Tagesarchiv für 26. August 2012

RTZapper

Werbung: McDonald’s

Sonntag, den 26. August 2012
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SA 25.08.2012 | 21.55 Uhr | ProSieben

Kleine Mädchen können ja echt intrigante Ziegen sein.
Da gibt es dieses Gör in der Werbung eines Fast-Food-Riesen. Sie telefoniert mit Papa, der sich schon aufs Essen freut, das ihn seine Frau sicherlich mit Wonne zubereitet hätte. Wäre da nicht das Gör, das einfach eine falsche Info weitergibt: Papa habe gesagt, sie sollen doch schon mal zu McDonald’s vorgehen. Da staunt der Papa aber.
Das anstrengende Kind sitzt dann tatsächlich in dem Lokal und wirft sich ein Hähnchenteil in den sehr vorlauten Mund. Das Kind hat bekommen, was es wollte. Mit einer ekelhaften Lüge, die niemand bestraft hat.
Obwohl: Die Masche der Eltern könnte es natürlich auch sein, dass das Lügengör sich an dem Chicken verschluckt und danach nie, nie, nie wieder zu McDonald’s will – falls es das überhaupt überlebt.
Das wäre dann eine durchaus begrüßenswerte Art der Erziehung.

Es scheinen jedenfalls hochunsympathische Kinder zu sein, die McDonald’s da in seinen Lokalen vermutet. Irgendwie ist der Spot, den ProSieben am Sonnabendabend zeigte, deshalb eher eine Antiwerbung.

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RTZapper

Panorama 3

Sonntag, den 26. August 2012
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DI 21.08.2012 | 21.15 Uhr | NDR fernsehen

Beim NDR haben sie ein neues, investigatives Magazin. Und weil im Ersten seit Jahrzehnten das NDR-Politmagazin “Panorama” läuft, gibt es im NDR fernsehen nun “Panorama 3”.

Und weil die große Politik im Norden keine Rolle zu spielen scheint, kommt die regionale Panorama-Version mit den eher, ähm, richtigen Aufregern daher. Da schlackern einem die Ohren.
In reichen Vierteln möchten die Menschen kein Hospiz. Sterben bei den Nachbarn ist halt irgendwie doof. Oder ein Heim für schwer erziehbare Kinder. Wenn die beim Opa vorm Badfenster herumtollen, wird Opa halt nervös.
Vielleicht irre ich mich ja, aber irgendwie habe ich das alles schon mal irgendwo gesehen. Neu ist das Thema jedenfalls nicht.
Dann der Schock: Die Werber vom DRK sind gar nicht vom DRK, sondern bezahlte Werber. Das ist ja unfassbar!! Als ob die GEZ keine professionellen Werber anstellt, die eine Provision dafür bekommen, wenn sie Neukunden, ähm, werben.
Am Ende erfreute “Panorama 3” die Zuschauer mit einer grottenschlechten Christian-Wulff-Comedy. Ein völlig untalentierter Sprecher versuchte sich an einer Parodie und scheiterte kläglich. Wo doch Wulff selbst sowieso schon ewig out ist.

“Panorama 3” erweist sich als Light-Version des ARD-Magazins. Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen, die Sause “Panorama Zero” zu nennen. Was die “3” im Titel bedeuten soll, hat jedenfalls niemand erklärt. Für die vier Bundesländer, für die der NDR steht, kann sie jedenfalls nicht stehen. Vielleicht ja für das “Dritte Programm”, was aber widersinnig wäre: Denn die “3” ist aus den Sendernamen der Dritten ja schon lange verschwunden.

