Tagesarchiv für 16. Juli 2012

RTZapper

Hitparade: Zurück ins Jahr 1982

Montag, den 16. Juli 2012
Tags: ,

SO 15.07.2012 | 11.15 Uhr | zdf.kultur

Meine (inzwischen ja nicht mehr ganz heimliche) Leidenschaft am Wochenende: alte Folgen der der ZDF-Kultshow “Hitparade” sehen. zdf.kultur zeigt am Sonnabend- und Sonntagmittag jeweils drei bis vier Folgen am Stück.

Während am Sonnabendmittag Moderator Uwe Hübner in der Ausgabe vom 3. Oktober 1990 die deutsche Einheit feierte, machte zdf.kultur am Sonntag eine plötzliche Rolle rückwärts. Da war dann nicht – wie erwartet – die Folge vom November 1990 zu sehen. Plötzlich ging es zurück in den Winter 1982, also mehr als acht Jahre zurück. Plötzlich stand wieder Dieter-Thomas Heck vor der Kamera und sagte Mary Roos und Gottlieb Wendehals an.

Nun steht also wieder die NDW-Zeit an statt die Hits der 90er. Und dabei habe ich mich schon so auf die Auftritte von Guildo Horn oder Stefan Raab gefreut, die Mitte der 90er in der “Hitparade” zu Gast waren.
Schade, dass zdf.kultur mittendrin den Break gemacht hat und wieder auf ältere Folgen zurückgreift.

Hits: 92

RT im Kino

Hasta la Vista!

Montag, den 16. Juli 2012

Sie sind schon jenseits der 20 Jahre, und sie hatten noch nie Sex. So kann das natürlich nicht weitergehen für Lars (Gilles De Schrijver), Philip (Robrecht Vanden Thoren) und Jozef (Tom Audenaert).
Sie sind Freunde, und sie sind behindert. Lars sitzt im Rollstuhl, ein Tumor wächst in seinem Körper. Philip ist vom Hals abwärts gelähmt. Jozef ist so gut wie blind.
Ihren Eltern sagen sie, sie planen einen Urlaub – zu dritt, ohne die Familie. Ein Weintrip soll es werden. Was sie ihnen verheimlichen: Sie wollen in ein spanisches Bordell, speziell für Jungs wie sie, wie sie sich ausdrücken.
Gemeinsam mit Claude (Isabelle de Hertogh) machen sie sich auf den Weg, und es wird eine Reise, die ihr Leben verändern wird.

Der belgische Film “Hasta la Vista!” von Geoffrey Enthoven beruht auf whren Begebenheiten, zumindest indirekt. Er ist inspiriert durch Asta Philpot. Er kämpfte für die sexuellen Rechte von Behinderten, auch dafür, dass sie zu Prostituierten gehen können. Es ist etwas ganz normales, dass auch diese Jungs mal Sex haben wollen.
Der Film – eine Mischung aus Komödie und Drama – zeigt einerseits, mit welchen Widrigkeiten sie klarkommen müssen, auch mit der Ablehnung der anderen, aber mit mit der übermäßigen Zuwendung der Verwandten. Es ist Lust und Frust, die sich im Laufe der fast zwei Stunden anstaut. Wir erleben die Jungs in peinlichen Situationen, wenn sie sich lächerlich machen, sich streiten, sich zusammenraufen müssen, Gegenwind spüren oder einfach nur glücklich sind. Auch der Zuschauer merkt: Sie sind nicht immer sympathisch, sie benehmen sich auch manchmal wie Arschlöcher, man muss nicht in jedem Punkt immer Rücksicht nehmen.
“Hasta la Vista” ist beeindruckend und wohl auch einer dieser Filme, nach denen man sagt: ein bisschen was dazugelernt.

8/10

Hits: 72

RTelenovela

Traumtagebuch (90): Endstation Velten

Montag, den 16. Juli 2012
Tags: , , , ,

(89) -> 18.6.2012

Es ist Nacht auf dem Bahnhof Oranienburg, und es ist kalt. Im Traum sieht dieser Bahnhof Oranienburg allerdings anders aus als in Wirklichkeit.
Der Bahnhof ist voller Menschen, und alle wollen sie weg. Das Problem: Niemand weiß genau, wann eigentlich eine Bahn die Stadt verlässt. Das Einzige, was funktioniert, ist die Lautsprecherdurchsage. Eine Frau erzählt die aktuellen Neuigkeiten und plaudert per Lautsprecher mit den Menschen auf dem Bahnsteig: “Ja, ich weiß, es ist kalt heute Nacht, allerdings kann ich Ihnen noch nicht sagen, wann der nächste zug kommt.”

Inzwischen beginnt es, zu schneien. “Meine Damen und Herren, bitte Vorsicht, denn jetzt fährt ein Güterzug durch”, sagt die Frau über den Lautsprecher.
Ein paar Leute rennen auf den Bahnsteig. Der Zug nähert sich, offenbar wollen einige Leute auf diesen Zug aufspringen.
“Gleich kommt noch ein Zug nach Hakenberg”, sagt die Lautsprecherfrau, woraufhin unter den Leuten wieder Gemurmel einsetzt.
Dafür dass Chaos herrscht, ist es unter den Menschen auf dem Bahnhof noch relativ ruhig.

Ich entschließe mich, mit dem Hakenberg-Zug (Hakenberg hat gar keine Bahnanbindung) mitzufahren – und finde mich plötzlich auf dem Bahnhof in Velten wieder. Mir und einigen anderen Leuten wird nun klar: Hier kommen wir so schnell nicht mehr weg. Endstation Velten.

Hits: 98

RTZapper

Wholetrain

Montag, den 16. Juli 2012
Tags: ,

SA 14.07.2012 | 0.30 Uhr (So.) | zdf.kultur

In Berlin passiert das momentan selten: Ein komplett besprühter Zug mit farbenfrohen Bildern – oder angsteinflößenden. Kunst, wenn auch illegal. Man will gar nicht in den besprühten Waggon steigen – ein bisschen Ekel ist sogar dabei, wenn man drin sitzt und nicht rausgucken kann.
zdf.kultur zeigte am späten Sonnabendabend den Film “Wholetrain”. Er handelt von zwei verfeindeten Gruppen, die um das größte Sprühbild auf der S-Bahn buhlen.

Selten bekommt man einen so spannenden Einblick in die Graffitiszene. Der Hass unter den Gruppen, wenn die andere doch mal wieder das “bessere” Bild haben. Die Sucht, der Thrill, wenn sie nachts auf dem Betriebshof herumschleichen, um die Waggons zu besprühen. Wenn sie fast erwischt werden – und sie dann trotzdem in der Nacht danach wieder aufbrechen, um weiterzusprühen.
Natürlich ist den Jugendlichen die Polizei auf den Fersen, und natürlich geht es ordentlich moralisch zu – und das sicherlich zurecht. Dass “Wholetrain” trotzdem kein wirklich gutes Ende findet, spricht für den Realismus der Geschichte.

Hits: 87