Tagesarchiv für 8. September 2012

RTelenovela

Nächtlicher Dorfstraßenzoff

Samstag, den 8. September 2012
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Den Leuten in Grieben im Löwenberger Land ist die Bundesstraße zu laut. Deshalb haben sich einige Anwohner der B167 genau 24 Stunden lang in die Bushaltestelle gesetzt und den Verkehr gezählt. Sie finden, es fahren zu viele Autos und Lkw durchs Dorf, und die Straße sei auch in einem miesen Zustand.
Tatsächlich ist die Zahl der Lkw, die auf der B167 unterwegs sind, gar nicht so niedrig. Die Strecke ist eine Abkürzung auf dem Weg von der A24 bei Dammkrug und der A11 bei Finowfurt.

Die Anwohner wollen ein nächtliches Tempo 30 im Dorf. Nun ja, eigentlich wollen sie wahrscheinlich, dass die Bundesstraße um Grieben herum führt. Oder noch besser: sehr weit darum herumführt.
Die Straßenmeisterei findet, dass die B167 in Grieben in einem guten Zustand ist. Tatsächlich ist mir auch nicht ganz klar, wo die Strecke dort schlecht sein soll. Gerade die B167 in dem Bereich ist sehr gut ausgebaut.
Die Griebener sollten sich stattdessen mal in Liebenwalde umsehen, wo die Straße sehr viel enger ist.

Wahrscheinlich wollen alle Bewohner an den Bundesstraßen nachts ein Tempo 30. Aber dann tuckern wir wahrscheinlich nur noch im Schneckentempo durchs Land. Wer mal nachts durch Berlin fährt und auf die zig neuen nächtlichen Tempo-30-Zonen trifft, merkt schnell, wie ätzend das ist.
Wenn die Griebener sich durchsetzen, dann werden sicher die anderen Dörfer nachziehen wollen. Und das… ähm, nein.

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RTZapper

Kesslers Expedition: Mit dem Klapprad von Kopenhagen nach Berlin

Samstag, den 8. September 2012
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FR 07.09.2012 | 20.30 Uhr | rbb

Wieder mal Oranienburg! Schon das zweite Mal führte eine Expedition von Michael Kessler zum hiesigen Schloss (wo zufälligerweise auch ein Typ mit Fotoapparat rumstand, keine Ahnung, wer das war). Beim ersten Mal war er mit dem Floß auf der Havel unterwegs, nun mit dem Klapprad auf dem Radfernweg von Kopenhagen nach Berlin.

Es ist ein schönes, kleines Format, das sich der rbb und der Schauspieler Michael Kessler da geschaffen haben. Mit kleinem Team reist er durch die Lande, zeigt die Gegend, spricht mit Menschen – es ist das Real-Life-Fernsehen, das die Dokus der Privatsender schon lange nicht mehr sind. Nichts ist gestellt, nur wenig geplant, nichts verfälscht.

Dennoch hat der rbb bei der Radtour viel verschenkt. Immerhin dauerte die Reise elf Tage, der Weg ist mehr als 600 Kilometer lang. Das alles wurde in nur vier Folgen mit je 45 Minuten gezeigt. Zu wenig für das alles. Allein die letzten 200 Kilometer nahmen in der Doku gerade mal etwas mehr als 20 Minuten ein. Es muss unfassbar viel Material der Schere zum Opfer gefallen sein.
Warum nicht eine oder zwei Folgen mehr? Oder stattdessen zwölf Folgen a 30 Minuten. Oder ist tatsächlich so wenig passiert, dass die Reise in so großen Schnittfolgen machbar war?

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RT im Kino

Heiter bis wolkig

Samstag, den 8. September 2012

Okay, die Idee ist bescheuert: Wenn Tim (Max Riemelt) und Can (Elyas M’Barek) in die Kneipe gehen, dann reißen sie Mädchen auf. Can spricht eins an, zeigt auf Tim und erzählt, sein bester Freund habe Krebs, lebe nicht mehr lange und habe noch einen letzten Wunsch. Schon klar, welchen.
Bei Marie (Anna Fischer) klappt das gut. Tim kommt mit seiner Masche durch. Es gibt da allerdings ein Problem: Marie hat eine Schwester – und die hat Krebs, aber wirklich. Edda (Jessica Schwarz) hat nur noch ein Vierteljahr zu leben. Das ändert alles, zumal sich Tim ersthaft in Marie erlebt. Aber wie kann daraus etwas Festes werden, wenn er Marie nicht die Wahrheit sagt?

Fast hat der Film von Marco Petry nach den ersten Minuten seinen Ruf weg: Klamauk. Aber “Heiter bis wolkig” ist glücklicherweise mehr. Tim muss sich nämlich im Laufe der Zeit wirklich Gedanken machen – über die Liebe, das Leben und über Edda. Die nimmt ihn nämlich in die Pflicht und spannt ihn in ihr zu Ende gehendes Leben mit ein.
So wird aus dem Klamauk ein durchaus ernsthafter Film, wenn auch nicht übermäßig tiefsinnig.
Jessica Schwarz hat sich für ihre Rolle extra ein paar Kilo runtergehungert, sie spielt die verzweifelte, aber dann doch wieder lebensbejahende Edda wirklich toll. Auch Anna Fischer zeigt, dass sie eine wunderbare Schauspielerin ist.
Klar, das Thema gibt es vor: Am Ende hört man überall im (ausverkauften) Kinosaal schniefen und schnauben…

8/10

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