Monatsarchiv für September 2012

RTZapper

Lena: Stardust

Sonntag, den 30. September 2012
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SA 29.09.2012 | 12.14 Uhr | Ostseewelle

Lena ist wieder im Geschäft. Mit ihrem neuen Song “Stardust” schafft es die Gewinnerin des Eurovision Song Contests 2010 wieder in die Playlisten der Radiosender. Am Sonnabendmittag lief er auf der Ostseewelle.
Das ist nicht selbstverständlich, und umso erfreulicher finde ich das.

Casting-Gewinner werden gern mal fallengelassen. Lena Meyer-Landrut ist zwar noch mal etwas anderes wie ein klassischer Castingstar, schließlich ist der ESC nicht irgendein Wettbewerb. Aber dennoch: Sie war jetzt lange weg vom Fenster, nahm sich lange Zeit, um Pause zu machen und dann ihr neues Album aufzunehmen.
Es hat etwas gebracht: Zumindest ihr Song “Stardust” ist toll geworden. Man wippt mit, er bleibt im Ohr haften.

Er scheint auch anzukommen: Am Freitag war Lena in der “Top 7 um 7″ bei 104.6 RTL sogar auf Nummer 1. Glückwunsch und weiter so!

aRTikel

1992: Eiskalte Verbrechen

Samstag, den 29. September 2012
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September 1992 I -> 17.9.2012

MAZ Oranienburg, 29.9.2012

OBERHAVEL
Was passierte vor 20 Jahren in der Region? Diesmal der September 1992.

Der israelische Premierminister Yitzak Rabin kommt am 16. September 1992 in die Gedenkstätte Sachsenhausen. Ein Polizei-Großaufgebot ist vor Ort. „Ich rufe euch Deutsche auf: Zögert nicht, aktiv dem Neonazismus entgegenzuwirken.“
Nur zehn Tage später, in der Nacht zum 26. September, verüben Unbekannte einen Anschlag auf die Baracke 38, der sogenannten „jüdischen Baracke“, in der Gedenkstätte. Sie brennt zur Hälfte nieder. Zuvor ist eine Scheibe eingeschlagen und ein Brandsatz reingeworfen worden. Die Oranienburger demonstrieren danach gegen Fremdenfeindlichkeit. Zu einer Kranzniederlegung am 29. September 1992 kommen unter anderen Björn Engholm, Wolfgang Thierse und Bundesaußenminister Klaus Kinkel. Die Staatsanwaltschaft setzt eine Belohnung in Höhe von 20 000 Mark für Hinweise aus.

Die Handballer des PSV Oranienburg wollen ihren Verein umstrukturieren und auf marktwirtschaftliche Füße stellen. So sagt es Werner Siegler, der für den neuen Vorstand der Handballabteilung kandidiert. „Wir möchten hier beim PSV eine Handballwelt schaffen“, so Siegler am 19. September 1992.

Die Gemeindevertreter in Borgsdorf wollen zustimmen, dass am Autobahnsee (Bernsteinsee) ein Erlebnisbad gebaut werden soll. Dazu gehört ein Wellenbad, eine Sauna und ein 200-Betten-Hotel. Die Wasserfläche des Sees soll ebenfalls erweitert werden. Einige Tage später stimmen auch die Veltener Stadtverordneten dafür.

Ein eiskaltes Verbrechen schockiert die Hennigsdorfer am 24. September 1992. Gegen 21 Uhr hören Anwohner der Forststraße drei Schüsse. In einem weißen Opel Omega gibt ein Beifahrer auf den Fahrer die tödlichen Schüsse ab. Der Täter flüchtet und wird wenig später festgenommen.

Auch die Leute in Birkenwerder sind entsetzt. Ein Familienvater wird am 28. September 1992 in der Sacco-Vanzetti-Straße von mehreren Männern mit Baseballschlägern zusammengeschlagen. Der Mann war wegen Motorradlärms vors Haus getreten.

