Tagesarchiv für 10. September 2012

RT im Kino

Was bleibt

Montag, den 10. September 2012

Was bleibt? Das ist der Titel und die Frage des neuen Films von Hans-Christian Schmid. Die Antwort heißt: wenig. Leider.

Gitte (Corinna Harfouch) hat eine wichtige Neuigkeit für ihre Familie: Sie hat vor zwei Monaten ihre Tabletten abgesetzt, und es geht ihr gut. Sie hat ihre schwere Depression im Griff.
Gitte findet, das ist eine gute Nachricht.
Ihre Familie findet, sie macht einen großen Fehler.
Gittes Mann Günter (Ernst Stötzner) hat gerade seinen Verlag aufgegeben und will auf Recherchereise fahren. Er glaubt, seine depressive Frau allein nicht zurücklassen zu können, möchte sie aber auch nicht mitnehmen.
Gittes Sohn Jakob (Sebastian Zimmler) ist auch skeptisch. Außerdem läuft seine Zahnarztpraxis miserabel, er muss viel geld von seinem Vater annehmen, um weitermachen zu können.
Gittes Erstgeborener, Marko (Lars Eidinger), will ihr eine Chance geben. Dass seine Beziehung im Eimer ist, will er ihr jedoch auch nicht sagen.

Der Ansatz von “Was bleibt” ist sehr spannend. Eine Familie musste lange, sehr lange mit der Depression der Mutter und Ehefrau klarkommen. Nun muss sie damit klarkommen, dass sie wieder gesund ist. Oder eher mit der Frage: Ist sie wirklich wieder gesund? Muss man die Mutter trotzdem schonen? Muss man ihr alle Geheimnisse und Probleme vorenthalten?
Dass die Familie damit jedoch allgemein unter einer Sprachlosigkeit leidet, wird erst nach und nach klar.
Schmid hat für seinen Film ein hervorragendes Ensemble zusammenbekommen. Corinna Harfouch spielt ebenso toll wie beispielsweise Lars Eidinger.
Und doch: Schmid hat leider keinen wirklich guten Film abgeliefert. Das Ende ist extrem enttäuschend, es lässt den Zuschauer völlig ratlos zurück, weil der Film im Nichts endet. Es ist aber kein befriedigendes Nichts, kein offenes Ende, über das man diskutieren könnte – es ist einfach ein Loch. Ein Schulterzucken. Irgendwie egal. Es ist alles einfach wurscht.
Und das ist nichts anderes als enttäuschend – es ist sogar ärgerlich.

5/10

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ZDF-History: 102 Minuten, die die Welt verändern – Schicksalstag 11. September

Montag, den 10. September 2012
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SO 09.09.2012 | 0.35 Uhr (Mo.) | ZDF

11. September 2001. New York, Manhattan. Wir kennen die Bilder. Wir wissen noch, wie wir den Tag erlebt haben. Dieser Tag gehört zu denen, die sich bei den meisten Menschen eingeprägt haben. Und vor allem: Es ist wohl die Katastrophe, die am besten und umfassensten dokumentiert ist.

Elf Jahre danach erschüttern die Bilder noch immer. Sie jagen Schauer über den Rücken und Tränen in die Augen.
Die Doku “102 Minuten, die die Welt verändern – Schicksalstag 11. September”, die das ZDF am späten Sonntagabend sendete, zeigt das Desaster aus der Sicht der vielen Kameras, die an jenem Dienstagmorgen, auf die Twintowers in New York gerichtet waren. Aber nicht nur dorthin.
Es sind teilweise Bilder, die so noch nicht gezeigt wurden. Wir tauchen ein in eine Stadt, die von dem Terroranschlag erschüttert wird. Wir sehen Menschen, die erschrocken und ängstlich in den Türmen sehen. Menschen, die auf dem Times Square ungläubig zu den großen News-Leinwänden starren. New Yorker, die am Fenster ihrer Wohnung stehen und nicht glauben wollen, was da passiert ist. Wir hären im Hintergrund eine Frau, die kreischt, als das zweite Flugzeug ins World Trade Center knallt.
Als die Türme einstürzen, wird Manhattan eingehüllt in eine Aschewolke. Nur noch grau. Nur noch Asche.

Der 95-minütige Film entstand durch die vielen Aufnahmen, die in den 102 Minuten entstanden, die New York einst veränderten. Ein gruseliges Werk. Und vor allem: real.

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