Tagesarchiv für 18. Juli 2012

RTZapper

Bilderbuch: Zwischen Neuruppin und Rheinsberg

Mittwoch, den 18. Juli 2012
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DI 17.07.2012 | 20.15 Uhr | rbb

Der rbb scheint die “Bilderbuch”-Reihe der ARD fortzusetzen. Viele Jahre lang gab es die Reihe sonntagnachmittags im Ersten, und jede Region der Republik schien am Ende bereist.
Am Dienstagabend zeigte der rbb einen Film unter dem Label “Bilderbuch” – nur qualitativ sehr viel schlechter, als der Zuschauer das von der Reihe gewohnt ist.

“Zwischen Neuruppin und Rheinsberg” sahen sich die Filmemacher für den rbb um. Heraus kam jedoch ein relativ liebloser Film.
Dass er ausgerechnet mit einer Therme in Neuruppin beginnt, ist dabei besonders seltsam. Das Wichtigste in Neuruppin, der Ort, mit dem man einen Film über die Region beginnt, ist also eine Therme?
Ganz schon armselig.

Danach ging der Film Punkt für Punkt eine Sehsnwürdigkeit nach der nächsten durch. Nur an ausgewählten Orten kamen auch Menschen zu Wort, ein roter Faden fehlte im Beitrag sowieso. Der Sprecher las seinen Text monoton vor als halte er einen Vortrag über die Herstellung von Nagelscheren.
“Zwischen Neuruppin und Rheinsberg” wirkte wie ein Imagefilm eines Tourismusverbandes. Aber so was wird der rbb ja hoffentlich nicht als eigenes Produkt ausstrahlen.

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RTelenovela

Physio (4): Der empfindliche Patient

Mittwoch, den 18. Juli 2012
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(3) -> 11.7.2012

Ich bin ziemlich kitzlig. Besonders am Rücken. Ein Problem ist das besonders dann, wenn man eigentlich mal eine Rückenmassage bräuchte.
Dass das zu einem großen Desaster werden kann, habe ich bereits im September 2007, auf dem chinesischen Flusskreuzfahrtschiff erfahren müssen. Ich, der Kitzlige, konnte der chinesischen Dame leider nicht mitteilen, was denn los war.

Das sollte nun anders werden. Am Ende meiner eigentlichen Physiotherapie in Oranienburg, bat ich meine Therapeutin um eine Extrastunde: Wir wollten mal testen, wie empfindlich ich denn am Rücken wirklich bin.
Wir mussten uns beide zusammenreißen: Ich, weil ich ja so empfindlich bin und bei jedem Scheiß gleich zusammenzucke. Sie, weil sie das durchaus ziemlich lustig fand.
Aber meine Therapeutin hat’s drauf. Sie schaffte es trotzdem, dass ich irgendwann nicht mehr ständig zuckte, bald merkten wir beide, an welchen Stellen genau ich denn so empfindlich bin – es sind genau zwei nahe der Wirbelsäule.
Ich kann zwar nicht sagen, dass ich am Ende dieser 30 Minuten so richtig entspannt war, aber ich weiß jetzt wenigstens: Es funktioniert. Vielleicht dann ja ausführlicher im Herbst.

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RT im Kino

Best Exotic Marigold Hotel

Mittwoch, den 18. Juli 2012

Best Exotic Marigold Hotel. Das klingt ja mal so richtig mondän, da möchte man doch gern Urlaub machen. Oder noch mehr. Leben, für immer.
Das sagen sich zumindest sieben Engländer. Allesamt sind sie im höheren Alter, sie möchten den wohl letzten Abschnitt ihres Lebens in diesem Hotel verbringen – in Indien.

Sie alle haben verschiedene Motive, warum sie in die Ferne wollen. Evelyn (Judi Dench), weil sie keine Perspektive mehr sieht – in Indien muss sie sich jedoch einen Job suchen, um überleben zu können. Muriel (Maggie Smith), weil sie eine neue Hüfte braucht, und man kann nicht gerade sagen, dass sie freiwillig nach Indien geht. Douglas (Bill Nighy) und seine Frau Jean (Penelope Wilton) können sich daheim keine vernünftige Bleibe mehr leisten. Sonny (Dev Patel) und Madge (Celia Imrie), weil sie eine neue Liebe suchen und Graham (Tom Wilkinson) schließlich, weil er seine verlorene Liebe sucht.
Vor Ort müssen sie jedoch feststellen, dass das Hotel eine rumpelige Bruchbude ist. Dennoch versuchen sie, jeder für sich und jeder anders, mit der für sie völlig neue Situation klarzukommen. Nicht allen gelingt das.

Indien? Ist das nicht das Land, in das man sofort reisen möchte, nachdem man diesen Film gesehen hat? Regisseur John Madden zeigt zwar nicht ausschließlich die schillernden Seiten von Indien, aber sicherlich nicht die dunklen und armen. Dennoch macht sein wunderbarer Film Lust auf mehr. Gemeinsam mit den Engländern taucht der Zuschauer ein in die für sie und für uns völlig fremde Welt. Ein großes Staunen. Sehen. Lernen.
Die neuen Bewohner des “Best Exotic Marigold Hotel” müssen sich mit ihrer Zukunft beschäftigen, mit ihrer Vergangenheit aber ebenso, mit der Liebe, mit dem Tod und nicht zuletzt mit Indien selbst. Ein hervorragendes Schauspielensemble bringt diese Geschichte mit all ihren Höhen und Tiefen dem Zuschauer näher.
Am Ende ist man traurig und glücklich zugleich, dazu berauscht von den Bildern aus der Ferne.

9/10

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