RTZapper

Bundesvision Song Contest 2012

Samstag, den 29. September 2012
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FR 28.09.2012 | 20.15 Uhr | ProSieben

Na, das ist ja mal eine Überraschung! Xavas hat den Bundesvision Song Contest 2012 gewonnen. Das hat ja wirklich niemand ahnen können…
Xavier Naidoo und Kool Savas hatten in diesem Jahr in Berlin ein mehr als leichtes Spiel: Sie waren die einzigen wirklichen Promis im ProSieben-Wettbewerb.

Seit es ihn gibt, steckt der von Stefan Raab ins Leben gerufene Bundesvision Song Contest in einem Dilemma: Soll die Show ohne Promis auskommen? Sollen ausschließlich Newcomer zum Zuge kommen? Oder soll eher auf eine Mischung aus Chartgrößen und Unbekannten gesetzt werden. Die Fans waren sich Jahr für Jahr uneins. Dabei ist jedoch eines Fakt: Ohne Stars bekommt der BSC weniger Zuschauer. Die Stars im Wettbewerb sind es, die viele zum Einschalten bringt. Einen Bandwettbewerb mit Newcomern kann man sich auch in jeder Kleinstadt im Jugendklub ansehen – auf ProSieben will ich so was nicht zwingend sehen.
In diesem jahr jedoch waren Xavier Naidoo und Kool Savas die einzigen wirklichen Stars in der Show. Somit war eigentlich schon vorher klar, wer gewinnt. Und das macht es dann leider auch ziemlich langweilig.

Hinzu kommt: Auch insgesamt war der 2012-Jahrgang eher schwach. Rock und Pop ohne echten Pepp. Nur wenige Bundesländer konnten wirklich überzeugen. Es vergingen sieben Lieder, bis endlich mal etwas Brauchbares am Start war. Bis dahin war es eigentlich völlig wurscht, welches Bundesland auf welchem Platz landen könnte.
Luxuslärm aus Nordrhein-Westfalen schickten ein lahmes Lied ins rennen, ebenso Thüringen mit “Maras April”. Selbst Brandenburg konnte mit einer öden Liebesnummer von Mellow Mark alles andere als überzeugen – Brandenburg ist Bummelletzter 2012.

Wirklich bemerkenswert ist, dass die besten beiden Songs des Abends dann auch tatsächlich – hinter Xavas – auf den Plätzen 2 und 3 gelandet sind. Aus Sachsen überzeugten Laing und aus Niedersachsen “Ich kann fliegen”. Zwei auf ihre Art unterschiedliche, tolle Songs.

Falls es 2013 auch wieder den Bundesvision Song Contest gibt, wird es dringend Zeit für eine Überarbeitung. Das Sounddesign langweilt inzwischen unfassbar, dazu die immer gleichen Einspielfilmchen, die inzwischen auch sehr uninspiriert sind. Die Moderationen waren wieder mal erschreckend lahm, die Show hatte sehr deutliche Längen. Da muss was geschehen!
Ein Gutes hatte die ewige Pause zwischen Wettbewerb und Punktevergabe aber doch: Wir konnten in der Zwischenzeit im ZDF die komplette “heute show” sehen. Und die war wirklich lustig!

RT im Kino

Schutzengel

Samstag, den 29. September 2012

Psst! Komm doch mal ein Stück näher an deinen PC! Ich sage dir jetzt mal etwas ganz im Vertrauen! Aber wirklich: psst!! Es ist nämlich so: Til Schweiger hat einen neuen Film ins Kino gebracht. Und jetzt kommt’s: Ich finde ihn gut! Aber, hey, wirklich: Psst! Das kommt ja unter den Filmkritikern gar nicht gut an, wenn man sagt, man findet einen Til-Schweiger-Film gut. Die meisten Filmkritiker hassen Til Schweiger nämlich, und da gehen sie schon augenrollend ins Kino und zücken schon mal die Stifte, wenn bei einer Szene mal was nicht stimmt. Mit Schaum vorm Mund hacken sie dann ihre wütende Kritik in ihre Computer, um uns mitzuteilen, wie Scheiße dieser Film mal wieder ist.
Das ist bei “Schutzengel” nicht viel anders.
Aber okay, geschenkt: Dass sich Schweiger dermaßen mit seinem Film bei der Bundeswehr einschleimt, das ist ein bisschen unangenehm.
Aber darum soll’s hier in diesem Text eigentlich auch nicht gehen.

