Tagesarchiv für 9. September 2012

RTelenovela

Zentral im Hinterhof

Sonntag, den 9. September 2012
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Selten, aber es kommt vor: Gestern war ich in einem Berliner Kino, in dem ich bislang noch nie einen Film gesehen habe. Das “Central” an der Rosenthaler Straße in Mitte liegt allerdings auch ein wenig versteckt in einem ziemlich ramschigen Hinterhof.

Ja, dit is ooch Berlin! Wir sitzen im Hinterhof des Cinema-Cafés, das wohl das älteste Café im Umkreis des Hackeschen Marktes sein soll. Trotz der Citylage, sind die Preise noch ziemlich niedrig. 2,40 Euro für eine Schale Milchkaffee sind zumindest nicht allzu teuer.
Okay, der Hinterhof wirkt ein bisschen runtergekommen. Der Putz fällt von den Wänden, die Graffiti fallen auch nicht in die Kunstkategorie. Weiter hinten steht eine seltsame, riesige Figur aus Metall, dahinter liegt das Kino “Central”, eines der kleinen, erhaltenswerten Lichtspielhäuser der Hauptstadt. Ein Blick auf das Programm zeigt, dass das Arthouse-Kino in Berlin noch seinen Platz hat. Viel Zeit lässt man dort auch nicht verstreichen. Höchstens fünf Minuten vergehen von Filmende bis zur nächsten Vorstellung im selben Saal. Und das für nur 6,50 Euro. Nebenan, in den Kinos der Hackeschen Höfe, ist’s mit 8 Euro schon sehr viel teurer.

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ORA aktuell

Bahn: Streckensperrung bis April 2013

Sonntag, den 9. September 2012
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Oranienburg wird am Montag vom Regionalverkehr der Bahn komplett abgekoppelt. Bis zum 26. April 2013 halten keine Züge mehr. Nur noch die S-Bahn fährt.
Grund ist die Sanierung der Bahnstrecke zwischen Oranienburg und Neustrelitz sowie die Bombensuche auf dem Gelände des Oranienburger Bahnhofes.

Der RE5 endet in Birkenwerder, ebenso die RB20 und die RB12. Reisende müssen mit einem Schienenersatzverkehr per Bus fahren.

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RTZapper

1, 2 oder 3 – Die große Jubiläumsshow

Sonntag, den 9. September 2012
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SA 08.09.2012 | 20.15 Uhr | ZDF

Na, heute schon geploppt?
35 Jahre lang gibt es schon den ZDF-Kindershow-Klassiker “1, 2 oder 3”. So alt bin ich zwar noch nicht, aber die Sendung gehört auch zu meinen frühesten Fernseherinnerungen.
„1, 2 oder 3, letzte Chance – vorbei!“
Immer am Sonntagnachmittag sang Michael Schanze sein Titellied und machte den “Plopp!”. Rechter Finger in die linke Wange – und dann ploppen lassen.
„Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr wenn das Licht angeht!”

Heute läuft die Sendung irgendwann am frühen Morgen im ZDF. Kinderprogramm hat dort leider keinen so großen Stellenwert mehr – vor allem, seit es den KiKA gibt.
Zum 35. Geburtstag gab es als Geschenk für “1, 2 oder 3” den Primetime-Sendeplatz am Sonnabend (aber leider keine Kultnacht, in der alte Folgen komplett gezeigt wurden). Weil das ZDF dem eigentlichen Moderator Elton das wohl nicht zutraute, musste auch Allzweckwaffe Jörg Pilawa ran.

Auch wenn Elton an diesem Abend eher für die lustigen Aktionen zuständig war (wofür er ja auch bekannt ist), konnte er sich erstmals einem großen Publikum als ZDF-Gesicht vorstellen. Die meisten Menschen werden ihn sicherlich nur mit ProSieben in Verbindung bringen.
Die 150-Minuten-Version von “1, 2 oder 3” hat erfreulicherweise gut funktioniert. Witzige Einspieler, nette (oft ein bisschen zu einfache) Fragen für die Kinder und Promigäste und die übliche Spielfläche. Kurzweilige Unterhaltung, und wir dürfen gespannt sein, ob das ZDF aus der “1, 2 oder 3”-Show am Sonnabendabend eine feste Institution macht.

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RT im Kino

Herr Wichmann aus der dritten Reihe

Sonntag, den 9. September 2012
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Herr Wichmann von der CDU hat’s geschafft – in den Landtag von Brandenburg. Knapp zehn Jahre, nachdem ihn der Filmemacher Andreas Dresen im Bundestagswahlkampf begleitet hat, können wir Henryk Wichmann wieder ein Stück bei der Arbeit beobachten.
Wichmann sitzt in der Opposition in Potsdam, sein Wahlkreis liegt im Norden von Oberhavel und in der Uckermark.

Und es ist viel zu tun. In Vogelsang hält zwar die Bahn im Bahnhof, öffnet aber nicht die Türen. In einem Kanal bei Prenzlau dürfen keine Boote fahren. Die Rentner in Himmelpfort möchten ihren Frust loslassen. In Templin ist eine große Rentnersause. In Gransee möchten Schulkinder etwas über seine Arbeit erfahren. Ein Schreiadler sorgt dafür, dass ein Radweg nicht gebaut werden kann. Im Landtag in Potsdam wird während der Landtagssitzung getratscht und abgestimmt (gern auch mal ohne zu wissen, worum es gerade geht). Und dann ist auch noch das Auto kaputt, weil Wichmann in Nassenheide statt Benzin Diesel getankt hat. Zwischendurch noch ein Besuch bei der Zeitung in Gransee und die Eröffnung des Wahlkreisbüros in Zehdenick.

Was’n Stress. “Herr Wichmann aus der dritten Reihe” bietet sehr spannende Einblicke in den Politikeralltag. Als Otto-Normal-Bürger lernt man auch dazu: Es ist unglaublich, womit sich ein Landtagsabgeordneter in der Provinz innerhalb weniger Monate beschäftigen muss, worin er auskennen muss, worüber er sich schlaumachen muss, was er sich anhören muss, versprechen muss, und und und.
Die Leute sagen gern mal: Politiker sind überbezahlt. Aber wenn Wichmann den Rentnerinnen in Himmelpfort erzählt, was er von seinen Diäten alles bezahlen muss, da wird einem schon schwindlig.

Sicherlich: Dresens Film ist vor allem für die Menschen nördlich von Berlin spannend, weil “Herr Wichmann aus der dritten Reihe” in gewisser Hinsicht auch ein Heimatfilm geworden ist. Allerdings wird es anderen Landespolitikern nicht sehr viel anders gehen als Henryk Wichmann aus Templin.

8/10

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