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RTelenovela

Kugel um Kugel, und wie wir trotzdem immer verloren haben

Sonntag, den 26. August 2012
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Das Motto bei Wettbewerben lautet ja oft: Dabei sein ist alles. Vergiss es! In Wirklichkeit lautet es: Bloß nicht Letzter werden! Und um das vorweg zu nehmen: Das haben wir geschafft.
In Hohen Neuendorf nahmen wir am Sonnabend an der 1. Stadtmeisterschaft im Boulespiel teil. Und wir haben dafür sogar geübt. Unser 30-minütiges Trainingslager fand einige Tage zuvor auf der Badewiese am Lehnitzsee in Oranienburg statt. Wir fühlen uns top vorbereitet. Da kann nichts schiefgehen. Dachten wir. Bis wir auf die Männermannschaft der Volkssolidarität aus Bergfelde trafen.

Boule spielt man pro Team mit sechs gut 300 Gramm schweren Kugeln. Ein Spieler wirft zu Beginn einen kleinen Ball, das “Schweinchen” ins Feld. Die nachfolgenden Spieler müssen versuchen, ihre Kugeln so dicht wie möglich ans Schweinchen zu werfen. Es gibt Punkte für alle Bälle, die näher dran sind als der beste Ball des Gegners. Möglich sind also in einer Runde bis zu sechs Punkte, und sechs Punkte sind das Ziel (normalerweise 13, aber das hätte zu lange gedauert)
Allerdings waren die Bedingungen für uns erschwert – schließlich übten wir auf einer Wiese. Das Feld neben dem Rathaus in Hohen Neuendorf bestand aus einer festen Sandfläche. Da kullert so eine Kugel schon mal weiter als gedacht.

Unsere ersten Gegner: “Die Dachse – Frauen” aus Bergfelde. Mit dabei: die Schauspielerin Daniela Hoffmann, die deutsche Stimme von Julia Roberts und Station Voice von “Radio Paradiso”. Das Match war hart umkämpft. 0:1 für die Dachse-Frauen. 1:1. 2:1. Und so weiter. Hohen Neuendorfs Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung kommentierte unser Match mit sichtlicher Freude. So hangelten wir uns bis zum 5:5. Die Dachse-Frauen gewannen knapp mit 5:6. Ärgerlich, jedenfalls für uns. Aber es war spannend und hat Spaß gemacht. Unseren Mut haben wir auch noch nicht verloren.

Doch dann kamen die Männer der Bergfelder Volkssolidarität. Im Nachhinein erfuhren wir, dass sie alle zwei Wochen mehrere Stunden trainieren. Auch im Winter. Also eigentlich immer. Da hatten wir natürlich keine Chance, und wir fuhren die historische Niederlage in Höhe von 0:9 ein.

Gegen die Briesetaler Männer lief es wieder besser. Es stand schon 5:4 für uns, quasi ein Matchball. Wir waren soo gut, ehrlich! Wir hatten eine Kugel unfassbar gut platziert, bis einer der Briesetaler eben eine noch bessere platzieren konnten. Und noch eine. 5:6, verloren.
Die Boulemänner, gegen die wir am Ende noch spielten, holten wir wenigstens noch ein 2:6 heraus. Ganz klar müssen wir allerdings feststellen: Diese Ergebnisse geben nicht die Spannung wieder, die während der Spiele herrschte.

Um es kurz zu machen: Wir schafften es nicht ins Halbfinale, allerdings qualizierten sich auch nur die Gruppenersten und der beste Zweiplatzierte.
Das Finale bestritten die Lehnitzer Freizeit-Boulegruppe und die Linken – erstere gewannen mit 6:1 und gewannen das Turnier.

“Wir dachten, es kommen so fünf bis sechs Mannschaften bei unserem Turnier zusammen”, erzählte einer der Organisatoren. Dass es dann 15 wurden, damit hat keiner gerechnet. Dafür war das von der Stadt Hohen Neuendorf veranstaltete Boule-Event aber schon eine feine Sache. Für uns gab es etwas zu trinken, ein bisschen Brot und Käse und am Ende für alle Boule-T-Shirts und für die Gewinner einen Minipokal. 2013 wird das turnier dann wohl in die zweite Runde gehen. Bis dahin ziehen wir uns ins Trainingslager an den Lehnitzsee zurück. Oder vielleicht an die Ostsee.

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