Til Schweiger spielt Max, einen ehemaligen KSK-Soldaten. Er kümmert sich um die Vollwaise Nina (Luna Schweiger). Sie ist die einzige Zeugin eines Mordes, und er muss sie schützen, denn die Mörder und ihre Leute sind ihnen auf den Fersen.

Der Film hat Schwächen, sicher. Aber er ist gut. “Schutzengel” ist fast durchweg spannend, bietet viele packende Momente mit einem wirklich miesen Waffenhändler und Mörder, gespielt von Heiner Lauterbach. Wie Max und Nina durch Berlin hetzen und sich später auf einem Hof in der Uckermark verstecken ist extrem kurzweilig.
Schweiger versucht sich mit diesem Film erstmals im Action- und Thrillergenre und scheitert damit keineswegs. Das Motiv des Ex-Soldaten, der in Afghanistan war, ist einigermaßen plausibel. Dass sich Schweiger den Segen der Bundeswehr holen wollte, scheint dennoch übertrieben.
Manchmal trägt er zwar sehr dick auf – hier und da ein bisschen kitschig – hier und da ein bisschen zu viel Ballerei – aber das überdeckt das gute Grundgefühl für den Film nicht.
Wenn die Berliner Polizei plötzlich eine US-Sirene am Auto hat, wenn sich die Computerdatei auf eine langsame Art aufbaut, die unmöglich ist, dann sorgt das ebenfalls für Kopfschütteln. Aber egal.
“Schutzengel” sind mehr als zwei Stunden gute Unterhaltung. So, liebe Filmkritiker, und jetzt könnt ihr euch weiter auskotzen. Danle für die Aufmerksamkeit.

8/10

RTZapper

Later with Jools Holland

Samstag, den 29. September 2012
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FR 28.09.2012 | 19.00 Uhr | zdf.kultur

Was für ein toller Musiknachmittag! Nein, nicht auf VIVA. Da kommt ja kaum noch Musik. Den tollen Musiknachmittag bot am Freitag zdf.kultur. Allerdings in der Form zum letzten Mal.

Heutzutage ist die “Hitparade im ZDF” von 1991 ja schon Trash. Damals traten Stars wie Ireen Sheer oder die Münchner Freiheit dort auf. Dazu ein unfassbar gut gelaunter und lockerer Moderator Uwe Hübner. Am Freitagnachmittag liefen zwei Folgen der Sendung. Muss man nicht mögen, hat aber – 21 Jahre danach – irgendwie seinen Charme.

Gleich danach wechselte die Musikrichtung abrupt: eine Stunde Kraftklub. Der Mitschnitt vom “Splash”-Festival ging richtig ab. Im Anschluss folgten zwei Ausgaben der Videoclipshow “Delikatessen” mit Musikvideos, die an Stränden entstanden. In der zweiten Sendung ging es um besonders trickreiche Clips.
Für viele das Highlight zum Wochenende ist inzwischen jedoch “Later with Jools Holland”. Ich habe sogar schon gesehen, dass Kneipen in Berlin damit werben, dass die Show dort wochentags um 19 Uhr dort zu sehen und zu hören ist. Jools Holland lädt in seine einstündige Shows Musikstars jeder Art ein. Nach Pop kommt Heavy Metal, danach Klassik. Ein interessantes Musikformat aus England.

Ab Montag ist zdf.kultur nicht mehr ganz so cool. Im Feierabendprogramm laufen dann statt Musik ranzige Altserien wie “Mit Leib und Seele” oder “Unsere Hagenbecks”. Statt “Later with Jools Holland” dann die “Versteckte Kamera”. Die Musikshow wird auf etwa 14 Uhr vorgezogen. Die täglichen Festivalmitschnitte verschwinden vorerst.
Schade, zdf.kultur! Gerade jetzt, wo es abends wieder dunkel ist, sind die Festivalhighlights und die Musikshow der perfekte Abendstart gewesen.
Ab Oktober wird es dann eben piefiger auf zdf.kultur.

