Tagesarchiv für 12. August 2012

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Bad Homburg, Gießen, Marburg, Rochlitz

Sonntag, den 12. August 2012
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Vier Städte. Alle komplett unterschiedlich. Aber eines haben sie gemeinsam: Sie alle lagen auf der Strecke meiner Urlaubstour 2012.
In Bad Homburg habe ich nur einen kleinen Zwischenstopp eingelegt. Der McDonald’s, den ich bei meiner Einfahrt in die Stadt gesehen habe, ist mir allerdings irgendwie durch die Lappen gegangen – ich habe ihn nicht mehr gefunden. So ging’s zu Burger King in den Nachbarort Oberursel.
Schon wer die Straße nach Bad Homburg befährt, sieht: Viel Geld scheint es in Hessen für Straßen nicht mehr zu geben. Die Fahrbahnen sind brüchig.
Eigentlich hätte ich auch in der Innenstadt was Vernünftiges essen können – nur ist diese Innenstadt so verödet, dass ich dort einfach nicht aussteigen wollte. Das Kurhaus – nicht mehr als ein hässlicher Klotz.
Die Taunus-Therme jedoch – die war ein echtes Erlebnis. Da bin ich sicherlich auf den Durchfahrten von Baden-Württemberg nach Hause nicht das letzte Mal gewesen.

In Gießen ist es weniger der Verfall, der so erschreckend ist. Es sind die schlimm-hässlichen Bauten, die nicht nur in der Innenstadt rumstehen. Da gibt es Einkaufspassagen, deren Anblick Augenkrebs verursacht. Der Kaufhof-Klops, der nun leer steht, weil auch die Gießener lieber woanders oder im Internet einkaufen gehen. Am Ende der Einkaufsstraße steht ein Fußgängerbrücken-Grauen, das seines Gleichen sucht.
Nach dem Krieg, der auch in Gießen schwere Verwüstungen anrichtete, dachten sich die Leute damals wohl: Wir müssen schnell wieder was hinstellen, und … ähm … modern muss es sein. Herausgekommen sind potthässliche Kästen. Auch in Frankfurt/Main habe ich solche Gegenden übrigens auch entdeckt.
Aber natürlich hat auch Gießen schöne Ecken: Der Botanische Garten ist sehenswert, auch die Hochhausbar über den Dächern von Gießen (aber teuer!) oder der Park, in dem 2014 die Landesgartenschau stattfindet.

Wie anders ist es dagegen im 30 Kilometer entfernten Marburg. Mal von dem Klotz am Stadtrand abgesehen, der aussieht wie das Atomkraftwerk Fokushima, ist Marburg ein hübsches, kleines, bergiges Städtchen. Der Marktplatz ist beschaulich und vor allem voller (junger) Leute. Marburg ist eine Studentenstadt, hat sogar eine Studentenkirche.

In Rochlitz in Sachsen, nördlich von Chemnitz, gibt es auch viele leerstehende Häuser, dort ist auch Verfall zu beobachten. Aber vor allem: Vielfalt. Rochlitz hat keine 7000 Einwohner, aber eine erstaunlich große Vielfalt rund um den Marktplatz. Die Kleinstadt hat zig Bäcker, Lebensmittelgeschäfte, eine Bibliothek, einen Buchladen, Cafés und viele Spezialgeschäfte, dazu eine nette Bar, die erst schließt, wenn keine Kunden mehr da sind. Nur das Verkehrsleitsystem rund um den Markt mit den Einbahnstraßen an den seltsamsten Stellen – das verstehe wer will.

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