raus. Ich sitze auf einer weiteren. Der Mann schreit uns an.
*
Ein Freund trifft mich nach einer Woche wieder. Mir fällt auf: “Du hast ja immer noch die selben Klamotten an wie in der letzten Woche.” Er zuckt mit den Schultern: “Warum soll ich sie wechseln? Wozu noch?”
*
Ich stehe in einem Raum. Ich stehe auf der Stelle, ganz starr, wie eingefroren. Um mich herum geht alles wie im Zeitraffer weiter. Tagelang. Ich bin starr. Bis ich einfach umfalle.
*
Die Familie kommt (es ist im Traum allerdings die Familie eines Freundes). Eigentlich will ich nicht in den Raum zurück, in dem ich tagelang starr war, aber ich werde wieder dort reingezogen. Die Mutter (des Freundes) will mich küssen, aber ich will das nicht. Sie redet und redet und redet. Irgendwann stoße ich sie weg.
Dann kommt die Oma (des Freundes). Sie will auch sprechen, auf mich einreden. Ich sage: Nimm mich einfach in den Arm. Sie macht es. Sie beginnt laut zu weinen, laut zu schluchzen.
*
Der Vater (des Freundes) will vor Gericht aussagen. Aber schon vorher wird er immer blasser. Alle wissen: Er wird sterben.
*
Die Oma weint und schluchzt noch immer. Ohrenbetäubend.

So wache ich auf.

Hits: 39