RTZapper

phoenix vor Ort: Steinbrück wird Kanzlerkandidat

Freitag, den 28. September 2012
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FR 28.09.2012 | 14.00 Uhr | phoenix

Ja, kann er das denn? Hat er überhaupt eine Chance? Und dann noch gegen eine Frau!
Peer Steinbrück hat noch nicht mal persönlich bekanntgegeben, dass er der Kanzlerkandidat der SPD für die Wahl 2013 wird, da lief sie schon auf Hochtouren: die Laberei.

Für 15.15 Uhr war in Berlin am Freitag die Pressekonferenz angesetzt, in der die Kandidatur Steinbrücks offiziell verkündet werden sollte, und schon um 14 Uhr begann phoenix mit einer entsprechenden Sondersendung. “Steinbrück wird Kanzlerkandidat” heiß sie, obwohl das bislang nur inoffiziell bekannt war. So lautete aber auch die Dauereinblendung am rechten oberen Bildrand. Im Nachrichtenticker am unteren Bildrand hieß es dagegen: “Steinbrück wird wahrscheinlich Kanzlerkandidat.” Aber als Sendungstitel taugt so was natürlich nicht.
Experten schwadronierten 75 Minuten lang über Steinbrücks Chancen, über seine Art, sein bisheriges politisches Leben. Fast wollte man rufen: Ach, kommt auch noch der Steinbrück selbst und labert – als es dann endlich so weit war.

Gerade mal 20 Minuten dauerte die Pressekonferenz. 75 Minuten das Gelabere davor, weitere 75 das danach. Und da regen sich manche Leute auf, dass die Fußball-Vor- und Nachberichte seit einigen Jahren so ausufern. In der Politik hat phoenix das auch ganz locker drauf.

RT im Kino

Wie beim ersten Mal

Freitag, den 28. September 2012

31 Jahre. Das ist eine lange Zeit.
Kay (Meryl Streep) und Arnold (Tommy Lee Jones) sind 31 Jahre verheiratet. Sie führen eine… ja, was eigentlich? Kann man noch sagen, dass sie eine Ehe führen? Klar, sie leben zusammen in einem Haus. Sie macht ihm morgens Speck und ein Spiegelei. Dann geht er, und abends schläft er bei seiner Golfsport-Sendung ein. Sie schlafen in getrennten Schlafzimmern. Sex? Ein Kuss? Eine Berührung wenigstens? Das kommt nicht oder kaum noch vor.
Kay jedenfalls hat die Nase voll. Entweder ist diese Ehe noch zu retten oder es ist eben Schluss. Letzteres spricht sie nicht aus. Stattdessen bezahlt sie einen Eheberater (Steve Carell). Sie bringt Arnold dazu, mit ihr zu fliegen. Dem aber geht das alles total auf den Geist. Am liebsten würde er sofort wieder abreisen. Das Aus für die Ehe?

“Wie beim ersten Mal” müssen sich Key und Arnold annähern. Ganz vorsichtig, voller Angst. Es ist unglaublich rührend, sich das anzusehen.
David Frankels Film zeigt, was passieren kann, wenn man sich auseinander lebt. Und vor allem, wenn man sich damit nicht auseinandersetzen will. Was passiert, wenn still und heimlich die Liebe stirbt. Auf der einen Seite ist es durchaus lustig zu beobachten, wie Arnold vor sich hinblubbert – gleichzeitig ist es unendlich traurig.
Letztendlich passiert in diesem Film gar nicht so viel. Ein Ehepaar spricht mit ihrem Therapeuten. Zwischendurch versuchen sie klarzukommen. Jegliche Action fehlt, und das ist gut so.
Ein wunderbarer leiser Film.

8/10