Tagesarchiv für 5. Juli 2012

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: log in

Donnerstag, den 5. Juli 2012
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MI 04.07.2012 | Berlin, ZDF-Hauptstadtstudio

Beim Thema Sexualität darf man kein Blatt vor die Muschi nehmen.
Da bist du jetzt aber überrascht über diesen Anfang, oder?
Aber keine Angst, der stammt nicht von mir, sondern von Lady Bitch Ray. Und wenn die kommt, ist das Wort Muschi nichts besonderes. “Enthemmt oder verklemmt? Sind wir “oversexed”?”, hieß das Thema am Mittwochabend in der Diskussionssendung “log in” auf zdf info.

Wer mal live im ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin-Mitte, Unter den Linden, dabei sein darf, der wird merken, dass diese Produktion völlig entspannt ist.
Wer dort ankommt, bekommt erst mal ein Glas Wasser oder Saft gratis. Irgendwann wird das Publikum ins kleine Studio geholt. Die Sitzverteilung ist nicht so streng wie in anderen TV-Produktionen, es wird allerdings darauf geachtet, dass Leute nebeneinander sitzen, die verschiedenfarbige Klamotten anhaben, damit es willkürlich aussieht.
Bis auf ein Probeapplaus ist auch das Warm-up keine nervenaufreibende Angelegenheit. Ein paar lockere Gespräche, ein paar Erklärungen, das war’s. Dann kommt Moderator Wolf-Christian Ulrich (oder auch: WCU) und plaudert mit einer jungen Frau im Publikum, die aus Kufstein nach Berlin angreist kam, der junge Mann daneben kam aus der Pfalz, ein weiterer aus Sachsen-Anhalt. Aus Berlin scheint kaum jemand im Berliner Publikum zu sein.

Anders als bei RTL und Co.: Wir klatschen, wenn es uns passt, so sagt es WCU. Allerdings beginnt dann hinter den Kulissen doch ab und zu jemand mal vorzuklatschen, wenn das Publikum doch mal zu dösig ist.

Etwas mehr als eine Stunde dauert die Diskussion über Sex, Pornos und Aufklärung. Darüber, ob man vielleicht mehr miteinander über Sex sprechen sollte (ja!), ob Kinder schon Pornos sehen sollten (nein, aber es lässt sich kaum verhindern) und ob überhaupt was in der Erziehung falsch läuft (kann sein). Selbst Lady Birch Ray klang da ganz vernünftig. Das war auch ein bisschen das Problem der Runde: Letztlich waren sie sich grundsätzlich einig, nur in Kernfragen lagen sie auseinander. Die Diskussion hätte gern kontroverser ausfallen können.

“log in” macht jetzt Sommerpause. Spannend genug, live dabei zu sein, ist die Sendung auf jeden Fall. Ende August geht’s weiter.

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RTelenovela

Bahnbekanntschaften (66): Baustellennotfall

Donnerstag, den 5. Juli 2012
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(65) -> 23.6.2012

Die Vorfreude beginnt schon im Bahnhof Friedrichstraße. Zwar wird dort die S1 nach Oranienburg auf den Anzeigetafeln angekündigt, die Stationsvorsteherin weiß es jedoch besser: die S1 nach Hohen Neuendorf. Fahrgäste nach Oranienburg steigen dort um.
Im Nordbahnhof steht dann auch Hohen Neuendorf schon als Fahrtziel der S1 an den Anzeigetafeln.
Die Leute nehmen’s gelassen hin. Bis zu dem Zeitpunkt, als in Gesundbrunnen plötzlich von einem Schienenersatzverkehr die Rede ist. Na großartig.

Es ist etwa 0.20 Uhr als die Leute in Hohen Neuendorf tatsächlich die S-Bahn verlassen müssen. Spricht die Zugführerin noch von einer Baustelle, steht auf dem Bahnsteig an den Anzeigetafeln etwas von einem Notfalleinsatz.
Wie auch immer: Der Bus soll oben bereit stehen. Soll. Tut er aber nicht.

Ein etwas älterer, beleibter Herr ist schon jetzt stinksauer. Ob denn die Wichser auch gar nichts hinbekommen, und er habe schließlich bezahlt, da könne er doch davon ausgehen, dass es jetzt auch weiter gehe, und überhaupt sind die doch alle zu dämlich. Und so weiter.
Aber irgendwie kommt er bei den anderen leuten nicht so gut an. Er müsse doch deshalb nicht so rumblubbern, sagt jemand. Es bringe doch nichts, sich jetzt aufzuregen.

Eines ist aber weiter unklar: Baustelle? Notfall? Schienenbruch? Schienen schleifen? Das sind alles Gerüchte, die über den Hohen Neuendorfer Bahnhofsvorsplatz wabern.
Inzwischen ist eine weitere S-Bahn angekommen, fast 40 Leute stehen um 0.45 Uhr im Hohen Neuendorfer Zentrum rum. Fast eine halbe Stunde schon tut sich nichts.
Zwei, es es dicke abbekommen, sind von der DB-Sicherheit. Sie haben das Pech, das Bahnlogo auf dem Hemd zu tragen. Zig Leute quatschen sie an, weil sie wissen wollen, was los ist. Dabei wissen sich Sicherheitsmänner genauso wenig wie alle anderen. Sie haben nämlich Feierabend und keinen Kontakt, um irgendwas nachzufragen.

Es ist etwa 1 Uhr als gleich zwei Busse in Hohen Neuendorf ankommen. Die Leute steigen ein, und beide Busse fahren hintereinander los. Kein Wunder, dass man so lange warten muss, wenn beide Busse gemeinsam pendeln. Wer weiß, wie lange nachfolgende Fahrgäste wieder in Hohen Neuendorf warten mussten.
Statt um 0.30 Uhr kam ich um 1.20 Uhr in Oranienburg an.

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